Venter Runde (inkl. Dahmannspitze 3401m und Fluchtkogel 3500m)


Publiziert von eloxx , 27. September 2016 um 21:51.

Region: Welt » Österreich » Zentrale Ostalpen » Ötztaler Alpen
Tour Datum:24 Juli 2016
Wandern Schwierigkeit: T3+ - anspruchsvolles Bergwandern
Hochtouren Schwierigkeit: L
Wegpunkte:
Geo-Tags: A   A-T 
Zeitbedarf: 2 Tage 3:00
Aufstieg: 2000 m
Abstieg: 2000 m

Vent und ich hatten da noch eine Rechnung offen… nachdem mich im Juli 2014 das miese Wetter und eine fiese Erkältung an meinem eigentlichen vorhaben hinderten (siehe Bericht: http://www.hikr.org/tour/post85869.html) startete ich dieses Jahr einen neuen Versuch. Auch diesmal beginnt das Unternehmen mit einer Hiobsbotschaft: Gemeldet sind für den Freitag 19/l Regen pro qm und wir packen vorsichtshalber schon mal die Badehose für das Alternativprogramm ein. Während der Anreise erwischen wir im Karwendel auch schon einen ordentlichen Gewitterschauer inkl. Aquaplaning, allerdings lockern die Wolken je weiter wir in den Süden kommen immer weiter auf und im Ötztal angekommen ist sogar ein Streifen blauer Himmel erkennbar. Los geht’s dann mit einiger Stau- und Unwetterverspätung um 19 Uhr am Wanderparkplatz in Vent.

Zunächst den altbekannten Cyprian-Granbichler-Weg an der Rofenarche entlang, bis wir nach gut zwei Stunden das Hochjochhospiz erreichen. Der Hüttenwirt tischt trotz eigentlich schon geschlossener Küche sein 3-Gänge Menü auf und zu allem Überfluss bekommen wir wegen der vielen Unwetterbedingten Absagen sogar noch ein Upgrade auf ein zweier Zimmer. Besser geht’s nimmer.

Auch der Samstag beginnt zunächst trocken und wegen vorhergesagter aufkommender Gewitterneigung beginnen wir zeitig mit dem Aufstieg über den Deloretteweg in Richtung des Kesselwandferners. Wie auch zuvor auf dem Cyprian-Granbichler-Weg gibt es keine nennenswerten Schwierigkeiten, das Gelände ist weder besonders ausgesetzt noch anderweitig schwierig zu gehen, bietet dennoch ein beeindruckendes Panorama mit Blick in die Rofenarche (beim Hüttenzustieg) bzw. auf den Kesselwandferner. Kurz vor dem Mittag erreichen wir den Kesselwandferner wo wir uns anseilen und Steigeisen anlegen. Letzteres stellt sich als unnötig heraus, die Bedingungen sind so gut, dass man gut ohne vorankommt. Der Weg auf dem Gletscher selbst weißt so gut wie keine Spalten auf und ist mit Bojen gut markiert, allerdings könnten die zur Orientierung im dichten Nebel (den wir glücklicherweise nicht hatten) nicht ganz ausreichen. Nach einer guten Stunde erreichen wir unter Nieselregen unser heutiges Tagesziel: das auf einer Felsnadel thronende Brandenburger Haus. Nachdem es nachmittags doch nochmal etwas stärker regnet begeben wir uns erst gegen Abends im Nebel auf den „Hausberg“ die Dahmannspitze. Steigeisen kann man hier getrost in der Hütte lassen und den mäßig steilen Firnhang bis zum Gipfelsteinmännchen in Stiefel hinaufstapfen. Zwar bricht man hinauf häufig im Schnee ein, der Weg abwärts gerät als Rutschpartie dafür ungewohnt spaßig.

Am Sonntag steht schließlich der „Höhepunkt“ der Tour an. Aus den Federn und über den angenehm harsch gefrorenen Gletscher hinüber zum Gipfelhang des Fluchtkogels. Hier bilden sich schon kleine Schlangen von Gruppen und obwohl der Hang doch recht imposant wirkt, braucht es an diesem Tag eigentlich keine Steigeisen. Wir lassen sie dennoch dran und erreichen nach kurzem Aufstieg den wunderbaren Aussichtsgipfel des Fluchtkogels. Hinunter bis zum Hanganfang geht’s zunächst im Laufschritt ehe wir den Guslarferner über das obere Guslarjoch betreten. Auch hier geht es zunächst fix voran, allerdings wird die Schneedecke zunehmend sulziger und bereits im oberen Teil breche ich bereits einmal mit einem Bein durch die Schneedecke. Ich kann mich zwar mit dem anderen Bein befreien, allerdings bleibe ich beim reflexartigen Hochziehen mit den Steigeisen in der Hose hängen und reiße mir ein unschönes Loch hinein. Außerdem ist eine Gletscherspalte zu überspringen. Unten wird es eher ein Schneestampfen als ein koordiniertes Laufen über den Gletscher und so sind wir froh gegen mittags wieder „festen Boden“ unter den Füßen zu haben. Insgesamt ist der Abstieg über den Guslarferner doch etwas kniffliger als der Spaziergang über den Kesselwandferner, jedoch nie wirklich schwierig (L - WS). Zunächst war geplant im nun folgenden Würzburger Haus (Vernagthütte) zu übernachten und dann den Abstieg mit Heimreise am Montag zu vollenden, allerdings ist es noch so früh am Tage, das wir lediglich eine Vesperpause einlegen und dann über den Seuffertweg hinüber zur Breslauer Hütte und anschließend nach Vent hinunter unsere Runde beenden. Ab hier auch wieder Wanderweg mit schönem Panorama (hier der Blick auf den Kreuzkamm).

Fazit: Lohnende Wander- und Hochtour mit schönen Ausblicken und erstaunlich gutem Wetter.


Tourengänger: eloxx


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