Dom 4545


Publiziert von Patrik Caspar , 4. September 2016 um 16:49.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Oberwallis
Tour Datum: 3 September 2016
Hochtouren Schwierigkeit: WS
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS   4000er 
Zeitbedarf: 10:00
Aufstieg: 1700 m
Abstieg: 1700 m
Unterkunftmöglichkeiten:Domhütte SAC
Kartennummer:1328 Randa

Dom

Als wir drei Wochen zuvor auf dem Nadelhorn standen, zog der Dom sofort unsere Blicke auf sich, ein wirklich mächtiger Berg! Nach einem Blick auf die Karte war schnell klar, dass die Route für uns gut machbar ist, aber die 3140 Höhenmeter schreckten uns doch ein bisschen ab, weshalb wir uns drei Tage Zeit gaben.

Am Freitag Nachmittag stiegen wir bei herrlichem Wetter zur Domhütte auf. Das Panorama ist eindrücklich: Breithorn, Matterhorn, Zinalrothorn und Weisshorn. Die Prognose für den nächsten Tag sagte stabiles Schönwetter mit schwachem bis mässigem W-Wind voraus. Wir entschieden uns für die Normalroute, da es am Festigrat nach langer Schönwetterperiode blanke Stellen gab.

Am Samstag um 4:10 machten wir uns auf den Weg und erreichten zwei Stunden später bei Dämmerung den Fuss der Wand zum Festijoch. Es herrschte Hochbetrieb und von links nach rechts sahen wir Leute im Fels. Wir überholten schnell zwei 4er Seilschaften, eine gute Entscheidung. Denn kurz darauf löste die eine Seilschaft einen Felsbrocken, der dann auf den Gletscher stürzte, glücklicherweise wurde niemand mitgerissen! Der weitere Weg führte über den Hobärggletscher in der Nordflanke zum Dom. Im unteren Teil kurz nach dem Festijoch quert man einen Eislawinenkegel und danach umgeht man die grossen Gletscherspalten. Im oberen Teil reduzierte sich unsere Gehgeschwindigkeit durch die Höhe drastisch, vor allem in der steilen Gipfelflanke. Nach 5:45 standen wir zuoberst auf dem Dom und die Aussicht war überwältigend. Doch wir verweilten nicht lange und machten uns alsbald auf den Abstieg, denn der Weg ist lange! So kreuzten wir auf 3900m eine Seilschaft die sich noch im Aufstieg befand und fit sahen die drei nicht mehr aus. Eine weitere Szene bot sich uns beim Abstieg vom Festijoch, als sich 100m östlich von uns drei Leute im brüchigen Fels abseilten. Sie kommunizierten lautstark auf Englisch und der erste fallende Stein liess nicht lange auf sich warten. Zugleich löste sich noch weiter südöstlich eine natürliche Steinlawine von welcher einzelne Steine bis auf etwa 3600m über die Aufstiegsspur hinabrollten. Zum Glück befanden sich gerade keine Leute dort. Der weitere Abstieg erfolgte bis auf 3350m auf dem Festigletscher und danach wieder über die Seitenmoräne. Im oberen Teil kamen uns die grossen Blöcke einiges mühsamer vor als im Aufstieg und der Weg liess sich auch nicht immer finden. Aber bald gings zügiger vorwärts und nach 10h standen wir um 14:10 wieder vor der Hütte. Die erwähnte letzte 3er Seilschaft schaffte es auch noch auf das Nachtessen, um 18 Uhr waren sie ebenfalls bei der Hütte!

Nach einer weiteren Nacht auf der Hütte stiegen wir dann am Sonntag in 2h nach Randa ab. Die Tour ist zwar technisch nicht sehr anspruchsvoll, aber erfordert doch etwas Ausdauer. Sie führt über Gletscher mit grossen Spalten, durch brüchigen Fels und unter Eisabbrüchen durch. Man sollte sich diesen Gefahren bewusst sein und die Tour dementsprechend angehen, was an diesem Tag definitiv nicht alle taten!

Tourengänger: Patrik Caspar


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