Tour de Vogorno I: Cima dell'Uomo 2390 m (SA)


Publiziert von basodino Pro , 4. September 2016 um 15:39.

Region: Welt » Schweiz » Tessin » Bellinzonese
Tour Datum:20 August 2016
Wandern Schwierigkeit: T3+ - anspruchsvolles Bergwandern
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-TI   Gruppo Cima dell'Uomo 
Zeitbedarf: 5:30
Aufstieg: 1100 m
Abstieg: 535 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:mit dem Auto nach Gordola oder Tenero, Parken ist dort für mehrere Tage leider kaum mehr möglich, daher kein Tipp von mir, danach Linienbus nach Monte Carasso
Unterkunftmöglichkeiten:Capanna Albagno (1870 m), teilweise bewirtet, Rif. Borgna (1912 m), Selbstversorgerhütte

Ja, diese Tour habe ich schon einmal gemacht und ja, ich habe sie auch hier und hier beschrieben. Aber dieses Mal war alles ein wenig anders. Denn man kann das alles unter ganz anderen Aspekten sehen. Zunächst einmal war ein guter Freund von mir zum ersten Mal über den Äquator geflogen, um sich meine Heimat anzuschauen. Nun ist meine Heimat sicherlich nicht die Schweiz, wenn man es technisch betrachtet, aber alpinistisch ist sie es schon. Und so war es klar, dass ich ihm nach Burgen, Automuseen und Altstädten in Deutschland auch das Tessin zeigen würde. Und wenn schon Schweiz, dann bitte auch mit Sahne, sprich für einen Südafrikaner mit Schnee. Nun das ist Ende August nur auf den ganz großen Bergen sicher. So sollte es ein Viertausender werden.

Da man diesen Viertausender, eine neue Story "mein erster Viertausender", nicht aus dem Stand machen sollte, kann man diesen und die folgenden 5 Berichte auch als optimal gedachten Aufbau zu einem solchen Unternehmen sehen. Zu dem mir mein südafrikanischer Freund mehr als angedeutet hat, dass er es an den Knien hat und das wir unsere eigenen Maßstäbe (und die sind schon nicht so sportlich) nicht anlegen sollten.

Und eben zu den gerade ausgeführten Zwecken ist die Tour de Vogorno geradezu ideal:

Wir starteten an einem Freitag mit der Anfahrt von Deutschland, Besuch der Via Mala und Vesper auf dem San Bernadinopass inklusive. Am Nachmittag begann dann eine beinahe aussichtslose Suche nach einem Parkplatz in Gordola oder Tenero. Meine bisherige Ecke haben Sie zu verwaltet, alle anderen Parkplätze sind blau markiert oder mit Parkuhren ausgestattet, die über einen Tag nicht hinausgehen. Glücklicherweise fanden wir dann einen Parkplatz, wo die Parkuhren noch nicht installiert waren, so dass man hier nicht belangt werden konnte. Nochmals Glück gehabt, aber irgendwie schon blöd, wenn man entweder im Verzascatal parken muss (da dort an Wanderer gedacht wurde) oder von weiters her mit dem Zug anfahren muss (was für Schweizer vielleicht das normalste der Welt ist, für Touristen ohne Halbtax aber ein ökonomisches Hindernis darstellt).

Nun gut, mit dem Bus von Tenero nach Monte Carasso und dort mit der Bahn hinauf. Seit es den Klettersteig und vor allem die neue Hängebrücke gibt, ist hier mit Wartezeiten zu rechnen, die es früher nicht gab. Das Angebot wird gut angenommen.
Von Mornera auf dem gut ausgeschilderten Hüttenweg zur Capanna Albagno in 1 h 45 min. T2

In der Hütte wurden wir bestens versorgt. Seit einigen Jahren ist die kleine Hütte im August und an den Wochenende meist bewartet.

Am nächsten Tag war schlechtes Wetter angesagt, vielleicht würde es bis Mittag halten, danach aber sollte es auf die Tessiner Art regnen. Also direkt los und dank vieler Wolken ließ ich einmal mehr die Cima d'Erbea Est (2323 m) aus, der einzige Gipfel der Kette, der mir immer noch fehlt.
Durch die Bocchetta d'Erbea hinab, dann gequert und durch die Bocchetta della Cima dell'Uomo hinauf. Bald standen wir unter dem Gipfel der Cima dell'Uomo und es hellte etwas auf. Pfeiff auf den späteren Regen, schnell den Rucksack zur Seite und durch den Kamin hinauf. Mit wenig Mühe erreichten wir den ersten Gipfel und wie schon 2007 und 2010 gab es wieder keine Sicht. Nun denn, dafür war es noch trocken und unser südafrikanischer Freund konnte einen neuen persönlichen Höhenrekord feiern.

Kurz nachdem wir zurück an den Rucksäcken waren und zur Bocchetta di Medee abgestiegen waren, begann es zu regnen. Wie fast immer fing es gleich richtig kräftig an zu regnen, so dass das Anziehen der Regenklamotten zur sportlichen Einlage wurde. Nach 25 Minuten durch den strömenden Regen erreichten wir dann aber das Rifugio Borgna, wo wir einheizen konnten. Wir selbst, so wie die Regenklamotten und Rucksäcke wurden irgendwann trocken. In der Wärme der Hütte wurde gevespert und dank eines dort vorhandenen Malefizspiels verging der Nachmittag im Fluge. Einer aus der Gruppe hatte einen Schirm eingesteckt - wer macht den sowas auf einer alpinen Wanderung - was ein Segen war, da wir so sogar halbwegs trocken zur Nachbarhütte kamen, wo Waschraum und Toilette untergebracht sind.

Insgesamt war es eine schöne Erfahrung, auch wenn ich gerne mal wieder eine Aussicht von der Cima dell'Uomo hätte. Glücklicherweise änderte sich das Wetter am nächsten Tag zum besseren ...

Cap. Albagno - Rif. Borgna 3 h 00 min, T3+
Abstecher auf die Cima dell'Uomo 0 h 40 min, T3+, I

Tourengänger: basodino, tourinette, LionsHead


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