Schreckhornhütte (2530 m)


Publiziert von beppu Pro , 3. September 2016 um 14:10.

Region: Welt » Schweiz » Bern » Jungfraugebiet
Tour Datum: 1 September 2016
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-BE 
Zeitbedarf: 8:45
Aufstieg: 1550 m
Abstieg: 1550 m
Strecke:Pfingstegg, Schreckhornhütte und retour, (16,7km)
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Bahn, Luftseilbahn
Zufahrt zum Ankunftspunkt:do
Kartennummer:Schweiz Mobil

 

 

Nach dem gestrigen schönen und heissen Klettertag im Jura, zieht es mich heute in die entgegengesetzte Richtung, ins Berner Oberland. Gestern Abend, nach dem Wetterbericht, war ich noch nicht ganz sicher ob ich die Tour machen kann. Ausgerechnet in meinem Zielgebiet hat der Meteo-Mann Wolken gezeichnet und gelegentlich Platzregen prophezeit, was das letzte wäre was ich dort brauchen kann.

Heute Morgen, viertel vor Fünf, konsultiere ich nochmal den Wetterbericht, der sieht es schon viel besser aus. Wie üblich bei Frühstarts, aufs notwendigste gekürztes Morgenprogramm erledigen, danach auf den Roller sitzen und zum Bahnhof fräsen. Mit Zug, Bus und Bergbahn lasse ich mich zum Ausgangspunkt, die Pfingstegg ob Grindelwald, fahren. Das Wetter sieht sehr gut aus, ich starte gleich in Richtung Bäregghütte los.

Auf dem kurzen Stück zur Hütte mach ich eine halbe Stunde Vorsprung auf die Wegweiser-Zeitangabe gut. Motiviert durch die Topkondition, die ich heute scheinbar aufweise, wandere ich gleich weiter Richtung Schreckhornhütte. (Ein bisschen enttäuscht bin ich am Schluss schon, dass ich dafür auf dem zweiten Stück fast eine Stunde länger als Vorgesehen brauche, was der Schönheit aber keinen Abbruch tut, im Gegenteil.)

Den Hüttenweg finde ich, ab Bäregghütte, einfach sagenhaft und unbeschreiblich schön. Stundenlang schönster Blick auf die Gletscherwelt, zum Greifen nah, in unterschiedlichen Varianten, weiter aufwärts in strahlendem Weiss das sich mit den Berggipfeln vom blauen Himmel abhebt. Der Weg  bereitet heute keine Schwierigkeiten, die zweite Hälfte entspricht auf längeren Stücken einem T4.

Jetzt sehe ich  auch warum bei Gewitter und Regen vom Hüttenweg dringend abgeraten wird. Es müssen etwa ein halbes Dutzend Bäche überquert werden. Brücken gibt’s keine und das Wasser fliesst schnell! Heute bei schönem Wetter schaffe ich alle ohne nasse Socken, aber nasse Hosen bis zu den Knien gibt es bei fast allen. Die Gefahr bei einem plötzlichen Gewitter zwischen den Gräben eingeschlossen zu werden scheint mir erheblich.

So wandere ich dahin, fasziniert vom den bizarren Strukturen der Gletscheroberfläche sowie den prächtigen, in den blauen Himmel ragenden Bergspitzen. Nach insgesamt vierdreiviertelstunden erreiche ich die Schreckhornhütte. Mit vielen Fotostopps, aber ohne längere Pausen. Für meine bescheidene Kondition bin ich mit dieser Zeit so ziemlich am Anschlag.

Der letzte Aufschwung, sowie der Standplatz der Hütte bieten ein Panorama das meine kühnsten Erwartungen weit übersteigt. Im Moment noch als einziger Gast, setze ich mich mit Kuchen und Getränk an den vordersten Tisch. Ich könnte ewig hier sitzen  und das unbeschreibliche Gefühl geniessen, das bei diesen herrlichen, hochalpinen Anblicken aufkommt.

Nach einer Stunde Pause raffe ich mich auf und trete den Rückweg an. Gemütlich, noch einmal die Gletscher geniessen die mit anderer Sonneneinstrahlung immer schöner werden. Für den Rückweg benötige ich gut dreieinhalb Stunden, knieschonend und ohne Hast. Auf der Pfingstegg lösche ich noch den Durst, dann geht’s auf die Heimfahrt die nochmal über drei Stunden dauert.

Eine lohnende Hüttentour die, mit dem heutigen Wetterglück, phantastische Blicke auf die Gletscherwelt bietet. Mit den langen Fahrzeiten der Pfingsteggbahn als Tagestour gut machbar ohne bis Grindelwald runter laufen zu müssen.

 


Tourengänger: beppu


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