Clariden Nordwand und Piz Cazarauls


Publiziert von Alpin_Rise Pro , 30. Juli 2006 um 15:23.

Region: Welt » Schweiz » Glarus
Tour Datum:26 Juni 2004
Hochtouren Schwierigkeit: ZS+
Klettern Schwierigkeit: III (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GL   CH-GR   CH-UR   Claridengruppe   Ortstockgruppe 
Zeitbedarf: 2 Tage
Aufstieg: 1500 m
Abstieg: 1800 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Der Klausenpass ist im Sommer auch mit Postauto Kursen erreichbar
Zufahrt zum Ankunftspunkt:ÖV in Disentis oder eine Station davor
Unterkunftmöglichkeiten:Planurahütte SAC Hotel auf dem Klausenpass

Der Clariden ist DER Gletscherberg: aussichtsreich, leicht und schnell erreichbar und dementsprechend Populär Winters wie Sommers. An schönen Wochenenden nach der Passöffnung im Spätfrühling muss schon mal eine Platzkarte für den Gipfelanstieg gezogen werden...

Klassische, leichtere Nordwandtour. Anschliessend Piz Cazarauls von Planurahütte als Ersatz für die Tödi-Westwand


Start um 4.00 auf dem Klausenpass, dank guter logistischer Unterstützung durch privtaten Taxidienst. In knapp einer halben Stunden an den Wandfuss. Steigeisen und Pickel montieren und Einstieg ins Zustiegsband, das den Zustieg in den grossen Trichter der Clariden Nordwand vermittelt. Passable Verhältnisse auf dem z.T. heikeln, ausgesetzten Band.  Kurz vor dem Einstieg in die Wand die ersten Schlaghaken, dort ist das Band aber gut gestuft und nicht mehr wirklich schwierig, aber sehr ausgesetzt.
Einstieg in den Trichter über hübsche, gutgriffige Rinne (II) und weiter im Firn direkt gegen den Hauptgipfel. Wir wählen die direkte Variante, durch die Felsstufen auf der linken Seite des Trichters. Finden jedoch immer einen Durchschlupf im Firn. Bis max. 50°.
8.30 auf dem Gipfel. Insgesamt gute, griffige Firnverhältnisse. Ein Seil ist bei sicherem Gehen im Eis nicht nötig, die Schwierigkeiten hängen jedoch stark von den aktuellen Verhältnissen ab. Im Hoch- und Spätsommer ist die Wand häufig stark ausgeapert, steinschlägig und nicht mehr zu begehen. Schöne, wie vom Clariden gewohnte umfassende Aussicht.
Abstieg über das Plateau im Hüfipass zur Planurahütte, wo wir mehrere Flächenflzugzeuge passieren. Ein richtiger Flugplatz... hat man den nirgends mehr seine Ruhe?

Nach ausgiebiger Ruhe in der einmalig gelegenen Planurahütte Tagwache um 3 Uhr. Die Verhältnisse sehen gar nicht günstig für eine Tödibesteigung aus: 6°C und Föhnsturm... also nochmals hinlegen. Nach einigen Diskussionen Alternative gewählt: Die Überschreitung des Piz Cazarauls, Treffpunkt der Kantone UR/GL/GR.
Über den stark aufgeweichte Hüfifirn unter dem Gipfel durch und Aufstieg in die Scharte zwischen Heimstock und Cazarauls. Von dort z.T. schöne, z.T. brüchige Kletterei bis III auf dem ausgesetzten Grat zum Gipfel. Abstieg auf der einfachen Normalroute zur Planurahütte.
Nachtrag: 6 Jahre später hats dann mit der Tödi West doch noch geklappt

Langer, aber wunderschöner Rückmarsch durch das gesammte, blühende Val Russein und mit Autostopp bis nach Disentis Bahnhof.


Tipp: Die Planurahütte liegt mitten in einem Arktisch anmutenden Gletschergebiet -  Grönland mitten in der Schweiz!

Tourengänger: Alpin_Rise, petitNic

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