Durch die Tektonik-Arena - von Elm nach Weisstannen


Publiziert von CampoTencia Pro , 29. August 2016 um 22:32. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Schweiz » Glarus
Tour Datum:27 August 2016
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-SG   CH-GR   CH-GL   Segnas-Vorabgruppe 
Zeitbedarf: 2 Tage
Aufstieg: 2430 m
Abstieg: 2930 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Ab Elm mit der Seilbahn zur Tschinglen-Alp
Unterkunftmöglichkeiten:Sardonahütte SAC
Kartennummer:1174 Elm, 1175 Vättis, 1194 Flims

Die Luftseilbahn Elm - Tschinglen-Alp bringt uns schnell hoch zur Bergstation. Es ist angenehm frisch, als wir im 7 Uhr im Schatten losmarschieren. Wir gehen es locker an, wir haben jede Menge Zeit und wollen den Aufstieg geniessen. Nicht verwunderlich also, dass wir von ein paar jungen Berggängern und schnellen Bergläufern überholt werden. Es ist eine Region, die ich noch nicht kenne, und ich geniesse es. Der Weg ist gut gepflegt und die Steigung nimmt in den letzten 250 Hm markant zu. Kurz nach 10 Uhr erklimmen wir die Terrasse der Mountain Lodge am Segnespass, hängen unsere Rucksäcke an die originelle Rucksack-Garage und setzen uns für einen Kaffee hin. Der übersichtliche Alpenzeiger hilft, die Berge im Westen zu identifizieren.
 
Der Abstieg vom Segnespass erfolgt in den ersten Metern über eine Stahltreppe, nachher recht einfach den gerölligen Hang querend hinunter in die Ebene. Da liegen massenhaft schöne Steine in verschiedenen Farbtönen und Strukturierungen herum. Wenn wir nicht zwei lange Tage vor uns hätten, dann würden wir jetzt die Rucksäcke füllen! Immer wieder bleiben wir kurz stehen und bestaunen die weltberühmte Linie in der Glarner Hauptüberschiebung. In einfachen Worten: alter Stein liegt auf neuem. Wer mehr wissen will: UNESCO-Weltnaturerbe Tektonikarena Sardona ist das Stichwort. Und natürlich das Martinsloch. Imposantes Loch in den Tschingelhoren, faszinierend anzusehen und viele Fotos wert.
 
Unmerklich steigt der Weg in Richtung La Siala an und wir stehen vor dem nächsten grossen Talbecken. Unter uns die beiden bekannten und oft besuchten Schwemmebenen Plaun Segnas Sura und Plaun Segnas Sut. Und bald stehen wir weit hinten in Segnas Sura, wo vor längerer Zeit noch ein Gletscher lag: der Glatschiu dil Segnas. Meint man, jetzt die Fuorcla Raschaglius erreicht zu haben, erhebt sich bereits die nächste Erhebung, aber schliesslich stehen wir oben beim Übergang. Die Linie der Überschiebung ist auch hier am Atlas und Piz Segnas gut und eindrücklich zu sehen. Noch die Plaun dils Agls queren und wir biegen in die Val Sax ein. Von nun an geht es weglos hoch. Das nächste Ziel, die Trinser Furgga, liegt vor uns, der Weg dorthin ist über das geröllige Gelände eher mühsam. Eine letzte Steigung und wir stehen oben. Welch ein Anblick: es scheint senkrecht hinunter zu gehen! Gibt es da wirklich einen Abstieg? Trittsicherheit ist erforderlich. Die ersten Meter sind die heikelsten, nachher geht es fast problemlos. Eine Runse, teilweise bedeckt mit Altschnee, darunter ein Bach, stellt eine Herausforderung dar. Die nächste Herausforderung ist ein stark wasserführender Bach, den man gerne queren möchte, ohne die Schuhe zu füllen. Aber schliesslich erreichen wir unversehrt die Sardonahütte und freuen uns auf das wohlverdiente Bier. Nach einem feinen Nachtessen geht es bald ab in den Schlafsack.
 


Ein strahlender Morgen begrüsst uns und guter Laune setzen wir uns für das Frühstück hin. Wie schon am Abend geht alles reibungslos, die Hüttenmannschaft hat den Betrieb voll im Griff, nicht immer eine Selbstverständlichkeit bei Vollbelegung!
 
Um halb 8 Uhr ziehen wir los. Gestern haben wir uns im steinigen, gerölligen Gelände bewegt, heute führt uns der Weg durch grüne Hänge und Alpen. Blumen und Wollgras am Wegrand, Tümpel und Seelein prägen während den nächsten Stunden das Bild. Unter Älplichopf, Marchegghorn und Fahnenstock wandern wir dahin. Seit der Sardonahütte sind wir erst 250 Hm angestiegen, als wir unter dem Heubützlipass stehen. Leicht absteigend erreichen wir dann das Plattenseeli, wo wir eine Verpflegungspause einlegen.
 
Der Weg steigt leicht an, während wir um den südlichen Ausläufer des Plattenspitz wandern, das Chüetal queren und den letzten, und heute einzigen steilen, Anstieg zum Heidelpass bewältigen. Es ist Mittag geworden, Zeit für ein paar Häppchen und einen Schluck aus der Flasche.
 
"Von nun an gings bergab" könnte nun das Motto heissen. Fast 1400 Hm hinunter nach Weisstannen. Zum Glück nur bis Batöni, nachher flacht sich das Gelände ab. Der Bach in Heitel schenkt uns herrlich frisches, klares Wasser zum Trinken und Abkühlen. Über Säss geht es runter zum Muttenbach und nach vielen steilen Kehren erreichen wir Batöni, ein Ort, an dem man stundenlang verweilen könnte. Die vielen Wasserfälle faszinieren und die Steine beim Zusammenfluss von Lavtina-Bach und Piltschina-Bach laden ein zum Steinmannbauen. Die steilen Felswände und eine grosse Lärche, die oben im Stöss an der äussersten Kante steht, tun das ihrige, um den Eindruck zu verstärken.
 
Die letzten 4 Kilometer ziehen sich hin, es dauert eine Weile, bis wir Weisstannen erreichen und wir schliesslich in der Alten Post, heute ein Museum, uns mit Getränken und selbst gebackenem Kuchen für die eindrückliche Tour belohnen.
 
 

Tourengänger: CampoTencia, Krokus


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Kommentare (5)


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Primi59 hat gesagt:
Gesendet am 31. August 2016 um 21:16
Gratuliere euch zu dieser traumhaften Tour, tolle Bilder und super Bericht !

Lg Primi

CampoTencia Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 31. August 2016 um 21:34
Es war auch wirklich traumhaft schön, vorallem der erste Tag. Aber in solch einer Umgebung auch nicht verwunderlich

LG Herbert + Ella

Primi59 hat gesagt:
Gesendet am 1. September 2016 um 13:19
Ja, das ist eine traumhafte Gegend... ich konnte damals die "Treppe" nicht benutzen da keine war ;-) aber das ist schon sooo lange her....

Lg

Felix Pro hat gesagt:
Gesendet am 26. Oktober 2016 um 15:29
da wäre ich am liebsten dabei gewesen ;-)

eine herrliche Bergrunde!

lg Felix

CampoTencia Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 26. Oktober 2016 um 17:37
Es war wirklich herrlich, mehrtägige Touren mit Hüttenübernachtung sowieso

LG Herbert + Ella


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