4 Tagestour über und um den Pizzo Campo Tencia


Publiziert von Geissbock , 27. August 2016 um 22:19.

Region: Welt » Schweiz » Tessin » Bellinzonese
Tour Datum: 5 August 2016
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-TI   Gruppo Pizzo Campo Tencia   Gruppo Pizzo Campolungo   Gruppo Poncione di Vespero   Gruppo Pizzo Barone   prato sornico   cabanna soveltra 
Zeitbedarf: 4 Tage
Strecke:Lago Tremorgio-Capanna Campo Tencia-Pizzo Campo Tencia-Capanna Solvetra-Lago di Mognola-Fusio-Lago Tremorgio
Zufahrt zum Ausgangspunkt:PKW oder Bahn und Bus
Zufahrt zum Ankunftspunkt:PKW oder Bahn und Bus
Unterkunftmöglichkeiten:Capanna Camo Tencia, Capanna Solvetra, Osterien in Fusio mit Massenlager und Zimmern
Kartennummer:Quadra Concept alta Vallemaggia

Mit dem DAV Freiburg haben wir eine viertägige Tour gemacht, in der wir von der Leventina ins Val Lavizzara und wieder zurück gewandert sind. Als Krönung am zweiten Tag wartet die Überschreitung des Pizzo Campo Tencia. Die Wegfindung bei der Tour ist weitgehend unproblematisch und hier bei Hikr schon oft beschrieben. Ich beschränke daher meinen Bericht auf diejenigen Dinge, die mir aufgefallen sind. Allgemein waren wir eine Gruppe von 10 Leuten unterschiedlichen Alters und hatten ein gemütliches Tempo mit recht langen Pausen. Die sich aus den GPS Files ergebenen Zeiten sind also wirklich gut zu schaffen.  Die Tour ist insgesamt sehr schön und außerordentlich abwechselungsreich. Insbesondere der zweite Tag ist technisch und konditionell anspruchsvoll.

1 Tag: Anfahrt aus Freiburg nach Rodi. Dort mit der Seilbahn hoch zum Lago Tremorgio. Man sollte hier etwas Zeit einplanen, weil in die Bahn nur 6 Leute gehen und wir zum Beispiel 90 Minuten warten mussten, bis der Wind nachließ. Dann sind wir Richtung Capanna Leit gewandert und haben dort einen Kaffee getrunken. Sodann weiter auf schmalen aber gut markierten Wegen (T 3 -) zur Capanna Campo Tencia, welches meine absolute Lieblingshütte ist und die wir an diesem Freitag fast für uns hatten. Der Wirt ist ein echtes Original und das Essen ist wunderbar lecker.

2 Tag: Dies ist die Königsetappe und insbesondere der Abstieg zur Capanna Solvetra mit 1500 Höhenmetern zieht sich. Der Weg von der Capanna Campo Tencia zum Gipfel ist weiß blau weiß markiert. Die schwierigste Stelle kommt ziemlich zu Beginn, wo man einen längeren Schacht hochklettern muss. Bei uns waren die Bedingungen sehr gut, weil es trocken war. Der Fels war griffig und man konnte gut hochklettern. Auch danach gibt es immer wieder Kletterstellen, die zum Teil mit Seilen gesichert sind. Weiter oben war teilweise auch sehr loses Gestein und insbesondere in der Gruppe muss man wegen Steinschlag aufpassen. Hier war es manchmal nicht ganz so einfach, den optimalen Weg zu finden und ich war froh, dass ein paar erfahrene Leute dabei waren. Unsicher habe ich mich aber nirgendwo gefühlt, weil es auch nicht sehr exponiert ist.Man würde also nicht so tief fallen. Kurz vor dem Borchetta di Croslina muss man über ein Schneefeld, was aber völlig unproblematisch ist. Wir haben noch nicht mal Steigeisen oder Gamaschen beraucht, weil es flach ist. Ab dem Borchetta di Croslina werden dann die Markierungen sehr spärlich. Obwohl uns der Wirt extra gesagt hat, das wir möglichst auf dem Grat bleiben sollen, sind wir zu weit nach links abgefallen und dann war der Weg zurück zur richtigen Route sehr mühsam und wegen Steinschlags auch nicht ungefährlich. Also hier nochmal der Hinweis, sich ab dem Borchetta wirklich immer unmittelbar in der Nähe des Grates zu halten und sich bitte insoweit nicht an meinem GPS File orientieren!
Zusammengefasst hängt der Schwierigkeitsgrad wohl wesentlich von den jeweiligen Bedingungen ab. Bei Nässe, Eis oder Nebel ist der Gipfel sicher eher im Bereich T 5. Ich hatte ihn mir aber schwerer vorgestellt und finde er ist bei stabilen Wetterbedingungen für jeden machbar, der absolut schwindelfrei ist und über Erfahrung mit leichten Kletterstellen verfügt. Der Blick von oben ist wunderbar, auch wenn wir nur zur einer Seite freie Sicht hatten. Für mich als Tessinliebhaber ist dieser Berg etwas ganz besonderes. Der Weg hinunter zur Capanna Solvetra ist unproblematisch zu finden und sehr schön, auch wenn er ordentlich in die Knie geht. Die Capanna Solvetra ist sehr gemütlich und hat einen schönen Außenbereich. Das Massenlager fand ich nicht so toll, weil die Fenster sehr klein und die Luft vor allem für diejenigen die oben schlafen sehr schlecht ist. Das Essen war in Ordnung aber nicht so gut wie auf der Tencia Hütte.

3 Tag:
An diesem Tag ging es erst mal durch eine sehr schöne Landschaft zum Passo Fornale, der sehr beeindruckend ist. Die Wegfindung ist problemlos, allerdings ist der Abstieg vom Pass sehr steil. Das heißt bei schlechtem Wetter nicht zu empfehlen. Anschließend geht der Weg dann zum wunderschönen Lago di Mognola, der für mich immer noch der schönste Bergsee von allen ist. Nach dem obligatorischen Bad haben wir eine lange Pause in der Sonne gemacht. Sodann vorbei an den alten Wasserkanälen, die auf Schildern sehr interessant erläutert werden und früher der Bewässerung jener Alpen dienten, in deren Tälern nicht genug Wasser war. Bei der Alpe di Fuori habe ich dann sehr leckeren Käse gekauft, bevor wir beim Abstieg von einem jungen gottseidank noch hornlosen Bullen attackiert wurden. Wir haben dann noch eine längere Pause bei einem Bekannten unserer Führerin gemacht und sind dann anschließend nach Fusio. Die sich aus dem Gps ergebenden Zeiten muss man also nicht ernst nehmen, der Weg stimmt aber. Die Osteria in Fusio ist schön rennoviert und auf dem Dachboden gibt es ein Massenlager mit Matzrazen auf dem Boden. Das Restaurant ist sehr schön, allerdings selbst für schweizer Verhältnisse zu teuer. Ich habe für einen Boccalino Merlot 10 Franken bezahlt. Es gibt in Fusio aber noch andere Unterkünfte.

4: Tag: Der Weg von Fusio zum Passo Campolungo ist zunächst gut ausgeschildert. Irgendwann läuft man dann eine Fahrstraße immer weiter hoch, die wohl zu einer Alm führt. Gut sichtbar kommt dann eine Abzweigung, wo es auf dem Weg zum Passo Campolungo weiter geht. Der Weg war insgesamt der am wenigsten spannende in den 4 Tagen. Der Passo Campolungo ist aber wieder sehr schön und der Rückweg zum Lago Tremorgio führt durch ganz eigenartige Felsformationen. Man hat auch einen schönen Blick auf den Pizzo Prevat, der als Matterhorn des Tessin bezeichnet wird. Zum Abschluss der Tour bietet sich eine Einkehr in der Capanna Tremorgio an, bevor es mit der Bahn wieder hinunter geht.





Tourengänger: Geissbock


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Kommentare (2)


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1Gehirner hat gesagt: Schöne Tour!
Gesendet am 29. August 2016 um 19:38
Hoi Geissbock, danke für den Tourenbeschrieb. In der Gegend will ich auch schon länger mal was unternehmen, gute Infos! Machst du noch Unterschriften zu den Bildern?

Geissbock hat gesagt: RE:Schöne Tour!
Gesendet am 29. August 2016 um 20:05
Hi, bin gerade sehr im Stress. Werde das im Winter nachholen. Wenn du was zu einem konkreten Bild wissen möchtest bitte PM.


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