Dawinkopf (2968m) - Abbruch Gipfelgrat


Publiziert von Schneemann , 26. August 2016 um 23:18.

Region: Welt » Österreich » Nördliche Ostalpen » Lechtaler Alpen
Tour Datum:26 August 2016
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: A 
Zeitbedarf: 6:30
Aufstieg: 1800 m
Abstieg: 1800 m
Strecke:ca. 19km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Auto nach Strengen - geparkt am Ortsausgang. Dann muss man allerdings ziemlich weit über asphaltierte Strassen hochlaufen...

Die traumhafte Wetterprognose wollte ich nutzen für einen Ausflug nach Tirol. Der Dawinkopf stand auf dem Programm - obwohl Darwin es verdient hätte, das man Gipfel nach ihm benennt, scheint das fehlende "r" kein Schreibfehler zu sein ;) Die Tour hatte ich allerdings als deutlich einfacher einstuft, als sie sich dann tatsächlich herausstellte. Eine strenge Tour - wie der Name des Ausgangspunkts "Strengen am Arlberg" auch versprach. Bis zum Gipfelgrat schön und anspruchsvoll - danach kam ich mit dem rutschigen Gelände  nicht mehr so ganz klar und entschied mich abzubrechen. Dennoch ein sehr eindrucksvolle Tour in grandioser Landschaft.

Tour:
Gestartet bin ich am Ortsausgang von Strengen, direkt bei der Hauptstrasse. Das ist sicher ungewöhnlich, und war womöglich nicht die beste Idee, da man doch noch ein paar hunder Meter weiter auf asphaltierten Strassen fahren kann. Es könnte sich auch lohnen das Mountainbike mitzunehmen, denn auf guten Forstwegen kommt man bis zur Dawinalpe.

Der Aufstieg zur Dawinalpe führt durch den Dawinwald und äusserst unübersichtliches Gelände. Die Wegweiser sind leider auch etwas zu spärlich verteilt. Weder beim Aufstieg noch beim Abstieg hab ich eine klare Linie gefunden, sondern bin irgendwie kreuz und quer gewandert. So kam ich ständig auf Abzweigungen meiner Aufstiegswege, die leider fast nie Wegweiser hatten. Da kann man dann eigentlich nur würfeln. Wirklich Ahnung wo man ist hat man nicht - aber anscheinend führen die meisten Wege zur Dawinalpe (1820m)...

Auch bei der Dawinalpe findet sich kein Wegweiser auf den Dawinkopf - das liegt wohl daran, dass dies kein offizieller Weg ist. Man folgt der Forst/Alpstrasse noch ein wenig bis man unter dem breiten Couloir steht. Hier sieht man dann auch recht gut die roten Markierungen, welche einen bis zum Dawinkopf hinaufführen. Es hat viele Markierungen, die brauchts im oberen Bereich aber auch. Man wandert das sich aufsteilende Couloir nach oben, zumeist in mühsamen ZickZack-Wegen auf grasigem Gelände...

Etwas plötzlich quert der Pfad dann nach rechts über Blockgelände und ein paar Runsen. Er steuert direkt auf das steile Schrofengelände zu, über welches man schliesslich bis zum Grat hinaufkommt. Die Schrofenkletterei macht viel Spass, ist aber durchaus anspruchsvoll stellenweise (steil, ausgesetzt). Mein persönliches Highlight der Tour, da man hier auch schon ein fantastisches Panorama hat!

Auf dem Grat verging mir leider der Spass ziemlich schnell. Der Pfad folgt nicht dem Grat (weil der wohl zu happig wird), sondern quert recht ausgesetzt mit einigen Sicherungen in die Steilflanken des Dawinkopfs. Das dortige Gelände ist aber sehr unangenehm für mein Empfinden - viel loser Schutt auf plattigem Fels. Da hält nicht viel und man kann fast nur hoffen, dass man nicht ins Rutschen kommt - was unangenehme Konsequenzen haben könnte. Auch die Wegfindung ist hier sehr anspruchsvoll. Es hat zwar einige Markierungen, aber man muss immer wieder das ganze Gelände absuchen, um fündig zu werden.

Nach ca. einer halben Stunde gelangte ich wieder auf den Grat. Der Weg folgte diesem nun wohl, wobei die Passagen recht ausgesetzt und weiterhin rutschig/instabil waren. Hier entschied ich mich nach einigem Überlegen kein Risiko einzugehen und umzukehren - denn so richtig klar kam ich mit dem Untergrund nicht; irgendwie ist es nicht meins wenn man sich einfach nirgends festhalten kann. Ausserdem gingen die Trinkvorräte an diesem heissen Tag zur Neige...

Abstieg auf derselben Route. Die Rutschpassagen sind dabei nicht gerade angenehmer ;)

Fazit:
Leider mal wieder eine Tour der Kategorie "ohne Gipfelerfolg". Die Tour ist insgesamt einiges schwerer als ich erwartet hatte. Immerhin ist sie als gestrichelte Variante in einem "Wanderführer" enthalten. Für mich eher grenzwertig und heute sollte es nicht sein. Dennoch sehr eindrücklich mit fantastischem Panorama. Vermutlich tue ich ich mir den Dawinkopf kein zweites mal an - aber dafür steht nun der Hohe Riffler auf meiner Liste ;)

Tourengänger: Schneemann


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