Sonnenaufgang auf dem Flüela Schwarzhorn


Publiziert von nwm , 20. August 2016 um 10:36.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Davos
Tour Datum:13 August 2016
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR 
Zeitbedarf: 3:00
Aufstieg: 800 m
Abstieg: 800 m
Strecke:Pt. 2332 - Pt. 2460 - Pt. 2679 - Schwarzhornfurgga - Flüela Schwarzhorn - Schwarzhornfurgga - Pt. 2679 - Pt. 2460 - Pt. 2332

Da das Flüela Schwarzhorn trotz seiner 3146 m vom Flüelapass relativ einfach zu erreichen ist, planten wir den Aufstieg in der Nacht bzw. im Morgengrauen mit Stirnlampe, um den Sonnenaufgang auf dem Gipfel zu verfolgen. Der Sonnenaufgang war auf ca. 06:10 berechnet und der Aufstieg sollte knapp 2 Stunden dauern. «Genachtet» haben wir in einer Hütte nahe der Passstrasse - man kann aber auch Zelten oder mit dem PKW aus Davos oder Susch anreisen. Ein Parkplatz findet sich direkt bei der Abzweigung Schwarzhorn (Pt. 2332) 1.5 km östlich des Flüelapass Ospiz, dieser soll aber bei gutem Wetter auch gerne mal voll belegt sein.

Während am Vortag noch dicke Wolkenfelder und feuchtes Klima dominierte, sollte es in der Nacht aufklären und ein stabiles Hoch folgen. Wir hatten Glück, denn so war es dann auch und entsprechend waren wir auch nicht alleine auf der Wanderungen vor und hinter uns konnten wir die Lichtergruppen anderer Stirnlampe erkennen. Die Nacht war ausserordentlich klar und erlaubte den Genuss von  Sternschnuppen des Perseiden Meteorstrom, der just an dem Tag sein Aktivitätsmaximum aufwies. Die Wegqualität war sehr gut und erlaubte schnelles vorankommen bis etwa 300 m vor Pt. 2460, dann ging es etwas mühsamer durch Geröll. Im Morgengrauen ging es dann weiter zur Schwarzhornfurgga. Auf diesem Stück schalteten wir die Stirnlampen aus und nach einigen Minuten Dunkeladaptation ging es weiter. Im Morgengrauen lassen sich der farbliche Charakter und die dreidimensionale Züge der Landschaft kaum erahnen - man erkennt lediglich Silhouetten, wie die des Piz Linard's im Nordosten. Bei der Schwarzhornfurgga geht es dann steil, aber auf gutem Wege durch Fels und Geröll noch 260 Höhenmeter bis zum Gipfel. Alpenschneehühner meldeten sich mit knarrenden Rufen, gesehen haben wir sie aber nicht. Es war noch zu dunkel, um die Meister der Tarnung ausfindig zu machen, aber in den Schneefeldern hinterliessen sie Spuren. Ja, es hatte noch einige grössere Schneefelder neben dem Weg und es war diese Nacht und die Tage davor relativ kalt. So waren ab der Schwarzhornfurgga viele Steine mit einer glatten, feinen Eisschicht bedeckt. Es empfiehlt sich grosse Gesteinsflächen zu meiden und gutes Schuhwerk zu tragen.

Auf dem Gipfel waren wir «on time» und schlossen zu einer grösseren Gruppe à ca. 20 Leuten auf, die ebenso den Sonnenaufgang bestaunen wollte. Das nächste mal nehme ich eine Thermoskanne mit Tee mit, denn bis sich die Sonne zeigte, wares ohne grosse Bewegung wirklich kühl. Wir wurden gut belohnt mit einem Bilderbuch-Sonnenaufgang und traumhafter Rundumsicht mit Morgenrot. Die Weitsicht war an diesem Tag sehr gut bis zum Finsteraarhorn, zwischen Surettahorn und Pizzo Tambo lag das Monte Rosa Gebiet und die Eisgrate der Berninagruppe leuchteten orange-rot. Wir genossen eine Weile diese Eindrücke und stiegen auf gleichem Weg dann wieder ab, wobei wir einige Schneefelder als Abkürzung wählten, statt den ganzen Weg durch Geröll zu gehen. Jetzt erst zeigte sich die schöne Landschaft zur Gänze. Nach dem Abstieg belohnten wir uns noch weiter mit einem ausgeprägten Frühstück.

Die Tour kann durchgehend als T2 eingestuft werden, auch in der Nacht - Stirnlampe vorausgesetzt. Ich empfehle eine frühe Anreise zur Sicherung eines Parkplatzes, gute Wetterbedingungen und genügend Zeit, da besonders im Schlussanstieg zum Gipfel der Boden noch vereist sein mag. Auch sollte man bei gutem Wetter erwarten, dass der Gipfel gut besucht sein wird.

Tourengänger: nwm


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