Altmann 2436m (via Südkamin)


Publiziert von Bombo , 22. August 2016 um 22:18.

Region: Welt » Schweiz » Appenzell
Tour Datum:13 August 2016
Wandern Schwierigkeit: T5+ - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: Alpstein   CH-AI   CH-SG 
Aufstieg: 1450 m
Abstieg: 1450 m
Strecke:Wildhaus - Flürentobel - Alp Tesel - Zwinglipasshütte - Südkamin - Altmann - Altmannsattel - Nädliger - Jöchlisattel - Wildhauser Schafboden - Flürentobel - Wildhaus
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Mit dem PW oder ÖV bis Wildhaus, Parkplatz Chuchitobel (kostenlos)
Kartennummer:LK 1:25'000, Bl 1115 "Säntis"

Altmann via Südkamin


Schon lange wollten wir wieder einmal den Alpstein besuchen - doch wer hätte gedacht, dass wir heute auch gleich noch den realen alpstein treffen? Dieser erkannte uns nämlich bei der Zwinglipasshütte - das war wirklich eine sehr sympathische Begegnung. Liebe Grüsse an dieser Stelle und wir freuen uns auf ein ander Mal - die Welt ist bekanntlich klein. 

Gestartet sind wir in Wildhaus beim grossen kostenlosen Parkplatz "Chuchitobel", stiegen dann via Flürentobel und Alp Tesel hoch zur Zwinglipasshütte 1999m und wollten dort erstmals einen feinen Znüni geniessen. Die Hüttenwartin schien jedoch keinen guten Tag erwischt zu haben - zuerst schaute sie mich mit grossen Augen an und gab mir zu verstehen, dass ich in ihrem Reich, also genauer gesagt im Eingangsbereich der Hütte, wohl nichts verloren hätte und auf meine Frage hin, ob sie ein Stück Kuchen oder sonst etwas hätte, giftelte sie zurück, dass sie nur Suppe hätte. Jä so, klar, es ist ja auch erst 10.00 Uhr und da isst man natürlich Suppe und sicher nicht Kuchen oder Nussgipfel. Etwas anderes wollte die äusserst unfreundliche Dame uns nicht auftischen, also zogen wir zwar hungrig, dafür aber immer noch reich und vermögend weiter zum Einstieg des Altmann Südkamins

Dieser ist linkerhand gut erkennbar, aus näherer Distanz sieht man dann auch das dortige Fixseil. Vorsicht, bei diesem Seil ist im oberen Teil der gesamte Mantel massiv aufgerissen, das Seil hält nur noch am Mantelkern und sollte dringend ersetzt werden (auf dem Gipfel trafen wir jemanden der heimischen Sektion, welcher sich diesem Umstand wohl annehmen wird). 

Nach dem Einstieg folgt dann auch gleich die Schlüsselstelle der Tour, der sogenannte Kriechgang. Gar nicht so einfach, wenn man gross ist und noch einen Rucksack dabei hat - ich musste diesen abziehen und nach Absolvieren dieser Stelle anschliessend mit einer Bandschlinge hochziehen. Kleinere Personen dürften hier wohl eher die Vorteile auf ihrer Seite haben. 

Kurz vor dem Fixseilende steigt man dann nach rechts aus, der nun folgende Kamin ist gut sichtbar. Nun steigt man in diesem Kamin meist stets auf der linken Seite alles hoch - doch eben, wie hoch denn eigentlich, schliesslich muss doch noch eine Querung nach links erfolgen? Diese Frage beschäftigte uns dann doch mehr als ursprünglich geplant - so richtig sicher waren wir erst, als wir die Stelle endlich gefunden und schlussendlich mit Erfolg hinter uns gebracht haben. Ich versuche es wie folgt zu erklären: 

Die Stelle liegt tatsächlich rund 20m unter dem tatsächlichen Ende des Kamins, mindestens dieses kann man nämlich nicht verfehlen, falls man denn ganz hoch bis zum Schluss hochsteigt (wie wir es gemacht haben). Man darf sogar sagen, dass sich dieser kleine Ausflug bis zum Ende lohnt, denn der dortige Tiefblick sowie Einblick in den Schaffhauser Kamin ist tatsächlich ein Erlebnis für sich. Also eben, rund 20m unter diesem Kaminende geht eine steile und luftige Traverse nach links weg und hinüber zu einer Felswand. Dort befindet sich an einem Stein auch eine gute Sicherungsmöglichkeit, so dass man gegebenenfalls einen Nachsteiger sichern könnte (der Pendler kann mit Zackenschlingen in der Traverse verhindert werden). 

Hat man diese Stelle erreicht, geht es gleich links ums Eck, man befindet sich nun erneut in einem neuen, steilen aber gut gestuften Kamin. Dieser ist verglichen mit dem vorherigen Südkamin sehr kurzer Natur und nur wenige Aufstiegsmeter lang. Der Ausstieg erkennt man dadurch, dass man sich plötzlich auf einem flachen Zwischenboden befindet, wo man nun rechter Hand den Schlusskamin sieht. Ebenfalls sieht man bei dieser Stelle einen roten Markierungspfeil, zudem liegt ein alter Draht (evtl. der frühere Blitzableiter des Gipfelkreuzes) in diesem Kamin. Durch dieses steigt man nun einfach und gut gestuft hoch, bis man zum Zusammenschluss mit der Schaffhauser Kaminroute gelangt. Wenige Meter nach links erreicht man nun den Gipfel des Altmann 2436m

Wir geniessen hier das absolut traumhafte und fantastische Wetter - der Ausblick in die vier Himmelsrichtungen lässt keine Wünsche offen. 

Als Abstieg entscheiden wir uns für die Normalroute, welche hinunter zum Altmannsattel führt. Von diesem folgen wir den blau-weissen Markierungen via Nädliger 2321m und Jöchlisattel 2294m und steigen dann über viel Geröll nicht wirklich gelenkschonend via P. 2069 und Wildhuser Schafboden 1678m hinunter richtung Flürentobel. Durch dieses zurück zum Parkplatz, wo wir ursprünglich gestartet sind.


Fazit: 

Das Südkamin wird weitaus seltener begangen als das bekannte Schaffhauser Kamin. Die einen empfinden ersteres interessanter, andere haben für das zweite mehr Sympathie. Bis auf die Wegfindung der genannten Traverse fanden wir den Südkamin wirklich cool und würden diesen auch wieder machen. Vorsicht beim Fixseil am Einstieg - auf dieses ist aktuell kein Verlass. 

Tourengänger: Bombo, Schusli

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Geodaten
 31321.gpx Altmann Südkamin

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