Tödi/Piz Russein (3614m) Überschreitung von GR nach GL


Publiziert von RainiJacky , 1. August 2016 um 10:17.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Surselva
Tour Datum:30 Juli 2016
Wandern Schwierigkeit: T4+ - Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: WS+
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GL   Tödigruppe   CH-GR   Bifertengruppe 
Zeitbedarf: 2 Tage
Aufstieg: 2900 m
Abstieg: 2500 m
Strecke:Trun - Cna da Punteglias, CAS - Fuorcla da Punteglias - Porta da Gliems - Bifertenfirn - Piz Russein - Gelbwand - Grünhornhütte - Fridolinshütte SAC - Hinter Sand
Zufahrt zum Ausgangspunkt:mit ÖV bis Trun Bahnhof
Zufahrt zum Ankunftspunkt:mit Alpentaxi bis Linthal Bahnhof
Unterkunftmöglichkeiten:Cna da Punteglias, CAS / Fridolinshütte SAC
Kartennummer:Blatt 1193; Tödi 1:25'000

Tödi Überschreitung vom Bündnerländle in den Kanton Glarus

Endlich ist es soweit, alle Randbedingungen stimmen, wir sind gesund & fit, die Wettervorhersage für die nächsten 2 Tage sind fantastisch - der Gigant Tödi, welcher bei uns seit langem auf der "to do" Liste steht, können wir nun in Angriff nehmen. Zusammen mit Beat - unserem Bergführerkollege - werden wir die Tour geniessen und haben uns die Zeit genommen, 2mal in den Hütten zu übernachten.

Tag 1: Anreiseroute mit ÖV bis Trun Bhf, anschliessend Hochwandern bis Cna da Punteglias; Aufstieg: 1500m  //  Zeitbedarf: 4h
Der Aufstieg direkt ab Bahnhof Trun führt über 2 steile Geländeabschnitte - mit einem kurzen Verschnaufsunterbruch über die Alp da Punteglias - hoch zur kleinen und heimeligen Camona da Punteglias. Wir sind heute nur gerade 14 Personen, welche morgen den Tödi besteigen werden. Wir drei - Jacky, Beat und ich - werden nach dem Tödi direkt weiter in die Fridolinshütte absteigen, die anderen Bergkollegen haben sich entschieden, wieder hierher zurück zu kommen. Nach einem sehr feinen Nachtessen aus der Küche von Angelika und Reto (Hüttenchefs) gehts in die Kojen, um ein paar Stunden Schlaf abzuholen. Morgens um 03:00 Uhr ist Tagwache und Frühstück und bereits ab 03:30 ist Start zur grossen Tour. 

Tag 2: Besteigung Tödi/Piz Russein via Fuorcla da Punteglias - Porta da Glims - Tödi - Gelbe Wand - Fridolinshütte; Aufstieg: 1400m  //  Zeitbedarf: 6h;  Abstieg: 1500m //  Zeitbedarf: 4h
Im Dunkeln steigen wir hoch - wir haben ca. 8Grad C - auf die Fuorcla da Punteglias. Wir benötigen keine Steigeisen, der Schnee ist trittsicher. Nach der Fuorcla folgen ca. 100 Höhenmeter Abstieg, halten die Höhe bis zum Gletscher da Gliems, wo wir uns mit Seil und Steigeisen ausrüsten. Über den Gletscher geht's dann weiter hoch bis zum Einstieg zur Porta da Gliems. Der steile Aufstieg im Fels ist gut mit einer starken Fixkette verstärkt, so dass wir einem Klettersteig ähnlich über loses Geröll hoch auf die Porta hochklettern können. Oben angekommen, begrüsst und die Sonne und eine erste fantastische Sicht auf den Bifertengletscher.
Nach einem kurzen Hangabstieg nach der Porta da Gliems stehen wir auf dem Bifertengletscher. Nun steigen wir auf - zwischen Gletschererscheinungen und über Gletscherspalten - hoch auf den mächtigen Tödi. Die Weite des Gletschers ist dank weiteren Tourengängern sichtbar, da diese sich als kleine Strichmännchen vor oder unter uns, zeigen. Alle Bedingungen sind optimal - wir stehen nach ca. 6h auf dem TÖDI!!
Nach einer genussvollen Rundum- und Weitsicht auf die Bergwelt welche uns zu Füssen liegt, sich auf die Schultern zu klopfen und für den hammermässigen Erfolg den Tödi bezwungen zu haben, machen wir uns auf den Abstieg fit, um im Windschatten einen wohlverdienten Lunch zu geniessen. 
Wir folgen nun der Aufstiegsspur von den Seilschaften, welche von der Fridolinshütte hochgekommen sind. Diese führt zwischen Sacrès und Gletscherspalten durch, welche unsere Konzentration fordern. Von weitem sichtbar ist ein grosses rot/weisses Kennzeichen auf der Gelben Wand, welches uns den Einstieg in eben diese Wand anzeigt. Wir entledigen uns den Steigeisen und Klettern an der fix eingerichteten Kette hoch, um auf der anderen Seite der Gelben Wand - ebenfalls an fix eingerichteten Ketten im Bereich "Schneerus", wieder auf den Gletscher abzusteigen. Beide Kletterpartien in der Gelben Wand sind mit losem Geröll gespickt, Vorsicht und konzentriertes Gehen ist Pflicht.
Der letzte Gletscherabschnitt steht an, wir steigen ab bis zum Einstieg, welcher uns zur Grünhornhütte hoch bringt. Wiederum klettern wir Klettersteig ähnlich hoch und stehen vor dem Relikt der ersten SAC-Hütte, welche als kleines Museum und als Erinnerung für vergangene Zeiten mit einer Tafel geehrt wird.
Die Fridolinshütte mit seinem kleinen Bergsee ist bald erreicht, wir steigen müde und überglücklich zur Hütte ab und kühlen und erfrischen uns im Bergsee - was für ein tolles Gefühl.

Tag 3: Abstieg ab Fridolinshütte bis Hinter Sand - mit Alpentaxi direkt nach Linthal, Bhf;  Abstieg: 800m // Zeitbedarf bis Hinter Sand: 1.5h 
Nach einem "tüfe und gsunde Schlaf" auch ohne Bico-Matratzen steigen wir nach Hinter Sand ab. 

Tourengänger: RainiJacky


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Kommentare (3)


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Primi59 hat gesagt:
Gesendet am 1. August 2016 um 15:13
Hey, wunderschöne Fotos auf dieser erlebnisreichen Hochtour, gratuliere euch!!
das Alpentaxi ist fast wie ein 6er im Lotto nach dieser Tour, gell.....

Lg Primi

RainiJacky hat gesagt: RE:
Gesendet am 16. August 2016 um 20:01
Hallo Primi, danke für die Gratulaton; claro - der Alpentaxi birngt's nach solch einer tollen Tour...; @ wo sind deine Touren eingetragen? Gruss und viel Spass; Rainer

Primi59 hat gesagt: RE:
Gesendet am 19. August 2016 um 21:22
ja, bin nicht so gut beim Compüäterlä, aber was nicht ist kann ja noch werden, soviel wie ihr unterwegs sind bin ich nicht und wenn, dann in der Heimatregion... euch auch viel Spass in den Bergen
Gruss
Primi


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