Grosse Runde um den Gross Litzner


Publiziert von poudrieres , 1. August 2016 um 09:22.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Prättigau
Tour Datum:28 Juli 2016
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR   A 
Zeitbedarf: 4 Tage
Aufstieg: 1900 m
Abstieg: 1900 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Mit SBB oder PW:
Kartennummer:map.geo.admin.ch

Tällispitz (2843m) - Westliche Plattenspitze (2883m).

Der Gross Litzner - der vermeintlich lohnendste Kletterberg der Silvretta - wurde vor fast 150 Jahren erstbestiegen und bildet mit dem Gross Seehorn das "schönste Gipfelpaar" der Silvretta. Durch den Rückzug der Gletscher sind einige Übergänge inzwischen ohne Hochtourenausrüstung passierbar und erlauben eine mehrtägige Umrundung des "Gipfelpaars" durch eine ursprüngliche alpine Landschaft.
Gletscherrückzugsgebiet Silvretta.
Wir treffen uns morgends in Klosters und fahren komfortabel mit dem Gotschnataxi zur Sardasca. Nach dem Aufstieg über den Saumweg haben wir an der Silvrettahütte noch genug Nachmittag übrig, um entweder den den Gletscherrundweg (2h / 300Hm) oder die Runde über Tällispitz und Rote Furka (3h) zu machen. Dort kann man sich mit leichtem Gepäck schon einmal an leichtes Blockgelände gewöhnen (blau-weisse Markierungen) und eine grossartige Rundumsicht geniessen.

Gut gestärkt in der gastfreundlichen Silvrettahütte brechen wir am folgeden Morgen ins Klostertal auf. Nach der Roten Furka führt der Weg über einen felsigen Rücken rechts der Rinne hinab. Wir queren vor P.2405 auf die linke Seite des Klostertaler Bachs und folgen dem recht flüchtigen Pfad, der von der Klostertaler Umwelthütte zum Klosterpass führt. Wem das Furten nicht geheuer ist, kann auch mit einem kleinen Umweg den Steg unterhalb der Hütte benutzen.

Nach einem kurzen recht steilen Aufstieg (eine ausgesetzte Passage mit Seiten und Trittbügeln) fällt das Gelände zurück und lädt bei P.2518 erst einmal zu einer ausgiebigen Pause ein. Durch das geröllige Verhupftäli geht es danach hinauf zum Litznersattel - ein kurzer Abstecher zum Sattelkopf vor dem Abstieg zur Hütte bietet sich an. Der Abstieg mit seiner NW-Ausrichtung quert ausgedehnte Firnfelder bevor wir nach einem kurzen Schlussanstieg hinauf zur Saarbrücker Hütte erreichen.

Am nächsten Tag steigen wir zur Seelücke auf. Es empfiehlt sich die "hohen" blau-weissen Markierungen zu ignorieren und nicht über die steilen und krümeligen Flanken das kleine Plateau zu besteigen. Wer einfach weiter den Rinne folgt, quert schliesslich bequem in einen Sattel hinter dem Plateau. Ein deutlicher Bergweg führt von dort in Kehren weiter hinaus zum Zollhaus an der Seelücke, ein schöner Pausenplatz vor dem noch schattigen Abstieg ins Seetal.

Der Abstieg quert durch den steilen und krümeligen Hang unter dem Östlichen Kromerspitz und umrundet den Fuss des Westlichen Kromerspitz zum Abzweig zum Plattenjoch bei P.2550. Im Aufstieg zum Plattenjoch ist eine steile Passage mit einer dünnen "Drahtschnur" gesichert. Vom Plattenjoch gewinnen wir über einen deutlichen schuttigen Pfad (zahlreiche rote Markierungen) die Westliche Plattenspitze, die uns noch einmal mit grossartiger Rundumsicht belohnt.

Unterhalb von P.2515 am Schottensee machen wir noch einmal ausgiebig Pause, bevor wir zur Seetalhütte absteigen (eine felsige Rinne mit Seilen und Trittstiften versichert). An der Seetalhütte (Selbstversorgerhütte / 12 Schlafplätze) werden wir vom Hüttenwart freundlich empfangen. Ein gut bestückter Hüttenkiosk, ein Badesee mit Ruderboot - was kann man sich schon mehr wünschen für einen sonnigen Hüttennachmittag wünschen. Wir geniessen unser auf dem Holzherd selbstgekochtes Abendessen, während draussen ein abendlches Gewitter niedergeht. Tipp: Das Basilikum übersteht als Pesto gut den mehrtägigen Transport.

Das Programm für den vierten Tag entscheidet schliesslich das Wetter: Morgendlicher Regen lässt uns spät aufbrechen und zur Alpe Sardasca absteigen. Wir haben Glück und können gleich mit dem Gotschnataxi nach Klosters zurückfahren und lassen die Tour im Hotel Alpina gegenüber des Bahnhofs ausklingen.

Route:
  1. Tag : Alp Sardasca - Sivrettahütte - Tällispitz - Rote Furka - Silvrettahütte - 2h30 / ⬆700m / ⬇25m (+3h / ⬆650m / ⬇650m).
  2. Tag: Sivrettahütte - Rote Furka - P.2378 - Litznersattel - Saarbrücker Hütte - 6h30 / ⬆875m / ⬇675m.
  3. Tag: Saarbrücker Hütte - Seelücke - Plattenjoch - Westl. Plattenspitze - Plattenjock - Seetalhütte - 3h15 / ⬆275m / ⬇750m (+3h / ⬆300 / ⬇300m).
  4. Tag: Seetalhütte - Alp Sardasca - 0h45 / ⬆0m / ⬇400m.

Varianten:
  • Am zweiten Tag Abstecher vom Litznersattel zum Sattelkopf
  • Am dritten Tag über Kromerlücke und Schweizerlücke zum Plattenjoch.
  • Am vierten Tag über Schijenfurgga und Fergenfurgga nach Montbiel.

Orientierung: Gut markierte Bergwege.

Karte: SwissTopo-Karte mit importiertem KML-Track.

Schwierigkeit: T3. Abstecher zur Westlichen Plattenspitze ab Plattenjoch T4.

Bedingungen: Weitgehend trocken, ausgedehnte Schneefelder oberhalb 2500m.

Ausrüstung: Bergwanderausrüstung. Bei ungünstigen Bedingungen auch Steigeisen und Pickel.

Parkmöglichkeit: Montbiel (gebührenpflichtig).

Literatur: Hüttentrekking Schweiz; Gantzhorn / Hagenbusch; Rother Bergverlag.

Tour organisiert für NABU

Tourengänger: poudrieres


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 31162.gpx Westliche Plattenspitze
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