Jakobiger 2505m - Ruchen 2628m


Publiziert von Bergamotte Pro , 21. Juli 2016 um 17:42.

Region: Welt » Schweiz » Uri
Tour Datum:18 Juli 2016
Wandern Schwierigkeit: T6- - schwieriges Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-UR 
Zeitbedarf: 5:45
Aufstieg: 1460 m
Abstieg: 1460 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:LSB Intschi-Arnisee
Kartennummer:1191, 1192, 1212

Die Überschreitung vom Sunnig Grat zum Jakobiger bedarf auf Hikr keiner Werbung mehr. Ich erachte sie als ideale Einstiegsdroge ins Alpinwandern: kraxlig, luftig, gutgriffig und an den wenigen heiklen Stellen mit Drahtseilen versichert. Leider findet der Spass auf dem Jakobiger allzu schnell ein Ende. Drum ziehe ich weiter zum Ruchen, dem nächsten Gipfel in der Kette. Wer immer noch nicht genug hat, könnte anschliessend zum Mäntliser aufsteigen.

Bei der Affenhitze bereits am Morgen bin ich froh, nach dem Arnisee (1370m) den Anstieg zunächst im Wald absolvieren zu können. Aber lange dauert die Gnadenfrist nicht, denn aufgrund des steilen Weges stehe ich schon bald auf dem kleinen Plateau bei der Sunniggrathütte. Den gleichnamigen Sunnig Grat (2034m) erreicht man durch einen kleinen Abstecher nach Osten. Übrigens, das Kreuz steht nicht auf der Kote, diese befindet sich auf der Kuppe gleich daneben. Dank der vorgeschobenen Lage geniesst man von hier eine schönen Tiefblick. Wem's nur ums Panorama geht, darf nun also getrost den Rest des Tages in der Hütte bei Kaffee und Kuchen verhocken...

Ich ziehe weiter. Aufpassen, dass Ihr den Abzweiger nach Westen nicht verpasst, er ist nicht signalisiert. Anschliessend findet man aber sporadisch wbw-Markierungen. Der Grossgander Stock (2311m), wenige Meter neben dem Weg gelegen, ist kaum mehr als ein Felsklotz, bietet aber die gleich schöne Aussicht wie schon zuvor. Nun beginnt der Kraxelspass, welcher durch die Südflanke Richtung Ruchälplistock (2476m) hochführt. Alle steilen, ausgesetzten Stellen sind vorbildlich mit Drahtseil ausgerüstet, wobei es meist auch ohne ginge. Unmittelbar vor dem Gipfel wechselt der Weg in die Nordflanke, wo er bis vor den Jakobiger auch verbleibt. Wie schon vorhin befindet sich das Kreuz nicht auf dem höchsten Punkt; letzterer lässt sich einfach in einer halben Minute

A propos Nordflanke: Natürlich hält sich der Schnee hier relativ lange, weshalb ich diese Wanderung nicht allzu früh im Jahr unternehmen würde. Den Jakobiger (2505m) erreicht man anschliessend über die breite SSE-Flanke. Bei angenehm frischen Temperaturen ist es Zeit für eine frühe Mittagsrast. Im Norden thronen die Sunnigstöck, von denen ich bisher erst den einfachsten - den Geissberg - begangen habe. Das bleibt noch einiges zu tun...Blickfang im Westen ist der Mäntliser, ohnehin die dominante Figur während des ganzen Tages.

Wie gesagt wäre es für eine Heimkehr noch etwas früh, also auf zum Ruchen. Der Tourenbericht von Delta leistet mir dabei wertvolle Hilfe. Vom Leidseepass (2328m) aus scheint es, als könnte man den Chapferplanggenstock überschreiten. Das wäre der direkteste Weg Richtung Ruchen. Ich probiere es nicht aus - zum Glück, wie ich im nachhinein feststellen kann. Denn der Grat wird oben äusserst scharf. Also folge ich weiter dem Wanderweg, welcher wieder auf die Südseite wechselt. Dort, wo er plötzlich stark absteigt, steige ich ins Schrofengelände ein (unauffälliger Sporn). Man befindet sich nun genau südlich der Chapferplanggenstock-Kote. Nun in direkter Linie Richtung Grat hoch (durchgehend T5+ bis T6-). Nach etwa zwei Dritteln steilt der Sporn auf und wird felsig. Ich ziehe links vorbei durch eine grasige Rinne und erreiche eine kleine Grateinbuchtung. Auf dem Grat steige ich noch etwas Richtung Osten, um festzustellen, dass mir die (kurze) Erkletterung des Chapferplanggenstocks zu heikel wäre (ca. III, sehr ausgesetzt). Der Weg nach Westen über den Grat bietet hingegen keinerlei Schwierigkeiten. Man kann auch in die Nordflanke ausweichen, das ist alles Gehgelände. Nun stehe ich vor dem markanten Gipfelaufbau. Einen ersten Aufschwung umgehe ich nordseitig über das Schneefeld. Anschliessend in etwa dem Grat folgend (einfach, kurze Stelle T6-), meist ist auch die Südseite begehbar. Die Platte unmittelbar vor dem Ruchen (2628m) umgeht man auf schwachen Trittspuren links rum.

Man könnte vom Gipfel über den Grat unschwierig weiter Richtung "Mäntliserpass" ziehen. Doch ich hatte vorhin einen meiner Stöcke deponiert. Das ist doppelt ärgerlich. Einerseits wäre ich gerne eine weitere Route gegangen, andererseits sieht der Gwächten E-Grat (ein Nebengipfel des Mäntlisers) gut begehbar aus, was ich aber von nahem verifizieren wollte. Tant pis, zurück über die Aufstiegsroute zum Wanderweg und runter zur Leutschachhütte (2208m). Leider weiss der neue Hüttenwart nichts über diese Route und auf den Urner Alpinführer alleine verlass ich mich nur ungern... Es verbleibt der Abstieg zurück zum Arnisee (1370m), wo Baden leider verboten ist. Vorsicht: An schönen Sommertagen kann die Warteschlange an der Bergstation empfindlich lang werden!


Zeiten
1:20  Sunnig Grat
1:10  Ruchälplistock
0:25  Jakobiger
1:05  Ruchen
1:40  Arnisee

Tourengänger: Bergamotte


Galerie


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