Gross Windgällen 3187m


Publiziert von Bergamotte Pro , 15. Juli 2016 um 14:27.

Region: Welt » Schweiz » Uri
Tour Datum: 8 Juli 2016
Hochtouren Schwierigkeit: ZS-
Klettern Schwierigkeit: III (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-UR 
Zeitbedarf: 2 Tage
Aufstieg: 1820 m
Abstieg: 1820 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:cff logo Golzern (Bergstation)
Unterkunftmöglichkeiten:Windgällenhütte
Kartennummer:1192, evtl. 1212

Die von Osten nach Westen verlaufende Gebirgskette zwischen Schächen- und Maderanertal ist geprägt durch grosse Namen: Chli und Gross Windgällen, Gross Ruchen, Schärhorn und Clariden. Alle diese Gipfel versprechen eindrückliche Bergtouren und werden allesamt regelmässig besucht.
Die Gross Windgällen erweist sich hierbei als technisch am anspruchsvollsten. Wer sie über die Normalroute besteigt, tut dies normalerweise Anfang Juni, bevor sich der Bergschrund öffnet. In diesem Jahr hingegen hielt sich der Schnee äusserst lange, so dass die erste Begehung erst Ende Juni erfolgen konnte. Wir fanden selbst im Juli noch passable Verhältnisse vor; mittlerweile dürfte die Randkluft aber einige Schwierigkeiten bereiten.


Während justus und mueri direkt ab Bristen aufsteigen, nehme ich nach der gestrigen Biwaktour am Hochgamatsch (*klick) gerne die Seilbahn in Anspruch. Ab hier wähle ich die Variante via Golzernsee, welche die Aufstiegsmeter gleichmässiger verteilt als der Weg über Oberchäseren. Welche Route man auch wählt, an schönen Sommertagen wie heute wird man in der exponierten Südflanke regelrecht gebraten. Die Windgällenhütte AACZ (2031m) wie auch die Gross Windgällen liegen aber bereits in den Wolken, so kühle ich schneller als mir lieb ist. Nach dem Nachtessen in der sympathisch geführten Unterkunft verbringen wir eine geruhsame Nacht - eigenes 6er Zimmer sei Dank.

Kurz nach vier Uhr brechen wir auf. Heute sind drei Seilschaften unterwegs, neben uns eine Fünfergruppe mit Führer sowie zwei einheimische Berggänger. Ernüchtert nehmen wir die tiefliegende Wolkendecke zur Kenntnis, welche entgegen den Prognosen über Nacht nicht aufgerissen hat. An eine vernünftige Abstrahlung ist deshalb nicht zu denken. Doch wir bleiben zuversichtlich immerhin ein schönes Gipfelpanorama geniessen zu können. Wir folgen dem Wanderweg Richtung Furggeli, im Dunkeln gar nicht mal so einfach. Der Bergführer vor uns erreicht den Stäfelfirn via den Kessel östlich vom Furggelihorn, wir halten es ebenso. Alternativ könnte man bereits vorher durch das Geröllgelände am Fuss vom Schwarz Berg aufsteigen, wie ich das auch bei dessen Begehung letztes Jahr gemacht habe (*klick).

Auf dem Stäfelfirn seilen wir an und steigen Richtung Ostflanke hoch, die Unterlage natürlich unangenehm weich. Die Randkluft ist zurzeit etwa einen Meter breit und erfordert bereits etwas Zirkelei. Die Saison an der Normalroute dürfte bald vorbei sein. Auch das Drahtseil hängt bereits mehrere Meter höher. Nach der Seilpassage nehmen die Schwierigkeiten rasch ab und man bewegt sich bis zum Gipfel praktisch durchgehend in WS/II-Gelände. Die Route ist durch die Sicherungsstangen in etwa gegeben, wobei wir bei der markanten Felsrippe lieber rechts (statt links) durch ein Schneecouloir hochziehen. Das ist etwas direkter und im Aufstieg wohl auch einfacher, sofern noch genug Schnee liegt. Nach 3:15 ab Hütte (ginge deutlich schneller) stehen wir auf der Gross Windgällen (3187m). Man hat das Gefühlt, die Wolken würden jeden Moment aufreissen - leider ein Irrtum. So entgeht uns das hochgelobte Panorama. Drum pausieren wir nur kurz und steigen auf der Aufstiegsroute ab, wobei wir uns nun strikt an die Stangen halten. Nach einer kurzen Verpflegung auf der Hütte, wo morgens um 10 Uhr bereits erstaunlich viele Tagesgäste verkehren, wählen wir für den weiteren Abstieg die aussichtsreichere Variante via Oberchäseren (1924m).


PS. Beste Grüsse an die treuen Hikr-Leser Benno und Margrith aus Hitzkirch

Tourengänger: justus, Bergamotte, Mueri

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