Rundtour um Seeben mit Sächsmoor


Publiziert von Bergamotte Pro , 8. Juli 2016 um 12:10.

Region: Welt » Schweiz » St.Gallen
Tour Datum: 5 Juli 2016
Wandern Schwierigkeit: T6 - schwieriges Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-SG   Spitzmeilengruppe 
Zeitbedarf: 5:00
Aufstieg: 1450 m
Abstieg: 1450 m
Strecke:17.5km
Kartennummer:1154 Spitzmeilen

Die Flumserberge zählen nicht gerade zu meinen liebsten Wanderregionen. Das Gebiet ist touristisch stark erschlossen: Die Skianlagen sind omnipräsent, alle paar Meter wartet eine Bergbeiz auf Kundschaft und die Wanderwege sind mit allerhand Infotafeln überladen (zu Flora, Geologie, Gipfel und Seen). Alpinistische Herausforderungen sucht man vergebens, die meisten Gipfel sind harmlose Weidekuppen. Keine Regel ohne Ausnahme, hier in Form des Sächsmoors. Die trutzige Felsbastion lässt sich nur auf (teils sehr) anspruchsvollen Routen erreichen. Benutzt man die Seilbahn zum Maschgenkamm, steht man in einer guten Stunde oben. Das wäre selbst für eine Halbtagestour etwas kurz, als baue ich ihn in eine Tour rund um den Kessel von Seeben ein.

Das Wetter präsentiert sich ganz leidlich, als ich bei der Stn Maschgenkamm (2019m) loslaufe. Das Retourbillet (mit Halbtax) hat faire 15.- gekostet. Zuerst verstosse ich gleich einmal gegen meine strikte Rundtourenphilosophie, indem ich kurz nach Osten aushole, um Maschgenkamm (2007m) und Prodkamm (2006m) zu besuchen. Letzterer lässt sich unschwierig und komplett überschreiten, bei ersterem werden einige Felsköpfe auf der Nordseite umgangen. Nach diesem Abstecher starte ich regulär mit der Überschreitung vom Ziger (2074m). Praktisch: Auf den meisten Gipfeln im Gebiet wird man mit Schildern daran erinnert, wo man gerade steht... den Kopf kann man so getrost zuhause lassen.

Von der Ziggerfurgglen (1997m) folge ich einige Minuten dem Wanderweg Richtung Chrüzen, um an beliebiger Stelle Richtung Sächsmoor abzubiegen. Mehr oder weniger weglos steige ich das steile Geröllfeld hoch, wo ein paar Meter unterhalb der Scharte das Abenteuer beginnt. Erste Knacknuss: Das kurze Felsgesimse (nicht zu übersehen), welches in die grasige Ostflanke rüberführt. Dieses ist für zwei Meter so schmal, dass es mir Angst und Bange wird. Ein Bohrhaken mit Karabiner sorgt für willkommene Unterstützung. Diese Stelle ist für mich, der sich eher im steilen Schrofengelände wohlfühlt, klar T6. Der Tenor auf Hikr geht aber eher Richtung T6-. Im folgende Steilgras fühle ich mich wieder pudelwohl. Im unteren Bereich folgt man einer guten Wegspur, max. T5. Auf den letzten fünf Metern vor dem Grat erreicht man nochmals die T6-/II, im felsigen Schlussaufschwung muss kräftig Hand angelegt werden. Anschliessend eher luftig, aber unschwierig zur Gipfelkote vom Sächsmoor (2196m) rüber (mit Buch).

Leider ziehen Wolken auf und ich trödle nicht rum. Auf dem Rückweg erscheint mir das Gesimse noch eine Spur heikler. Aufatmen. Wer nun Richtung Leist will, kann den felsigen Grat von kurz unterhalb der Scharte direkt übersteigen. Das sieht aus der Distanz sehr luftig aus, geht aber ohne grössere Schwierigkeiten (ein paar Meter T5). Anschliessend über Weidedland - welches den Rest der Wanderung dominieren wird - zum Leist (2222m) rüber, wo an der Skistation minutenlang ein Alarm vor sich hindröhnt. Nun folgt munteres (?) Gipfelsammeln. Der nahe Rainissalts (2258m), wo mich die Wolken verschlucken, ist rasch erreicht. Weg-, aber harmlos steige ich nach Westen zum Wanderweg ab. Von der Munzfurgglen lässt sich der Munzchopf (2174m) ebenso gutmütig über den breiten Südrücken erreichen. Zu Fürchten gilt es hier bloss feuchtes Gras sprich nasse Füsse. Für ein paar schöne Bilder vom nahen Sächsmoor fehlt leider die Sicht.

Auf dem Sattel bei Chrüzen (1907m), welcher zurück in den Kessel von Seeben führt, peile ich in Richtung Norden und überschreite Cuncels (1935m) sowie Chli Güslen (1868m). Je mehr ich mich von den höheren Bergen entferne, desto besser wird die Sicht. Der Gross Güslen (1833m) markiert nicht nur Kulminationspunkt meiner Rundtour, sondern auch vom Wanderweg. Dank seiner vorgeschobenen Lage geniesst man hier einen herrlichen Ausblick auf Walensee und Churfirsten; Zeit für meine Mittagsrast.

Der Abstieg nach Seeben ist schnell vollbracht. Idyllisch spiegelt sich das alte Kurhaus im Grosssee. Man könnte prima baden hier. Man hat nun zwei (offensichtliche) Möglichkeiten, die Tour zu beenden: erstens Abstieg zur Tannenbodenalp, zweitens Wiederaufstieg zur Station Maschgenkamm. Beide Varianten dauern etwa gleich lang, erstere ist aber ziemlich weitläufig und wenig abwechlungsreich. So steige ich zum Stelligrat auf, wobei ich noch kurz den Stellichopf (1832m) abklappere, und folge ihm bis zur Seilbahn Bergstation.


Zeiten
1:45  Sächsmoor
1:00  Rainissalts
1:20  Gross Güslen
0:55  Maschgenkamm Station

Tourengänger: Bergamotte


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