Ein Wochenende im Gotthardmassiv; Teil I - Vom Oberalp- zum St.Gotthardpass


Publiziert von Runner , 12. Juli 2016 um 19:18.

Region: Welt » Terra Incognita
Tour Datum: 1 Juli 2016
Wandern Schwierigkeit: T3+ - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR   CH-UR   Gruppo Piz Blas   Gruppo Pizzo Centrale   CH-TI   Gruppo Pizzo Lucendro 
Zeitbedarf: 7:45
Aufstieg: 2097 m
Abstieg: 2048 m
Strecke:Oberalppass - Pazolastock - Lolenpass - Sellapass - St.Gotthardpass
Zufahrt zum Ausgangspunkt:SBB bis Göschenen Furka-Oberalp-Bahn bis Oberalppass (Umsteigen in Andermatt)
Zufahrt zum Ankunftspunkt:SBB bis Airolo Postauto bis St.Gotthardpass
Unterkunftmöglichkeiten:Andermatt, Oberalppass, St. Gotthardpass (Unterkünfte mit EZ oder Massenlager)

  

Geplant war eine gemeinsame viertägige Wanderung im Gotthardgebiet mit Übernachtungen in der Vermigelhütte, auf dem Gotthardpass und – je nach Wetter- und Schneelage – in der Rotondohütte oder im Urserental. Da ich am Donnerstag jedoch noch beruflich gebunden war und mich der Gruppe somit erst am Freitagabend auf dem St.Gotthardpas anschliessen konnte, nutzte ich die Gelegenheit,  um die beiden ersten Etappen zu einem Berglauftraining zusammen zu schliessen.

 

Los ging es also vom Oberalppass, wohing man bequem mit den ÖV gelangt. Der Anzahl an Wohnmobilen nach wird das wilde Campieren dort oben toleriert. Das Hospiz bietet jedoch ebenfalls Übernachtungsmöglichkeiten an (siehe Hotel Calmot unter http://www.piz-calmot.ch/).

Bevor ich mich mit Sack und Pack (diesmal mussten u.a. auch die Bergwanderschuhe in den Laufrucksack) auf den langen Weg zum St.Gotthardpass begebe, gönne ich mir einen Startkaffee mit Mandelgipfel. Danach ist aber definitiv Schluss mit lustig und ich folge dem Wegweiser Richtung Badushütte und Tomasee. Dazwischen liegt der Pazolastock, welchem ich bei dieser Gelegenheit gerne einen Besuch abstatte. Schon der Weg dort hinauf bietet wunderbare Ausblicke ins Urserental und in die Surselva. Und natürlich auf die umliegenden Gipfel !

Der Pazolastock selber ist nicht spektakulär, dafür aber auch für weniger geübte Berggänger problemlos zu erreichen. Freilich, etwas Kondition ist vonnöten um die insgesamt 686 Höhenmeter zu schaffen. Danach führt ein schöner Bergwanderweg zunächst bergab, dann in einer leichten Gegensteigung und endlich flach entlang dem Grat hinüber zur Martschallücke (welche allerdings nicht begangen wird) und hinunter zur Badushütte. Der Tomasee – hier entspringt nach offizieller Lesart der Rhein – strahlt in kräftigem Blau daher und bildet einen schönen Kontrast zu den umliegenden noch immer schneebedeckten Berggipfeln.

 

Vom Tomasee führt nun ein direkter Weg hinunter zur Maighelshütte. Ich wähle jedoch die etwas längere Variante, welche zunächst nordwärts bis zum Punkt 2‘056 („Trutg-Nurschalas“) führt, wo dann die Route vom Oberalppass her begangen werden kann. Gleich hinter der Maighelshütte zieht ein immer gut markierter Bergpfad die grasigen Hänge hoch zum Lolenpass. Interessanterweise existieren zwei Passhöhen. Zumindest wird der Pass bereits vor erreichen des Punktes 2‘399, welcher als offizieller Kulminationspunkt gilt, auf einer Wanderwegtafel legendiert. Wie dem auch sei, hier oben liegen erste grössere Schneefelder. Wie wird es dann auf dem heute noch zu bezwingenden Sellapass mit seinen 2‘701m.ü.m. ausschauen? Doch zunächst ist die Vermigelhütte mein angepeiltes Ziel. Ich bin mental bereits beim Bier und einer feinen Suppe. Der Weg dorthin ist aber steil und gewunden. So präsentiert sich der Weg vom Lolenpass ins Tal der Unteralpreuss – schön, wenn die Muskulatur genügend trainiert ist…

Das Bier und die Suppe waren ausgezeichnet, der Kaffee vielleicht eher Muckefuck, aber in einer Berghütte ist auch nicht zwingend eine exzellente Hochlandmischung zu erwarten. Apropos Muckefuck: Es handelt sich hierbei keineswegs um eine abwertende Bezeichnung, vielmehr wird mit Muckefuck eine Art von Kaffeeersatz bezeichnet.

 

Frisch gestärkt ziehe ich von dannen und strebe dem letzten grossen Hindernis des heutigen Tages entgegen; dem Sellapass oder Passo della Sella wie er auf italienisch heisst. Beide Bezeichnungen sind gerechtfertigt, denn die Passhöhe bildet auch die Kantonsgrenze zwischen Uri und Ticino. An sich wäre der Weg auf den Sellapass relativ einfach zu begehen, wenn nicht weiter oben an den unangenehmsten Stellen   (Alt-)schnee läge. Ich bin kein Freund von steil abfallenden Hängen mit Schnee und wo es sich vermeiden lässt umgehe ich diese. Eine kurze Abkletterei kostet mich einige Minuten, dafür gelange ich anschliessend problemlos auf den Grat, wo noch alte Militärbaracken aus Stein stehen. Genutzt werden diese offenbar nicht mehr. Schade allerdings, dass diese verschlossen sind. Während plötzlich auftretender Gewitter würden diese Unterkünfte den Bergängerinnen und Berggängern gute Dienste leisten.

Von nun an ist das Ziel bereits gut einsehbar; der Sellasee und das Gotthard-Hospiz präsentieren sich prominent in der Landschaft. Erwähnenswert ist vielleicht noch, dass sich die Murmeltiere entlang des Sees zahlreich tummeln. Seit langem war es mir wieder einmal vergönnt ein Exemplar aus kurzer Distanz zu fotografieren.

 

 

 

Distanz: 31 Km

Auf- / Abstieg: 2‘0978m / 2‘048m

Min. / Max. Höhe: 1‘885m / 2‘746m

Wanderzeit (ca.): 11h 30min

Running (ca.): 7h

 

Geplant war eine gemeinsame viertägige Wanderung im Gotthardgebiet mit Übernachtungen in der Vermigelhütte, auf dem Gotthardpass und – je nach Wetter- und Schneelage – in der Rotondohütte oder im Urserental. Da ich am Donnerstag jedoch noch beruflich gebunden war und mich der Gruppe somit erst am Freitagabend auf dem St.Gotthardpas anschliessen konnte, nutzte ich die Gelegenheit,  um die beiden ersten Etappen zu einem Berglauftraining zusammen zu schliessen.

 

Los ging es also vom Oberalppass, wohing man bequem mit den ÖV gelangt. Der Anzahl an Wohnmobilen nach wird das wilde Campieren dort oben toleriert. Das Hospiz bietet jedoch ebenfalls Übernachtungsmöglichkeiten an (siehe Hotel Calmot unter http://www.piz-calmot.ch/).

Bevor ich mich mit Sack und Pack (diesmal mussten u.a. auch die Bergwanderschuhe in den Laufrucksack) auf den langen Weg zum St.Gotthardpass begebe, gönne ich mir einen Startkaffee mit Mandelgipfel. Danach ist aber definitiv Schluss mit lustig und ich folge dem Wegweiser Richtung Badushütte und Tomasee. Dazwischen liegt der Pazolastock, welchem ich bei dieser Gelegenheit gerne einen Besuch abstatte. Schon der Weg dort hinauf bietet wunderbare Ausblicke ins Urserental und in die Surselva. Und natürlich auf die umliegenden Gipfel !

Der Pazolastock selber ist nicht spektakulär, dafür aber auch für weniger geübte Berggänger problemlos zu erreichen. Freilich, etwas Kondition ist vonnöten um die insgesamt 686 Höhenmeter zu schaffen. Danach führt ein schöner Bergwanderweg zunächst bergab, dann in einer leichten Gegensteigung und endlich flach entlang dem Grat hinüber zur Martschallücke (welche allerdings nicht begangen wird) und hinunter zur Badushütte. Der Tomasee – hier entspringt nach offizieller Lesart der Rhein – strahlt in kräftigem Blau daher und bildet einen schönen Kontrast zu den umliegenden noch immer schneebedeckten Berggipfeln.

 

Vom Tomasee führt nun ein direkter Weg hinunter zur Maighelshütte. Ich wähle jedoch die etwas längere Variante, welche zunächst nordwärts bis zum Punkt 2‘056 („Trutg-Nurschalas“) führt, wo dann die Route vom Oberalppass her begangen werden kann. Gleich hinter der Maighelshütte zieht ein immer gut markierter Bergpfad die grasigen Hänge hoch zum Lolenpass. Interessanterweise existieren zwei Passhöhen. Zumindest wird der Pass bereits vor erreichen des Punktes 2‘399, welcher als offizieller Kulminationspunkt gilt, auf einer Wanderwegtafel legendiert. Wie dem auch sei, hier oben liegen erste grössere Schneefelder. Wie wird es dann auf dem heute noch zu bezwingenden Sellapass mit seinen 2‘701m.ü.m. ausschauen? Doch zunächst ist die Vermigelhütte mein angepeiltes Ziel. Ich bin mental bereits beim Bier und einer feinen Suppe. Der Weg dorthin ist aber steil und gewunden. So präsentiert sich der Weg vom Lolenpass ins Tal der Unteralpreuss – schön, wenn die Muskulatur genügend trainiert ist…

Das Bier und die Suppe waren ausgezeichnet, der Kaffee vielleicht eher Muckefuck, aber in einer Berghütte ist auch nicht zwingend eine exzellente Hochlandmischung zu erwarten. Apropos Muckefuck: Es handelt sich hierbei keineswegs um eine abwertende Bezeichnung, vielmehr wird mit Muckefuck eine Art von Kaffeeersatz bezeichnet.

 

Frisch gestärkt ziehe ich von dannen und strebe dem letzten grossen Hindernis des heutigen Tages entgegen; dem Sellapass oder Passo della Sella wie er auf italienisch heisst. Beide Bezeichnungen sind gerechtfertigt, denn die Passhöhe bildet auch die Kantonsgrenze zwischen Uri und Ticino. An sich wäre der Weg auf den Sellapass relativ einfach zu begehen, wenn nicht weiter oben an den unangenehmsten Stellen   (Alt-)schnee läge. Ich bin kein Freund von steil abfallenden Hängen mit Schnee und wo es sich vermeiden lässt umgehe ich diese. Eine kurze Abkletterei kostet mich einige Minuten, dafür gelange ich anschliessend problemlos auf den Grat, wo noch alte Militärbaracken aus Stein stehen. Genutzt werden diese offenbar nicht mehr. Schade allerdings, dass diese verschlossen sind. Während plötzlich auftretender Gewitter würden diese Unterkünfte den Bergängerinnen und Berggängern gute Dienste leisten.

Von nun an ist das Ziel bereits gut einsehbar; der Sellasee und das Gotthard-Hospiz präsentieren sich prominent in der Landschaft. Erwähnenswert ist vielleicht noch, dass sich die Murmeltiere entlang des Sees zahlreich tummeln. Seit langem war es mir wieder einmal vergönnt ein Exemplar aus kurzer Distanz zu fotografieren.

 

 

 

Distanz: 31 Km

Auf- / Abstieg: 2‘0978m / 2‘048m

Min. / Max. Höhe: 1‘885m / 2‘746m

Wanderzeit (ca.): 11h 30min

Running (ca.): 7h

Geplant war eine gemeinsame viertägige Wanderung im Gotthardgebiet mit Übernachtungen in der Vermigelhütte, auf dem Gotthardpass und – je nach Wetter- und Schneelage – in der Rotondohütte oder im Urserental. Da ich am Donnerstag jedoch noch beruflich gebunden war und mich der Gruppe somit erst am Freitagabend auf dem St.Gotthardpas anschliessen konnte, nutzte ich die Gelegenheit,  um die beiden ersten Etappen zu einem Berglauftraining zusammen zu schliessen.


Tourengänger: Runner


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Kommentare (4)


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Gelöschter Kommentar

Runner hat gesagt: RE:
Gesendet am 14. Juli 2016 um 11:34
Danke euch - die Berichte zu Teil II + Teil III folgen, sobald ich dazu komme :-)

lg Richi

passiun_ch hat gesagt:
Gesendet am 14. Juli 2016 um 21:40
Gratuliere Dir zu der Leistung auf einer interessanten Tour
LG Michael

fuemm63 Pro hat gesagt:
Gesendet am 17. Juli 2016 um 08:19
Schöne Tour!


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