Bunderspitz (2546m) Schneeschuhtour


Publiziert von Bikyfi , 30. Juni 2016 um 17:03.

Region: Welt » Schweiz » Bern » Frutigland
Tour Datum:13 März 2016
Schneeshuhtouren Schwierigkeit: WT3 - Anspruchsvolle Schneeschuhwanderung
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-BE 
Zeitbedarf: 6:30
Aufstieg: 1249 m
Abstieg: 1251 m
Strecke:Adelboden - Wanderparkplatz Bonderlenstraße - Bonderalp - Bunderspitz
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Adelboden - Bonderlenstrasse

Die Wettervorhersage für das Gebiet um Adelboden versprach Hochnebel zwischen 1800 und 2000m was mich hoffen ließ beim Gipfel des Bunderspitz auf ein Wolkenmeer hinab blicken zu können.
Darüber sollte klarer Himmel herrschen, die Temperaturen moderat sein.
So packte ich mein Geraffel nebst Schneeschuh ein und zog in aller früh los zum auserkorenen Wanderparkplatz etwas ausserhalb Adelboden gelegen.
Das Wetter in Adelboden gestaltete sich erwartungsgemäß trüb, Schnee lag bis in die Niederungen. Kein Wind und eine angenehme Kälte erwarteten mich beim Aussteigen auf dem kleinen Parkplatz.
In einen Smalltalk verwickelt mit einem Paar aus dem Nachbarauto vergaß ich den Sonnenschutz aus dem Handschuhfach ins Wandergepäck mitzunehmen ... das sollte mir noch zum Verhängnis werden.

Also stapfte ich los entlang der Straße den ersten Höhenmetern folgend während andere Skitourengänger bereits nach einem kleinen Brückle nach rechts in eine leichte Hangfläche abbogen. ich wusste nicht ob sie ein anderes Ziel verfolgten als ich. War mir auch egal, ich stapfte weiter. nach kurzer Zeit war die Strasse ungeräumt und mündete in ein Waldstück welches wie im Wintermärchen toll eingeschneit war. Nach kurzer Zeit und unerwartet früh musste ich schon auf die Schneeschuh wechseln, das der etwas apere Schnee in meinen Wanderschuhen nicht mehr angenehm zum laufen war. Die Aufstiegshilfe an den Schneeschuhen machte den weiteren Verlauf durch das Waldstück, welches abseites der Straße mit Spuren von Skifahrern versehen war, zum Genuss.

Hin und wieder querte ich die Straße, im letzten Teilstück durch steileres verschneites waldiges Gelände. Als ich aus dem Waldstück heraus kam wieder ein paar Anzeichen von Zivilisation in Form von Heuschobern. Durch eine breite Rinne zwischen 2 Hängen hinauf zur Bonderalp wurde der Nebel dichter. Der Schnee war ungespurt und mit mässiger Steigung doch recht anstrengend. An der verlassenen Alm ein Wegweiser, so tief eingeschneit das er auf Kniehöhe aus dem Schnee ragte. Die Richtung war klar, in der Ferne noch ein Felsmassiv mit nebenliegendem Hang erkennbar ... und ich hörte in der Stille plötzlich Stimmen. Nach etwas umher suchen im nebel entdeckte ich am Hand 2 Skitourengänger. Alles klar dachte ich: Da ist meine Route.

So zog ich los in den immer steiler werdenden Hang, im ZickZack hinauf in die dichten Wolken. Auf 2000m hatte ich den hang überwunden und pausierte kurz mit einem Powerriegel, kurzer Blick aufs GPS: Die obere Nebelgrenze müsste gleich erreicht sein (so wie es der Wetterbericht vorher sagte).
Die Vorfreude auf Sonne trug mich weiter den Berg hinauf. Doch die Sonne blieb fern. Ganz im gegenteil. Der Nebel wurde so dicht das ich keinen Kontrast mehr hatte zwischen Boden und Himmel. Es war alles ein Grauton. Ich lief weiter und weiter, immer im ungewissen ob ich noch auf dem Weg war oder nicht. Mein GPS war der einzige Anhaltspunkt: Wo kommt die nächste Kehre. Nach geraumer Zeit in Totenstille ohne Sicht, auf nunmehr 2400m angekommen, machte sich der Gedanke der Umkehr breit. Sollte hier doch schon längst die Sonne scheinen. Frust!

Doch was solls, jetzt umdrehen? 150m unterm Gipfel. Näää ...
Ich zog weiter, keine 50hm später plötzlich mein Schatten im Schnee. Die Wolkendecke riss auf, strahlend blauer Himmel über mir. Glücksgefühle.

Schlussspurt zwischen ein paar Felsen bis ich den Steinmann auf dem Gipfel sah, umringt von weiteren Gipfelsüchtigen. Und was sich für ein Anblick präsentierte als auch ich mich neben dem Steinmann auf den Gipfel setzte. Ein unbeschreiblicher Anblick ... dieses grandiose Nebelmeer knapp unter mir. Hin und wieder schwappte es bis hinauf, füllte die anderen Täler wie ein Wasserfall. Die klare Sicht bis zum Matterhorn in weiter Ferne. Die Prominenz des Berner Oberlands EMJ und die wahnsinnig glatten und unberührten Abhänge des Altels gegenüber brannten sich auf meine Netzhaut und ins Hirn. Unvergesslich schön.

Nach etwa einer Stunde zog ich es dann vor mich der Sonne zu entziehen, Schneeschuh an und zügig abgestiegen über die steile Flanke des Bunderspitz ... zurück ins graue Nebelmeer.
Wie beim Aufstieg begleitete mich das GPS nach unten. Viele Skifahrer tasteten sich langsam vorwärts. Als sie mich in Schnee erkannten, konnten sie es mal ein Stück weit laufen lassen, wohl wissend keinen Abgrund vor sich zu haben.
Erst ab 2000m abwärts, am Hang der zurück zur Bonderalp führt, war die Sicht wieder soweit vorhanden dass Alle auf Ihre Kosten kamen.
Ich war gut müde als ich am Auto ankam aber auch happy über das tolle Erlebnis am Gipfel. Kopfschmerzen machten sich jetzt bemerkbar. Ich dachte ich hatte zuwenig getrunken ... doch ein Blick in den Innenspiegel zeigte mir einen Sonnenbrand, der mich noch 2 Tage lang aufs Übelste beschäftigen würde.





Tourengänger: Bikyfi


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Kommentare (1)


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Lugge hat gesagt:
Gesendet am 1. November 2016 um 20:50
Sehr gelungener Bericht, was ebenso für die Bilder gilt!


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