Grand Chavalard 2899m ab L´Erié


Publiziert von Bikyfi , 28. Juni 2016 um 15:57.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Unterwallis
Tour Datum:26 Juni 2016
Wandern Schwierigkeit: T3+ - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS 
Zeitbedarf: 6:15
Aufstieg: 1143 m
Abstieg: 1126 m
Strecke:L´Erié - Grand Chavalard
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Martigny - Fully - L´Erié

Intro:
Der Wetterbericht für das Berner Oberland, mein übliches Revier für Bergtouren, versprach nichts Gutes. Nach der lang anhaltenden Regenwetterperiode und dem Hin- und Her zwischen Regen, Sonne, Hagel, Nebel war ich fest entschlossen einen Gipfel in Angriff zu nehmen, egal wo.
So brachte mich der Wetterbericht ins Wallis, wo ein gesunder Sonne-Wolkenmix prophezeit wurde.
Noch nie hat mich etwas in diese Richtung verschlagen, so ließ ich mich durch diverse Tourenberichte hier inspirieren und landete letztendlich beim Grand Chavalard.

Anfahrt:
Nach diversen Checks über mögliche Schneelage, Wetter etc. fand sich ein weiterer Interessent mich auf meinem Ziel zu begleiten. Das kam mir gelegen, wäre ich sowieso gern in Begleitung gewesen. So starteten wir nach kurzer Absprache am Sonntag um 6:30 Uhr um nach circa 3h Anfahrt in Fully aufzuschlagen. Der erste Dämpfer folgte sofort als wir erkannten, dass auf dem Bergweg welcher uns zum Parkplatz L´Erié führen sollte, ein Radrennen statt findet. Ein netter Anweiser winkte uns jedoch hindurch ... mit der Anmerkung zum Parkplatz wäre es ein gefährlicher Weg der nur im ersten Gang machbar sei. Wir erkannten erst nach rund 2,5km und einem deutlich erhöhtem Adrenalinspiegel, das wir durch einen Wirtschaftsweg für die Weinberge geschickt wurden der wahrlich grenzwertig war. Äusserst steil und enge Serpentinen mit einem Rampenwinkel der meinen Kombi einiges abverlangte. Die Kupplung signalisierte durch beißenden Geruch das sie hart arbeiten müsse. Nach kurzer Zeit kamen wir oberhalb der Siedlung Chiboz auf eine komfortable Asphaltstrasse die weiter zum Parkplatz führte. Da erkannten wir, dass da wo wir entlang fuhren sicher niemand anders sonst fährt. Dies war dann auch der Grund für die Wahl des Rückwegs: deutlich entspannter auf gut ausgebauter Strasse.

Nach weiteren 6km wurde die einspurige Straße zur Schotterpiste und endete nach langem berghinauf schnaufen im ersten Gang am Parkplatz, der wider Erwarten gut gefüllt war. Rund 30 Fahrzeuge waren gegen 10 uhr anzutreffen. Wir machten uns fertig für unsere Tour und beobachteten die Ausrüstung der anderen Wanderer mit dem Hintergedanken, wer wohl ebenfalls den Gipfel zu stürmen versuchte.
Ohne Kenntnis um die Schneeverhältnisse packten wir die Steigeisen ein und marschierten los.

Gipfelsturm:
Der breite und feste Pfad (T2) Richtung Lac Inférieur de Fully war gut besucht. Nach etwa 40 Minuten lockeren gehens wunderten wir uns über die plötzlichen Tiefenmeter die wir machten, geradewohl auf den kleinen See zu. Ein kurzer Blick aufs GPS: Wir haben den Abzweig verpasst der auf den Gipfel führt. Doch wo soll dieser gewesen sein? Waren wir so blind?
Wir machten kehrt, trafen einen deutsch sprechenden Franzosen der sich wunderte, denn gerade noch ein paar Minuten zuvor hatten wir Ihn überholt. Wir sprachen kurz über besagten Abzweig. Da meinte er das 200m zurück der Wegweiser umgeknickt im Hügel oberhab des Pfades liegt. So war dem auch. Wir fanden den Pfosten kurz nach dem Einstieg in den Pfad hinauf zum Gipfel.
Da kam die Frage kurz auf: Könnte der Weg gesperrt wegen Unpassierbarkeit sein? Dann hätte man aber mehr gemacht als nur das Schild entfernt. Wir beschlossen ein Stück aufzusteigen und ggfs. umzudrehen.
Unterwegs begegneten wir Wanderen die uns in der Lawinenverbauung entgegen kamen. Außer einem freundlichen Gruß war keine Warnung auszumachen, die uns zur Umkehr hätte bewegt. Wir setzten die Tour fort. Im steileren Zick-Zack unter die Lawinenverbauung, deren Ausmaß aufgrund etwas Wolkenzug nicht gänzlich erkennbar war weiter hinauf. Zahlreiche Lawinengitter waren zu durchqueren, teilweise auf etwas matschigen Boden und lockerem Gestein. Ein Helm wäre hier schon gar nicht unangebracht gewesen.
Nachdem die letzte Verbauung passiert war ging es direkt in den Grat Richtung Gipfel. Zuerst noch durch gut begehbares Gelände, den Gipfel vor Augen dann schlussendlich noch durch ein kurzes steiles Stück mit rutschigem Schotter wo man die Hände zu Hilfe nehmen musste. Steigeisen waren nicht von Nöten, der einzig vorhandene Schnee waren noch 2 mächtige Wächten am Abhang an denen wir vorbei gingen.
Nach insgesamt 3:40h standen wir am Gipfelkreuz und sahen: Nichts.
Es hatte derart zugezogen das keine Weitsicht vorhanden war. Aber das war zu erwarten. Wir packten unser Vesper aus und warteten ein wenig. Die Bewölkung lockerte auf, gab sogar kurz den Blick auf den Mont Blanc frei. Doch im Sekundentakt war alles wieder zugezogen. Ein paar Fotos hier und da in die Wolkenlücken hinein und wir traten den Abstieg an.

Heimkehr:
Nach 30 weiteren Minuten klarte der Himmel auf und zum Schluss des weiß-blau-weiß markierten Gipfelpfads begleitete uns die Sonne und blauer Himmer bis zum Parkplatz zurück den wir nach 6:10h (inkl. 1h Gipfelpause) erreichten und den Heimweg antraten.




Tourengänger: Bikyfi


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