Druesberg über den Südgrat


Publiziert von Dimmugljufur Pro , 23. Juni 2016 um 21:26.

Region: Welt » Schweiz » Schwyz
Tour Datum:23 Juni 2016
Wandern Schwierigkeit: T6 - schwieriges Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: Nördliche Muotataler Alpen   CH-SZ   Zürcher Hausberge   Westliche Sihltaler Alpen 
Zeitbedarf: 7:00
Aufstieg: 1600 m
Abstieg: 1600 m

Nach wochenlangem Regen und Kälteeinbruch Mitte Juni mit Schneefall auf 2000m mussten die ersten angesagten Hitzetage für die Eröffnung des Bergsommers herhalten. Für ein solches Unterfangen wählt man am besten ein moderat hohes Ziel, das man bis anhin noch nicht bestiegen hat, ein paar technische Schwierigkeiten hat und eine ordentliche Marschzeit ermöglicht, um sich an alle Verhältnisse wieder zu gewöhnen und sich nicht allzu tief durch Nordhang-Schneefelder wühlen zu müssen.

Dafür kam der Druesberg wie gerufen. Der Aufstieg über den Südgrat wurde hier bereits mehrmals beschrieben, ist aber durchaus eine weitere Betrachtung wert. Nicht allzufrüh, um 08:20 Uhr gings in Weglosen in Richtung Druesberghütte auf. Zusammen mit meinem Gefährten übersprangen wir flugs das Leiterli und landeten wenig später in der prallen Sonne bei der Druesberghütte. Spätestens da wurde klar, dass es ein sehr...   ....nein.... ein wirklich unglaublich heisser Tag werden würde.

Dank des Schweisses in den Augen übersahen wir auch promt die Abzweigung des Weges (blau-weiss, schwach markiert) in Richtung Twäriberglücke, worauf wir uns die ersparten Höhenmeter durch den Grashang zurückkämpfen mussten. Es geht mehr oder weniger in der Fallinie zur Lücke hinauf, wobei wir rasant abschmelzende Schneefelder mit der Eleganz einer russischen Ballett-Tänzerin umschifften. Die Twäriberglücke ist nur ein Zwischenziel zum Westgipfel (oder besser Grat) des Chläbdächer. Von da aus sieht man das ominöse Druesbergband, das man begehen muss, um zum Südgrat zu kommen.

Auch hier haben wir die Schneefelder gemieden. Diese dürften aber ziemlich bald weg sein, somit ist die Querung unter dem untersten Felsenband trotz viel losen Schutts mit der nötigen Vorsicht kein Problem (T5). Der Tiefblick ins Muotathal ist ziemlich cool, auch wenn keine unmittelbare Absturzgefahr besteht.

Somit querten wir unter dem Druesberg, bis auf der anderen Seite wieder der Forstberg in Sicht kam. Das ist das Zeichen, dass man auf dem Südgrat steht und nun seinen Blick gen Norden richten kann. Zunächst sieht das ziemlich machbar aus, was es im übrigen auch ist. Kleinere Kletterein aus gemischtem Fels und Gras, und dann steht man direkt unter der Kette, welche einen ca. 2.5m hohen Absatz zu überwinden helfen soll. Leider ist das Ding recht neu und dementsprechend mit Schweisshänden schwierig zu fassen.

Nachdem wir uns da hochgeangelt hatten, folg ein immer steiler werdender Anstieg über eine Grasflanke nach oben. Etwas aus der Puste sind wir oben angekommen und erst beim Blick zurück in den Abrund wurde uns bewusst, dass das Ding doch verdammt steil ist und wir froh sind, im Abstieg den Normalweg nehmen zu können.

Nach einer kurzen Mittagsrast und Unterhaltungsplausch mit einem anderen Berggänger, zieht es uns weiter nach Westen, der Forstberg ist das Ziel. Hier müssen wir wieder durch Nordflanken queren, wo dank des direkten Umschaltens von Winter auf Sommer noch ziemlich viel Schnee liegt und uns die Arbeit dadurch ziemlich erschwert. Allerdings kommen wir ohne grössere Ausrutscher auch auf diesem Gipfel an und geniessen nochmals das Panorama. Von hier aus sieht man auch wunderbar die Linie des Druesberg-Südgrats.

So, nun noch das Sahnehäubchen, der Abstieg und Gang zum Gross Sternen, dann zur Bergstation, wo natürlich kein Lift fährt, deshalb zu Fuss zum Seebli...   ....wo natürlich die Seilbahn in Revision ist. Dann halt auch noch von da aus zu Fuss zurück nach Weglosen. Dort sind wir froh, dass endlich mal eine Beiz offen hat und gönnen uns die verdiente Stärkung.

Eine schöne Tour für den Frühsommer, da nicht zu hoch, mit einigen anspruchsvollen Passagen versetzt. Gelungener Einstieg in die Bergwelt.

Tourengänger: Dimmugljufur


Galerie


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