Schafnase (NW-Grat) - Rossflue - Höch Gumme


Publiziert von Bergamotte Pro , 21. Juni 2016 um 18:46.

Region: Welt » Schweiz » Obwalden
Tour Datum:20 Juni 2016
Wandern Schwierigkeit: T5+ - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: Brienzergrat   CH-OW   Hagleren und Giswilerstöcke   CH-BE 
Zeitbedarf: 4:15
Aufstieg: 1200 m
Abstieg: 1200 m
Strecke:13km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:PW bis Glaubenbielen, Abstellplätze entlang der Strasse
Kartennummer:1189 Sörenberg

Eigentlich stand ich vor gut einer Woche bereits auf den Giswiler Stöcken (*klick). Aber die Überschreitung dieses kleinen, aber feinen Felsmassivs hat mir so gut gefallen, dass ich es mich nochmals Richtung Glaubenpielen zog. Und schliesslich gab es mit dem NW-Grat an der Schafnase sowie dem Chringen-Abstieg von der Rossflue zwei weitere Leckerbissen zu entdecken. Damit die Runde nicht gar kurz ausfiel, hängte ich den Höch Gumme an, wo man mit einem Tiefblick auf den Brienzersee belohnt wird.

Um zehn Uhr starte ich etwas unterhalb vom Glaubenbielenpass, einzelne Abstellplätze an der Strasse sind vorhanden. Das erlaubt mir, ohne Umscheife mit dem Anstieg zum Alpoglerberg (1841m) zu beginnen. Eine ganz passable, aber aufgeweichte Wegspur führt zur harmlosen Weidekuppe, im Winter Ziel der Mörlialp-Skifahrer. Wie prognostiziert bleiben die Quellwolken vorerst an den Voralpen hängen, während im Flachland bereits die Sonne drückt. Einen kurzen Abstieg später stehe ich im Sattel P. 1734, dem Einstieg in NW-Grat der Schafnase. Es beginnt mit harmlosem Geplänkel über Wiesen- und Schrofengelände, welches zunehmend in Fels übergeht. Im Gegensatz zu den meisten Vorgängern umgehe ich das erste Wändchen nicht rechterhand, sondern übersteige es, das geht problemlos. Die Schwierigkeiten nehmen merklich zu mit der Höhe, aber auch der Spass: Genusskletterei vom Feinsten. Teils ausgesetzt, aber sehr griffiger Fels. Die kniffligsten zwei Aufschwünge im oberen Bereiche könnten übrigens rechterahdn über Schrofengelände umgangen wäre, aber das wäre schade. Ich bleibe bis zum Gipfel der Schafnase (2010m) konsequent  auf dem Grat; schön, wenn die Routenfindung so einfach ausfällt.

Die folgende Passage via Furgge zur Hinteren Rossflue (2081m) kenne ich bereits. Wobei, dieses Mal bleibe ich noch länger direkt auf dem Verbindungsgrat. Das letzte Mal war ich nach dem Abstieg von der Vorderen Rossflue bei erstbester Gelegenheit in die Flanke ausgewichen. Obendrüber ist zweifellos schöner. Die Schneefelder im Rossflue-Kessel sind in der Zwischenzeit übrigens geschrumpft, werden aber doch noch ein paar Tage hinhalten. Für den Abstieg in die Chringe, halte ich mich zunächst an die Ostflanke (der Ostgrat selber ist im oberen Bereich zu scharf). Dort, wo auf dem Grat ein Steinmännchen steht, kehre ich zum Grat zurück und folge ihm nochmals circa eine Minute. Wichtig: Man wird den Einstieg in die schrofige Südflanke erkennen, es hat eindeutige Wegspuren. Also nicht vor lauter Ungeduld zu früh einsteigen und sich unnötigerweise in T6-Gelände begeben. Unten kommt man problemlos mit einer T5 durch, zahlreiche Linien sind möglich, auch abseits der teils Trittspuren. Diese sind gerade im Mittelteil nicht immer gut zu erkennen. Anschliessend Querung in die Chringe (1916m) rüber.

Der erste, kraxlige Teil der Rundtour ist geschafft. Nun folgt der zweite Teil mit der Mission "sonniger Lunch". Mehrmals scheint es, als würden sich die Wolken gleich auflösen. Doch auf dem Mändli (2060m), dem Obwaldner Skitourenklassiker, stehe ich wieder mitten in der Suppe. Am felsigen Gipfelaufschwung sind übrigens ein paar kräftige Kraxelzüge nötig. Also weiterlaufen statt pausieren. Hierzu folge ich dem sanften Gratrücken nach Südwesten. Der ganze Skikrimskrams rund um Schönbüel ist nicht wirklich schön anzusehen. Schön hingegen, was mich auf dem Höch Gumme (2204m) erwartet: Sonnenschein und Tiefblick zum Brienzersee. Endlich wieder mal Wetterglück gehabt in diesem regnerischen Juni. So nehm ich mir viel Zeit für den späten Lunch.

Als sich irgendwann trotzdem Wolken über den See legen, drehe ich mich um - und jetzt lüften sich die Wolken im Norden. Ach wie herrlich! So wird der Rückweg zur Passhöhe Glaubenbielen (1610m) zur vergnüglichen Fotosession. Auf dem völlig aufgeweichten Wanderweg nach der Jänzimatt darf ich dann nochmals richtig rumdrecklen, untrügliches Zeichen vom Juni 2016.


Zeiten
1:20  Schafnase
0:40  Hintere Rossflue
1:15  Höch Gumme
1:00  Glaubenbielen

Tourengänger: Bergamotte


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Kommentare (2)


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Bombo hat gesagt:
Gesendet am 21. Juni 2016 um 22:41
Eine coole Tour nach der anderen... Potz blitz - weiter so! Das macht gluschtig auf mehr!

Beschti Grüess

Bergamotte Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 22. Juni 2016 um 18:25
Danke, das freut mich zu hören. Drum mutet es fast schon ironisch an, dass wir jetzt - wo der Sommer begonnen hat - für eine Woche nach Süden verreisen. Aber Hauptsache gutes Wetter!


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