Saisonabschluss am Gross Muttenhorn 3099m


Publiziert von Bergamotte Pro , 12. Juni 2016 um 18:53.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Oberwallis
Tour Datum:10 Juni 2016
Ski Schwierigkeit: WS
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-UR   CH-VS 
Zeitbedarf: 3:15
Aufstieg: 1280 m
Abstieg: 1280 m
Zufahrt zum Ausgangspunkt:PW bis Oberalpenstafel od. Stn. Muttbach-Belvédère (falls Strasse geräumt)
Unterkunftmöglichkeiten:Hotel Tiefenbach
Kartennummer:265S (R. 626a/b)

Natürlich wird das Gross Muttenhorn auch im Hochwinter ab Rotondohütte besucht. Seine grosse Stunde schlägt aber nach Öffnung der Furkapassstrasse im Juni; dann lässt sich der 3000er ohne grosse Schwierigkeiten und mit moderater Höhendifferenz erreichen. Kurzum, der ideale Gipfel für einen gemütlichen Saisonabschluss. Wer noch ein paar Höhenmeter anhängen will, besucht vorgängig den Tälligrat. Man folgt so ideal der tageszeitlichen Erwärmung, denn dessen Nordosthänge firnen deutlich früher auf als der Muttgletscher.

Nach einer Übernachtung im Auto laufe ich um 6:00 vom Oberalpenstafel (2046m) los. Ein so früher Start wäre heute nicht nötig gewesen, ideale Firnverhältnisse sollte man auf dem Muttgletscher erst gegen Mittag vorfinden. Doch ich wollte am Nachmittag noch wandern gehen, schliesslich sind die Schönwetterfenster zurzeit äusserst rar. Das kurze Stück zur Stn. Muttbach-Belvédère (2118m) müssen die Skier getragen werden. Wie ich erst dort feststelle, hätte man auch mit dem Auto über die enge Naturstrasse hochfahren können (auf eigene Gefahr).

Ab hier verläuft die Route offensichtlich, man steigt einfach das Tal nach Süden hoch. Der Regen der letzten Wochen hat im Schnee deutliche Spuren hinterlassen, dieser ist völlig zerfurcht und durchlöchert. Im Aufstieg stört das nicht, in der Abfahrt schon... Der Muttgletscher hingegen präsentiert sich als herrlicher weisser Teppich. Erwischt man hier schönen Sulz, bleiben keine Wünsche offen. Für den kurzen Fussaufstieg zum Westgrat montiere ich die Steigeisen. Das ist nicht verkehrt im steilen, zerfurchten Gelände, zumal man sie schon hochgetragen hat. Oben auf dem Grat könnte man wieder auf Skier umsatteln und damit bis ganz zum Gipfel vom Gross Muttenhorn (3099m) aufsteigen. Darauf verzichte ich heute, obschon ich die Bretter hochgeschleppt habe. Das Panorama auf dem 3000er Grenzzgipfel (Uri/Wallis) lässt keine Wünsche offen, genau wie das Wetter. Kaum zu glauben, dass dieser schöne Freitag nicht mehr ist als ein kurzes Intermezzo zwischen zwei langen Schlechtwetterfronten.

Mit einem Kollegen bin ich zum Lunch in Kehrsiten verabredet. Doch ich bin früh dran, so reicht es noch für einen kurzen Abstecher zum Tälligrat. Wie anfangs erwähnt, besucht man diesen idealerweise vor dem Muttenhorn. Die Abfahrt über den Muttgletscher ist lohnend, auch wenn die Unterlage noch nicht auffirnen konnte. Auf ca. 2560m felle ich wieder an und nehme die 250 Höhenmeter Wiederaufstieg in Angriff. Das geht kurz und schmerzlos. Bloss die steile Nordflanke des Tällistocks gilt es im Auge zu behalten, zurzeit ist sie sauber. Nach dem belebten Muttenhorn geniesse ich die Einsamkeit auf dem Tälligrat (2802m). Ich beobachte ein paar vereinzelte Türler in ihrem Aufstieg zum nahen P. 2762.

Es folgt eine lohnende Sulzabfahrt bis circa 2400m. Anschliessend äusserst ruppig über die zerfurchte Unterlage zurück zur Bahnstation. Kurz vor zehn Uhr erreiche ich zufrieden meinen Ausgangspunkt Oberalpenstafel (2046m). Wobei, etwas Wehmut schwingt durchaus mit, schliesslich war diese die vorerst letzte Skitour. Doch der nächste Winter kommt bestimmt und für heute ist noch lange nicht Schluss (*Giswiler Stöcke)...


Zeiten
2:00  Gross Muttenhorn
0:45  Tälligrat
0:20  Oberalpenstafel

Tourengänger: Bergamotte

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