Fürstein-Runde


Published by Bergamotte Pro , 7 June 2016, 18h33.

Region: World » Switzerland » Obwalden
Date of the hike: 6 June 2016
Hiking grading: T3 - Difficult Mountain hike
Waypoints:
Geo-Tags: Entlebucherflühe - Fürstein   CH-LU   CH-OW   Pilatusgebiet 
Time: 5:00
Height gain: 1280 m 4198 ft.
Height loss: 1280 m 4198 ft.
Route:20km
Access to start point:cff logo Langis
Accommodation:Bei Touren unter der Woche unbedingt Schiesszeiten beachten (Link)
Maps:1169 Schüpfheim / 1189 Sörenberg

Was für eine Wohltat: endlich mal ein paar Stunden Sonne tanken! Ich nutze das kurze Zwischenhoch, um meine Entdeckunsreise durch Obwalden und Entlebuch fortzusetzen. Die Gipfel rund um Langis bzw. den Glaubenbergpass geniessen vor allem im Winter grosse Beliebtheit. Zu Recht, gerade an Neuschneetagen ist das Gebiet an Lieblichkeit kaum zu überbieten. Ohne Schnee präsentieren sich die weitläufigen Wald-, Weide- und Moorflächen etwas weniger charmant... Das Gebiet ist aber klein genug, um es - bei Bedarf - an einem einzigen Tag zu durchwandern. Höhepunkt bildet der gut 2000 Meter hohe Fürstein. Die fast identische Rundtour hab ich übrigens bereits diesen Winter absolviert (*klick).

Trotz Zwischenhoch ist das Wetter auch heute einem Tagesgang unterworfen. Es schadet also nicht, zeitig aufzubrechen. Die Wanderung beginnt ausnahmsweise mit einem Abstieg, und was für einem. Der Weg von Langis (1442m) zur Ochsenalp runter führt direkt durch einen Sumpf. In Kombination mit den Regenfällen der Vortage sind nasse Füsse garantiert. Naja, daran konnte ich mich ja mittlerweile gewöhnen. Auch wenn das Ärgste hier geschafft ist, werden an diesem Tag noch einige solche Passagen folgen. Der folgende Aufstieg zum Selispitz (1736m) verläuft unaufgeregt, wobei ich ab Mettlenbüel weglos direkt den Gipfel anpeile. Dieser ist ziemlich stark verwachsen und bietet nur wenig Aussicht.

Der Übergang Passage zum Nachbargipfel, dem Riedmattstock (1787m) mit Kreuzz und Buch, dauert keine Viertelstunde. Ab hier ist das Problem des fehlenden Panoramas gelöst. Denn ab sofort bewegt man sich - von der Sewen-Mulde mal abgesehen - ausschliesslich auf sanften Gratrücken. Das macht Spass. Der breite Grat nach Westen ist teils ziemlich rauh: im Winter mit Skiern nicht immer einfach, im Sommer geht das ohne Ach und Krach. Das gilt auch für den kurzen Schlussaufschwung zum Miesenstock (1895m), den Gipfel mit zwei Kreuzen (aber nur einem Buch)...

Nun ändert man die Marschrichtung nach Norden, sprich zur Sewen-Mulde. Diese ist umgeben von den Fürsteinen und dem Rickhubel, äusserst beliebte Winterziele und auch im Sommer regelmässig besucht. Drei Elektrovelofahrer haben sich am Sewenseeli eingerichtet und werfen ihre Angelruten aus. Gleich daneben steht idyllisch die kleine Kapelle. Im Weiterweg Richtung Fürsteine liegen noch grössere Restschneefelder. In der Nähe von P. 1819 gewinne ich den Ostgrat vom Chli Fürstein, Wegspuren vorhanden. Wobei, den eigentlichen Gipfel markiert ja P. 1900 und nicht der offensichtlichere P. 1993. Karte und Führer sind hier eindeutig, auch wenn meistens nur letzterer besucht wird. Ich erreiche P. 1900 über die verwachsene SE-Flanke. Das mag direkter sein als der Umweg oben durch, weiterempfehlen kann ich es nicht, da äusserst mühsam. Prompt schlage ich mir im bodenlosen Erlentros bös das Knie auf. Der einsame Gipfel (eigentlich mehr ein Balkon) mit Kreuz mag aber mit seinem Ausblick auf Schrattenflueh und Entlebucher Flühe erfreuen. Unten erkennt man das Tal der Waldemme (Sörenberg etc).

Langsam knurrt der Magen. Doch der Tageshöhepunkt, der Fürstein (2040), liegt nicht mehr weit. Ich erreiche ihn, indem ich strikt der Gratscheide nach Norden folge, ab dem Sattel zwischen den Fürsteinen wieder auf dem offiziellen Wanderweg. Oben pausieren bereits zwei Einheimische. Später folgt nochmals eine Zweiergruppe. Ansonsten ist es ruhig im Gebiet. Die Wolken spielen verrückt hier oben, ständig öffnen und schliessen sich neue Fenster. Blickfang par excellence sind natürlich die Entlebucher Flühe im Westen. Die trutzigen Felszähne haben so gar nichts gemein mit der harmlosen Hügellandschaft meiner heutigen Runde.

Nach der ausgiebigen Mittagsrast trete ich den Rückweg nach Osten Richtung Glaubenberg an. Vor dem Rickhubel (1943m) besuche ich noch die drei Koten vom Wissguber, das ist höchstens für Gipfelsammler interessant. Im anschliessenden Abstieg über den Gratrücken bin ich unkonzentriert und verpasse den Abzweiger bei der Sewenegg. Zur Strafe gibt's eine dröge Asphaltpassage bis nach Langis (1442m).


Zeiten
1:00  Selispitz
1:00  Miesenstock
1:30  Fürstein
1:25  Langis

Hike partners: Bergamotte


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