Klein Melchtal West


Publiziert von Bergamotte Pro , 29. Mai 2016 um 14:36.

Region: Welt » Schweiz » Obwalden
Tour Datum:27 Mai 2016
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-BE   CH-OW   Westliche Melchtaler Alpen 
Zeitbedarf: 6:30
Aufstieg: 2400 m
Abstieg: 1670 m
Strecke:22km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:cff logo Giswil
Zufahrt zum Ankunftspunkt:cff logo Hasliberg Wasserwendi, Dorf
Kartennummer:1190 / 1210

Von Giswil nach Hasliberg obendurch

Die eine oder andere Skitour liegt wohl noch drin. Doch im Kopf stelle ich heute auf Sommerbetrieb um und begehe meine Saisoneröffnung. Das muss mit der Überschreitung einer Voralpenkette gefeiert werden, nach wie vor meine Lieblingsdisziplin. Nur, langsam gehen mir die Kandidaten aus, die Kantone St. Gallen, Glarus und Schwyz hab ich grösstenteils abgegrast. Also streck ich die Fühler nach Südwesten aus, denn im Entlebuch und Obwaldischen liegt noch manches Projekt brach, zum Beispiel im Klein Melchtal. Gerade die Gipfel auf dessen Westseite können bereits früh im Jahr begangen werden. Nur im Nordaufstieg aufs Güpfi, unbestrittener Tageshöhepunkt, hält sich der Schnee lange. Im Notfall kann er aber westlich umgangen werden.


Punkt halb acht marschier ich beim Bahnhof Giswil (485m) los. Um die Motivation ist es noch bescheiden bestellt, kein Wunder angesichts des Tagespensums. Und mit dem ersten Gipfelerfolg darf ich frühstens in drei Stunden rechnen. Also beisse ich auf die Zähne und bring die wenig aufregende Etappe bis Rick (1011m) hinter mich. Ab hier bewegt man sich fast durchgehend auf dem Gratrücken und die eigentliche Überschreitung kann beginnen. Übrigens, ein Direktaufstieg nach Brunnenmad ist möglich und markiert (und empfohlen!), auf den gemäss LK nötigen Schlenker via P. 1089 kann man getrost verzichten.

Im Aufstieg zum Bärentritt können nun zügig Höhenmeter vernichtet werden und das Gelände wird immer spannender (kurz T3 vor dem Leckidossen). Auf dem Arvidossen (1808m) lege ich erstmals eine kurze Pause ein und geniess den Blick zurück auf den Sarnersee. Meine Laune könnte jetzt besser nicht sein: herrliches Wetter, den Hauptaufstieg geschafft, die abwechslungsreiche Gratpassage noch vor mir. Anschliessend ist der sanfte Höh Grat (1922m) schnell geschafft, er bietet einfachstes Wandergelände. Das gilt prinzipiell auch für den folgenden Nordaufstieg Richtung Güpfi. Doch der Schnee hält sich lange in den steilen Flanken und man möchte hier nicht ausrutschen. Bei Hartschnee kann mindestens ein Pickel angebracht sein. Wem das zu blöd ist, wählt die (etwas umständliche) Umgehung auf der Westseite. Doch heute ist der Schnee schön aufgeweicht und gut zu gehen. Zufrieden erreich ich den Hauptgipfel vom Güpfi (2043m), wo ich eine lange Mittagsrast einlege und mich am herrlichen Tiefblick zum Lungerersee erfreue.

Über die prächtige Südflanke, wo auch die Skiroute hochführt, steige ich anschliessend zur Alp Hüttstett (1662m) ab (mit Brunnen). Das nächste Gipfelziel, das Horn (1858m), macht lange Zeit nur einen unscheinbaren Eindruck. Das ändert sich erst, als man unmittelbar vor dessen felsigen Nordkante steht. Wer mag, klettert über Eisenbügel fast senkrecht zum Gipfel hoch. Man könnte sogar mit einem Klettersteigset sichern. Alternativ hält man sich an den Normalweg, welcher zuerst nach Süden ausholt. Absolut harmlos dann der verbleibende Aufstieg Richtung Gibel (2036m). Auch hier halten sich die Schneefelder eher lange, was angesichts des flachen Geländes kein Grund zu Sorge ist.

Im Aufstieg zum Chingstuel (2118m) macht sich langsam das Tagesprogramm bemerkbar. Dieser lässt sich übrigens direkt über den Grat begehen, auch wenn ich das versäumt habe. Trittspuren sind durchgehend vorhanden. Auch im Weiterweg zum Hohbiel (2037m), der letzte Gipfel für heute, hält man sich am einfachsten an den Grat. Von oben sieht das eher wild aus, tatsächlich überschreitet man aber nie eine harmlose T4. Auch hier sind durchgehend Wegspuren vorhanden. Der Blick nach Osten zeigt, dass im Gebiet um die Melchsee-Frutt noch sehr viel Schnee liegt. Da muss mit Wandern noch zugewartet werden.

Wer auf dem Pässchen Fruttli (1907m) immer noch nicht genug hat, überschreitet für den Rückweg die Gipfel östlich vom Kleinen Melchtal... Das wär dann bereits eine ausgewachsene Monstertour à la Tobi. Ich hingegen rutsch über Restschneefelder nach Käserstatt (1831m) ab. Zu gerne hätte ich von hier die Seilbahn runter nach Hasliberg benutzt. Doch diese nimmt den Sommerbetrieb erst am 18. Juni auf. Das scheint mir reichtlich spät für diese Sonnenterrasse. Item. So verbleiben nochmals 600Hm und dreissig Minuten Fussmarsch bis Wasserwendi (1217m).


Zeiten
2:25  Arvidossen
1:00  Güpfi
1:40  Chingstuel
1:30  Hasliberg (Wasserwendi)

Tourengänger: Bergamotte

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