Vamos a Ramoz - bailamos Sulza!


Publiziert von Polder , 7. Mai 2016 um 10:59.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Schanfigg
Tour Datum: 6 Mai 2016
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Ski Schwierigkeit: ZS
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR 
Zeitbedarf: 2 Tage
Aufstieg: 3250 m
Abstieg: 2950 m
Strecke:Alvaneu - Tgapeala Cotschna - Ramozhütte - Aroser Rothorn - Furcletta - Val digl Guert - Pt. 2729 - Alp Sanaspans - Lenzerheide

Unglaublich gute Verhältnisse, zumindest unterhalb von ca. 2700m: Man nehme beste Abstrahlungsverhältnisse und nicht zu warme Temperaturen, ein sehr tragfähiges Fundament als Folge von  Föhn/Wärme anfangs April und Kälte danach und dazu in den letzten Tagen wiederholt etwas Neuschnee: Das Ergebnis ist seidenfeiner Sulz fast ohne jeglichen Lawinenschnee, wie ich es erst selten gesehen habe. Eigentlich favorisierte ich Sassauna - Pfäwi - Schesaplanahütte - Schafloch -Panüeler Kopf , aber die Eggli-Seilbahn war bis mittags völlig ausgebucht! So kam mal wieder Ramoz zu Ehren - ich sollte es nicht bereuen!

Tag 1: Alvaneu - Tgapeala Cotschna - Ramozhütte. 1900 Hm hinauf, 800 Hm Abfahrt

Bei schön frischen Temperaturen Start nach 9 im frühlingshaften Alvaneu. Wechsel auf Kurzskichen+-fellchen auf ca. 2200 und - immer "le roi est là" und Konsorten im Rücken - über den gleissenden Gipfelrücken auf den Ostgipfel des Tgapeala (Pt. 2701). Der Schnee trug auch gegen Mittag so gut, dass ich der Versuchung nicht wiederstehen konnte, den Gipfelrücken mit ersten Spürchen zu verzieren, zumal oben starker Südwind eine längere Rast nicht so aamächelig machte. Somit nochmals 300 Hm rauf und Traverse zum Hauptgipfel (2712), wo die auf der LK gut sichtbare Rampe/Mulde gen NE ins Ramoz ansetzt. Dort sogar noch etwas wie Pulver auf fester Unterlage und somit ein zweites Traumabfährtchen.

Keinerlei Spuren im Ramoz - und trotzdem jemand in der Hütte, und zwar des Hüttenchefs rechte Hand, der in den kommenden Tagen einige Ausbesserungsarbeiten an die Hand zu nehmen gedachte. Somit war für warm Wasser und Getränke gesorgt, dafür bedankte ich mich des abends mit dem Leihen meines Ohres ;-). Langer Hüttennachmittag, zuerst draussen an der Sonne, dann infolge Windes drinnen an der Sonne.

2. Tag: Ramoz - Aroser Rothorn - Grat ob der Furcletta - Val digl Guert (ca. 2250) - Culmet Pt. 2729 - Sanaspans - Lenzerheide. 1350 Hm hinauf, 2150 runter

Auch am Morgen noch starker Wind, somit nicht allzu früher Aufbruch dann, als die Sonne bereits die Gipfel küsste. Bald selbst an der Sonne auf bestens gefrorenem Schnee ins Tal hinein bis zum See bei Pt. 2483, wo die schöne Mulde ansetzt, die nahtlos in den steilen Gipfelhang übergeht. Auf 2840 überraschende Setzungsgeräusche (SLF für nordexponierte Hänge mässig), die mich unverzüglich zum bei 2849 ansetzenden Grätchen flüchten liessen. Zu Fuss und nur wenig einsinkend über dieses bis auf den (windigen, was sonst?) Gipfel, den nur eine kurze Eisenstange ziert. Kurz den Weitblick in alle Richtungen eingesogen, dann vorsichtige Abfahrt entlang der Fussspur, bevor auf 2800 wunderbare Firnverhältnisse begannen, in den östlich exponierten Hängen der Mulde schon hübsch aufgesulzt.

Wiederaufstieg zu Fuss in die Furcletta und weiter auf dem Grat bis ca. 2680, von dort gen W in die ostexponierten Hänge traversiert und in einmalig schönem, seidigem Sulz in der sanften Val digl Guert runter bis ca. 2250. Wiederaufstieg in die Mulde von Culmet und über die steile Gipfelchenflanke hinauf zu Pt. 2729, einem Vorgipfel im S-Grat der Pizza Naira. Ein paar schöne Sulzschwünge zum Übergang 2615, und Traverse zum Höcker 2595 für die Mittagsrast, bis auch westlicher exponierte Hänge al dente waren. Nochmals 600 Hm auf unglaublich gutem Butterfirn bis 100 Hm unter Sanaspans, wo ich die ersten Wanderer (und neben dem Co-Hüttenchef auf Ramoz) ersten Menschen und Spuren überhaupt traf. Einer fragte mich, wo's denn da lang zum Älplispitz gehe - eine etwas groteske Vorstellung, Anfang Mai im Schnee zig Hundert Hm nachmittags mit Wanderschuhen bewältigen zu wollen... Nach längerer Sonnenrast nochmals 100 Hm Abfahrt auf dem Alpsträsschen, dann Abstieg auf dem alten, nicht mehr unterhaltenen Direktweg hinunter nach Lenzerheide, dies in einem wunderbaren Wald voller leuchtend blau-violetter Leberblümchen - der  Frühling hat mich wieder, nach einer der (kurz-)skifahrerisch besten Touren seit langem!




Tourengänger: Polder


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