Pico Viejo, 3135m


Publiziert von Linard03 Pro , 8. Mai 2016 um 09:36.

Region: Welt » Spanien » Kanarische Inseln
Tour Datum:29 April 2016
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: E 
Zeitbedarf: 6:15
Aufstieg: 1050 m
Abstieg: 1050 m
Strecke:Mirador Narices del Teide - Pico Viejo
Zufahrt zum Ausgangspunkt:per PW zum Aussichtspunkt "Mirador Narices del Teide"

Nachdem ich gestern erfolgreich den Pico del Teide besteigen durfte, war ich nun so richtig akklimatisiert für den Pico Viejo (oder hatte ich da etwas falsch verstanden …?). Jedenfalls wollte ich die Zeit nutzen, um auch noch eine zweite Wanderung zu machen. Eine schöne, einsame Tour, welche ich allerdings in der Länge etwas unterschätzt habe. Doch der Reihe nach …
 
Freitag, 29.4.16
Mit dem Auto fuhr ich heute zunächst einige Kilometer auf der Autobahn nach Westen, um dann auf der TF-38 in den Nationalpark zu gelangen. Diese Strasse ist weit weniger kurvenreich als diejenige via Vilaflor. So ging’s also zügig hinauf zum Parkplatz beim Mirador de Chio bzw. Narices del Teide. Heute durfte ich im Gegensatz zu gestern den Platz auswählen, denn ich war heute der Erste …
 
Wie schon mehrfach beschrieben, verläuft der Weg Nr. 9 zunächst westwärts und v.a. abwärts … Durch den Kiefernwald und danach rechts hoch, wenn auch dieser Weg an der Abzweigung eigenartigerweise nicht beschildert ist. Angenehm steigend geht’s durch Buschlandschaft hoch, bevor man dann endgültig karge Vulkanlandschaft betritt. In vielen Serpentinen gewinnt man gut Höhe bis zu einem ersten Aussichtspunkt auf ca. 2500m – bis hierhin alles im Schatten, zum Glück …
 
Ab hier dann nicht nur in der Sonne, v.a. auch traversierend: in einem Auf- und Ab quert man die Hänge, ohne dass man noch viel an Höhe gewinnt. Nachher folgt ein mühsamerer Teil auf feinem Sand, worauf man kaum vorwärts kommt … danach wieder festerer Untergrund, bevor es nochmals richtig zäh wurde: ein Schritt vorwärts, ein halber zurück auf feinstem Sand … Aber etwas anderes irritierte mich viel mehr: zwar ging es stets aufwärts, aber irgendwie hatte ich den Eindruck, dass man den Vulkan lediglich umrundet, jedoch nicht an den Kraterrand gelangt. Aber die dann und wann angebrachten Weg schilder (Nr. 9) bestätigten mir, dass ich nach wie vor auf dem richtigen Weg war …
 
Dann tauchte unvermittelt der Teide wieder auf; was für ein schöner Anblick! Bei der erstbesten Gelegenheit nahm ich einen schwachen Pfad, der mich direkter hinaufbrachte, wo ich mir einen Überblick verschaffen wollte. Und siehe da, da stand ich ja auch schon am Kraterrand … Ob das jetzt schon der Pico Sur war, entzieht sich meiner Kenntnis. Mir ist nicht so klar, an welcher Stelle sich dieser befinden soll; gekennzeichnet ist nichts. Oder befindet er sich an der Stelle, wo ein Steinmann errichtet wurde?
 
Wie auch immer, mir bot sich von hier nicht nur der Blick zum Pico Viejo, sondern v.a. ein riesiger Krater, welcher um einiges eindrucksvoller ist als derjenige des Pico del Teide. Nun war wenigstens klar, wo sich der höchste Punkt befindet. Einige Meter abgestiegen, um nochmals etwas auszuholen. Bis hierher keiner einzigen Menschenseele begegnet, mal abgesehen von den fünf Wanderwegarbeitern, die mir nun die einzige Abkürzung (ein deutlicher Pfad) nicht gegönnt haben und freundlich darauf hingewiesen haben, man befinde sich im Nationalpark und dies sei kein offizieller Weg …
 
Also nochmals eine Zusatzschlaufe plus einige Höhenmeter, dann stand ich nach genau 4 Std. auf dem Pico Viejo, 3134m. Nebst dem Blick aufs Meer bietet sich hier einen phantastischen Blick in den riesigen Kraterschlund. Ich genoss bei Windstille eine ausgiebige Rast und blieb knapp ¾ Std. auf dem Gipfel, den ich für mich alleine geniessen durfte.
 
Ich konnte mich zwar fast nicht vom Kraterblick lösen, aber irgendwann musste ich ja wieder aufbrechen …  Zurück ging’s auf demselben Weg und es gilt auch an diesem Berg: verlaufen unmöglich, weder im Auf- noch im Abstieg. Falls die eigene Orientierung nicht ausreicht, helfen einem die Nr. 9-Täfelchen jeweils weiter. In der Nähe von P.2659 gäbe es eine Abkürzung: dieser Weg ist zwar nicht offiziell nummeriert, verläuft jedoch parallel zwischen Nr. 9 und Nr. 28 und führt offensichtlich direkt zum Parkplatz. Da ich jedoch nicht genau wusste, wie knieschonend dieser Weg wäre, hielt ich mich an den Weg Nr. 9.
 
Noch etwas oberhalb des erwähnten P.2659 begegnete ich übrigens den einzigen Wanderern, einem jüngeren Paar (aus einem deutsch-sprachigen Land, um neutral zu bleiben), welches allerdings etwas missmutig gestimmt schien. Lag es am mühsamen Aufstieg? War es zu anstrengend? Jedenfalls haben sie kaum gegrüsst, was mich jedoch nicht weiter störte. Wenige Meter später hörte ich aber, wie sie über meine Ausrüstung lästerten („Sch…-Stöcke“ u.ä). Verstand ich jetzt nicht ganz: 1. gab es nichts zu lästern, 2. sollte man nicht ablästern, wenn man nicht weiss, welche Sprache der andere spricht und 3. müsste sich die Dame bezüglich Ausrüstung selbst an der Nase nehmen: kurze Hosen und Sneakers für eine solche Tour? Für mich ein no-go; aber das muss jeder selbst wissen; die Sneakers konnte sie nach der Tour wohl umgehend in die Mülltonne kloppen …
 
Das Runter-Surfen ging natürlich bedeutend schneller vonstatten; im Gegensatz zum Aufstieg begrüsste ich jetzt den teilweise sandigen Untergrund ;-). Der Rest ist schnell erzählt: bei mittlerweile doch sehr warmen Temperaturen erreichte ich wieder die Talsohle. Für einmal machte es mir auch nichts aus, dass zum Schluss nochmals ein Gegenanstieg bevorstand (normalerweise für mich die ganz grosse Herausforderung zum Abschluss einer Tour …). Leichtfüssig ging’s also hinauf zum Parkplatz. Nach diversen Fotostopps auf der Fahrt an das Meer hinunter, gönnte ich mir nochmals einen schönen Strandspaziergang.

Fazit:
Eine wunderschöne, einsame Tour! In der Länge nicht zu unterschätzen; ich empfand den Aufstieg als mind. ebenso anstrengend wie die Tour auf den Pico del Teide.
 
Zeiten (inkl. Pausen):
Parkplatz – Pico Viejo: 4 Std.
Pico Viejo – Parkplatz: 2 Std. 40 Min.

Samstag, 30.4.16
Heute war erst mal Ausschlafen angesagt und nach dem Frühstück nochmals ein ausgedehnter Spaziergang dem Meer entlang. Für eine weitere Wanderung schien mir der Tag etwas zu kurz zu sein, weshalb ich mit dem Auto einen Ausflug machte: zunächst nach Santiago del Teide (950m) und weiter hinauf zum Montaña del Viento (1129m). Hier auf dieser „mittleren“ Höhe war es wie üblich neblig und ziemlich frisch. Danach fuhr ich hinunter nach Acantilado de los Gigantes, ein ebenso bekannter Ort am Meer.
 
Von hier gings dann endgültig zurück zum Flughafen. Pünktlich hob der Edelweiss-Flieger ab und ich durfte die schöne Teide-Pyramide nochmals aus der Luft bestaunen. Schön war's!

Tourengänger: Linard03


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Kommentare (1)


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Hibiskus Pro hat gesagt:
Gesendet am 16. Mai 2016 um 19:51
Dieser Krater macht süchtig;-)) Vor Jahren musste man sich den Weg suchen, war aber meistens auf griffigem Untergrund.
Hoffe natürlich, dass es ein nächstes Mal gibt;-)
LG Werner


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