Piz Ela - Überschreitung


Publiziert von Delta Pro , 21. Juli 2006 um 11:43.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Albulatal
Tour Datum:19 Juli 2006
Wandern Schwierigkeit: T6 - schwieriges Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: ZS+
Klettern Schwierigkeit: IV (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR 
Zeitbedarf: 12:30
Aufstieg: 1960 m
Abstieg: 1500 m

Die komplette S-N-Überschreitung des Piz Ela! Eine der ganz grossen, klassischen Touren im Bündnerland, die nur sehr selten unternommen wird. Wir tauchen ein in die unvergleichlich wilde Landschaft aus schmalen Graten, zerklüfteten Felsen und Geröll wie sie nur der höchste Dolomit-Gipfel der Schweiz, der berühmt berüchtigte Piz Ela bieten kann!

Der Piz Ela ist ein grosser, abweisender Berg, der sich ringsum mit steilen Felswänden  umgibt. Viele Besteigungsversuche versanden in der unübersichtlichen, steilen Normalroute durch die W-Flanke. Die SE-Grat Route ist auf dem Papier die schwierigste, ist jedoch am meisten zu empfehlen. Die Routenfindung ist einfach und der Fels fest. Der NW-Grat über den Piz d'Uglix ist lange, sehr selten begangen, aber landschaftlich eindrucksvoll und gebirgstechnisch anspruchsvoll. Auch begangen werden die Mittelrippe und der Südpfeiler. Im Gipfelbuch seit 1961 finden sich durchschnittlich nur rund 5 Einträge im Jahr. Der Piz Ela ist wahrlich ein exklusiver Berg!

Start um halb vier nach einem gemütlichen, sehr zivilisierten Biwak in Preda. In der Dunkelheit auf dem Wanderweg gegen die Fuorcla Tschütta und exakt zum Sonnenaufgang auf den Tschimas da Tschitta (Pt. 2799) - das Bündnerland ist schon seeehr schön!
Der SE-Grat des Piz Ela sieht extrem abweisend aus - ein richtiger Dolomiten-Gipfel, und das mitten in der Schweiz! Einstieg in die SE-Grat-Route (ZS+) um 6.30. In leichter, abwechslungsreicher Kletterei (max. II) hinauf zum Vorgipfel (Pt. 3180). Dann ab und zu leicht in die Flanken ausweichend über den zerrissenen Grat gegen den Hauptgipfel. Wunderschöne, teilweise brutal ausgesetzte Kletterei mit unglaublichen Tiefblicken. Beim Ela-Loch ist der Grat so schmal, dass sich 40m (!) unter der Schneide ein Felsfenster geöffnet hat! Die Schlüsselstelle über das Elafenster hinweg (III+) ist mit neuen Bohrhaken abgesichert (die im Gipfelbuch aufs Schärfste kritisiert werden!). Nach gut 3 Stunden Kletterei in festem Domomitfels sind wir auf dem Gipfel des berühmt-berüchtigten Piz Ela.

Für den Abstieg und zur vollständigen Überschreitung des Bergstocks wählen wir den NW-Grat. Dieser Abstieg in die Scharte zwischen Piz Ela und Piz d'Uglix ist anspruchsvoll, vor allem wegen dem vielen losen Geröll und der schwierigen Routenfindung. Allerdings ist das Überschreiten der ausgesetzten Dolomit-Schneide sehr eindrucksvoll. Eine Kletterstelle (II+) im Abstieg.
Von der Scharte versuchten wir uns erst an einem Geröllband, das gemäss Führer bequem um den Piz d'Uglix und seinen extrem zerrissenen Grat führen soll. Dieses Felsband ist nicht mehr begehbar (Unterbrechungen)!!! Mühsam haben wir uns dann wieder zum Grat hochgearbeitet (und somit eine Erstbegehung in recht passablem Fels eröffnet :-) ). In schöner Kletterei (III) über den S-Grat auf den Piz d'Uglix. Mein Gipfel Nr. 100 im 2006!
Abstieg über den N-Grat (eine Kletterstelle II+) und dann meist auf dem Grat gegen den Piz Spadlatscha, das Ziel der langen Gratüberschreitung. An einer Stelle ist ein 2-Meter-Sprung über eine Felsspalte im Grat erforderlich - da wird etwas Adrenalin produziert! Vom Ela zum Spadlatscha brauchten wir geschlagene 5 Stunden!
Abstieg über den steilen Schutt- / Schieferrücken des Piz Spadlatscha (T5) und auf dem Weg zur Ela-Hütte.


Tourengänger: Delta, Alpin_Rise

Galerie


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Kommentare (1)


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stephen Pro hat gesagt:
Gesendet am 21. Juli 2006 um 23:55
Belles photos :-)


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