Mont Vélan, 3726 m., eine unvergessliche Gletschertour.


Publiziert von donalpi , 15. April 2016 um 22:40.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Unterwallis
Tour Datum:19 August 1984
Hochtouren Schwierigkeit: WS
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS   I 
Zeitbedarf: 2 Tage
Aufstieg: 2094 m
Abstieg: 2094 m
Strecke:Bourg-St-Pierre-Cabanne du Vélan-Col de la Gouille-Mont Vélan
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Martigny-Orsières-Bourg-St-Pierre mit Pw.
Zufahrt zum Ankunftspunkt:dito
Unterkunftmöglichkeiten:Bourg-St-Pierre, Orsières, Cabanne du Vélan
Kartennummer:LK 1366 Mont Vélan,LK 1345 Orsières

Der Mont Vélan ist der dominanteste Berg zwischen dem Grand Combin und dem Massiv des Montblanc, und ein perfekter Gletscherberg. Wir weilten in Bourg-St-Pierre in den Ferien und wollten auch diesen Berg besuchen, nachdem ich ein Jahr zuvor den Grand Combin de Valsorey über den Meitingrat bestiegen hatte.
 
Den Aufstieg zur (damals noch alten Vélanhütte) starteten wir in Bourg-St-Pierre und dann ging es  auf dem Bergweg dem Bach "Le Valsorey"entlang nach Cordonne und unterhalb des Chalet d`Amont auf einer Brücke über den Bach. Von hier aus folgte noch eine happige Steigung von 500 Höhenmetern bis zur Hütte. Hier konnten wir den Anfang der morgigen Route auf dem Glacier du Tseudet einsehen. Trotz guter Belegung hatte es noch genügend Platz in der Hütte und wir verbrachten einen geselligen Hüttenabend.
 
Am anderen Morgen früher Aufbruch mit Stirnlampe und kleiner Abstieg von der Hütte zur Moräne des Glacier du Tseudet und auf dem hartgefrorenen Gletscher aufwärts, dann nach links queren bis unterhalb der Felsen des Mont de la Gouille. Hier hat es einige Steinmännchen und es gibt dann noch eine kleine Kraxelei zum Col de la Gouille hinauf,gut gesichert mit Ketten und einer Leiter, dann erreichten wir nach kurzem Abstieg den Glacier de Valsorey. (Dieser Abstieg dürfte heute ein bisschen länger sein, denn seit unserer Besteigung sind 32 Jahre vergangen, also hat sich auch der Gletscher massiv verändert.....)
 
Es sind doch zahlreiche Seilschaften unterwegs, auch solche die schon eine Stunde vor uns gestartet sind, wir können diese jetzt auf dem Glacier de Valsorey beobachten. Nun haben wir auch einen freien Blick zum Grand Combin und auf die Séracs beim Aufstieg. Der Gletscher mit seinen Abbrüchen ist sehr imposant, wir tauchten ein in eine unglaublich schöne Gletscherwelt!
 
 Für diese Tour hatte ich sogar meine schwere Hasselblad-Kamera 6x6 dabei, brauchte natürlich etwas mehr Zeit zum Fotografieren, denn zuerst musste ich mit einem Handbelichtungsmesser die Blende bestimmen und nachher manuell alles einstellen, kein Vergleich mit der heutigen "Gratis-Fotografiererei"....Aber  ich bin erstaunt, wie diese Dias auch nach 32 Jahren noch perfekt sind, weiss nicht, ob in 32 Jahren unsere digitalen Bilder überhaupt noch "sichtbar sein werden....
 
Auf dem Glacier de Valsorey ging es dann aufwärts, teilweise unter Séracs querend, es hat hier überall viele Spalten, aber der Gletscher ist noch gut zugeschneit und vor allem hart gefroren, das erleichtert den Aufstieg natürlich enorm.

Kurioserweise treffen wir eine Frau, die alleine auf dem Gletscher herumspaziert, kann es kaum glauben.....Wir fragen sie, warum sie hier so alleine sei, sie klärt uns dann auf, dass sie zu einer Gruppe Alpinisten aus Paris gehöre, aber zu müde für den weiteren Aufstieg sei, darum warte sie hier, bis die "Kameraden" vom Gipfel zurückkämen.....Sie waren am Vortag von Paris hergereist, dann ging es heute auf den Mont Vélan und dann wieder zurück nach Paris....Verrückt! Ich bat die Dame jedoch, nicht mehr herumzuspazieren und hier, an einer sicheren Stelle auf den Rucksack zu sitzen, denn ein Herumspazieren könnte in einer Spalte enden.....Die Dame war dann doch beeindruckt von der Gefahrensituation und blieb an dieser Stelle sitzen. Vorher hatte ich noch mit dem Pickel diese Stelle sondiert und konnte feststellen, dass es hier sicher war. Was gibt es doch für unglaubliche Geschichten in den Bergen!
 
Nun ging es weiter hoch, natürlich hatte es eine gute Spur, aber man musste immer den grossen Spalten ausweichen und daher auch Umwege in Kauf nehmen. Die Aussicht wurde immer gewaltiger, der Montblanc, dann im Osten die Gipfel vom Weisshorn bis zum Monterosa, im N dann auf die Diablerets und den markanten "Catogne"......
Glücklich erreichten wir den Gipfel und es gab den obligaten Gipfelkuss, wieder hatten wir zusammen einen wunderbaren Berg bestiegen.....
Nach kurzer Gipfelrast machten wir uns auf den Rückweg, denn es waren bis Bourg-St-Pierre noch 2094 m Abstieg zu bewältigen. Tour mit Elsbet.
 
Diese Tour sieht heute vermutlich ganz anders aus, könnte gut sein, dass diese Tour als Skitour besser machbar ist als im Hochsommer. 

Tourengänger: donalpi


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