Trampelpfade am Üetliberg (37): Gipfelrundtour (Utopfad)


Publiziert von Uto869 Pro , 15. April 2016 um 19:14.

Region: Welt » Schweiz » Zürich
Tour Datum:14 April 2016
Wandern Schwierigkeit: T4+ - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: Albiskette - Höhronen   CH-ZH 
Zeitbedarf: 1:15
Aufstieg: 50 m
Abstieg: 50 m
Strecke:Zürich: rund um Uto Kulm
Zufahrt zum Ausgangspunkt:ÖV: S10 (Üetliberg); Auto: Albisgüetli
Kartennummer:LK 1:25'000, Blatt 1091 (Zürich)

 

Ein Trampelpfad, der etwas aus der Reihe tanzt und auch nur zur Hälfte ein Pfad ist … Ich habe nach einer abwechslungsreichen Uto-Gipfelrundtour gesucht und bin fündig geworden. Auf der Westseite folgt sie zwar den üblichen Wegen und Strässchen, auf der Ostseite beschert sie der Üetli-Kraxlerin und dem Pfädchenliebhaber aber alles, was das Herz begehrt: verschwiege Weglein, versteckte Hütten, überraschende Ausblicke auf Stadt und See, gute Einblicke in den Aufbau der Gipfelfelsen aus Nagelfluh - und eine herausfordernde und heikle Kraxelpassage. Wegen dieser Passage zwischen dem Rossweidlipfad und dem Denzlerweg stufe ich die Route als T4+ ein (ähnlich gewissen Fallätsche-Passagen). Zwei, drei ausgesetzte Stellen sind auf jeden Fall nicht zu unterschätzen. Wer sich für das Mitführen eines Pickels entschieden hat, ist sich plötzlich sicher, dass das eine gute Idee war. Zumindest einen belastbaren Stock halte ich für ein Muss, um die erwähnte Passage zu begehen. Vor und nach diesem Abschnitt ist’s einfach (T2, T3): ein Gelände auch für Familie mit abenteuerlustigen Kindern im Schulalter. Aber auch hier gilt: Vorsicht, die Pfade sind zwar einfach zu begehen, aber plötzlich geht’s auf der einen Seite zünftig hinunter. Dass man die T4+-Passage auch auslassen kann, dafür sorgen andere Trampelpfade, von denen es zwischen Cholbenhof und Uto Kulm nur so wimmelt. Die Rundtour kann eingefleischten Trampelpfädlern also auch dazu dienen, sich zu vergewissern, wo sich welche Route befindet. Wenn man die Ostflanke von den Lusthäuschen her begeht, kreuzt man nacheinander die Rossweidlipfade (praktisch an der Stelle, an der die Nord- und die Südvariante aufeinander treffen), den Denzlerweg, die Kulmpfade (kurz bevor die Nord- und die Südvariante aufeinander treffen) und den Staffelpfad. - Noch eine Bemerkung zu den aktuellen Verhältnissen: In den Schattenpartien (und fast die ganze Ostflanke ist eine Schattenpartie) ist es noch sehr feucht. Das würde darauf hindeuten, dass man noch etwas warten sollte. Allerdings ist es so, dass „Dreckklettern“ (in der T4+-Passage) recht gut geht, wenn der Untergrund feucht ist. Dass man mit schmutzigen Kleidern und Schuhen nach Hause kommt, steht auf einem andern Blatt ... - Und noch ein Vorsichtssignal für Leute, die nicht so geübt sind: Es liegt sehr viel Laub am Boden, nasses Laub. In der Regel findet man in diesem auch in steileren Passagen einigermassen Halt. Wenn an einer Stelle aber plötzlich Holz unter dem Laub liegt, kann man bös ausrutschen. Besondere Vorsicht also an Stellen, an denen Ausrutscher zu Abstürzen führen können!

 

Utopfad

 

Ich schlage vor, etwas nordwestlich des Restaurants Uto-Staffel zu starten. Man folgt von hier nicht der Gratstrasse, sondern dem ansteigenden, schmaleren Weg. Bald schon beginnen die Treppen, die direkt zum Kulm hinaufführen. Man lässt diese rechts liegen und benützt den Weg, der direkt unter dem Felsen auf der Westseite um die Gipfelplattform herumführt. Wenig später trifft man wieder auf die Gratstrasse. Damit die Umrundung auch den deutlich sichtbaren Moränenhügel umfasst, der im Norden den Gipfelbereich abschliesst (dort, wo sich die „Sonne“ des Planentenweges befindet), folgt man der Strasse abwärts, bis man sie im grossen Rank wieder verlassen und sanft zu den Lusthäuschen (Schwesternhäusern) aufsteigen kann. Wer sich den Westteil der Route sparen will, kann selbstverständlich auch vom Hohenstein auf dem Gratweg (Treppenweg) zu den Lusthäuschen gelangen. Nach den Häusern geht es dann richtig los: Man folgt für einige Meter dem Treppenweg. Dort, wo er scharf nach rechts abbiegt, beginnt ein schmaler, aber gut sichtbarer Pfad (in Gehrichtung links). Schnell ist man weg von den Leuten und in einer ganz anderen Welt. Und bald schon trifft man auf einen Picknickplatz, der wunderschön gelegen ist, aber selten benützt wird - ein Geheimtipp für einen heissen Sommertag. Kinder können hier gut spielen, wenn sie die Abschrankung (massive Holzbalken) beachten; dahinter geht’s massiv in die Tiefe. Gleich nach der Feuerstelle folgt die Schwarze Hütte. Sie ist zwar stets geschlossen, kann aber gerade dadurch die Phantasie anregen. Die Hütte gehört der Stadt. Weiter geht’s geradeaus, immer auf einer Höhe von rund 850m über Meer. Schon bald trifft man auf eine weitere Feuerstelle, eine mit einer grossartigen Aussicht Richtung Süden. Hier vereinen sich die beiden Varianten des Rossweidlipfades (siehe meine entsprechenden Berichte auf www.trampelpfade-am-uetliberg.ch). Wer noch nie auf Geländerippen hochgekraxelt ist, bekommt hier eine gute Vorstellung davon, was mittelschwere Trampelpfade am Üetliberg sind. Rechts der Feuerstelle geht es steil, dreckig, aber unschwierig direkt zum TV-Turm hoch (T3). Wer kein T4+-Kraxler ist, benützt diesen Ausstieg. Auch für Kinder ist hier mit Sicherheit Endstation. Wer aber meiner T4+-Route folgen will, muss jetzt die Augen gut offen halten. Einige Schritte oberhalb von Feuerstelle und Betonblock, auf dem Direktaufstieg zum Fernsehturm, zweigt eine wenig sichtbare, aber doch vorhandene Spur nach links ab. Ihr folgen wir, sichern uns gut, um nicht abzurutschen, zwängen uns durch Büsche, sind dankbar für einige junge Stämmchen, die halten, passen dort speziell gut auf, wo unten eine eigentliche Felswand ist - und stehen dann kurze Zeit später und eine Kraxelerfahrung reicher wieder auf sicherem, sprich flacherem Boden. Hier gilt es, eher etwas anzusteigen, also leicht rechts anzuhalten, sonst landet man an einem Graben, bei dem man Steigeisen und zwei Pickel bräuchte, um ihn heil zu queren. Dann aber wird’s schnell einfacher: Der Denzlerweg ist erreicht, ihm folgt man abwärts für einige Kehren - bis zum Wegweiser „Staffel“ (mit gelber Farbe auf eine Buche gemalt). Der Pfad ist ab hier schon fast wieder ein Weg. Ihm folgt man, bis man zu einem weiteren Picknickplatz kommt, keinem besonders lauschigen allerdings, eher einem Überbleibsel aus früheren Zeiten (Metalltisch etc.). Hier kreuzt man den Kulmpfad Nord (steil, T4, ein abschätzender Blick nach unten lohnt sich: wäre das etwas für nächstes Mal?). Wer direkt zum Gipfel will, steigt hier hoch (T3) und gelangt via eine kleine Metallleiter und ein Drahtseil direkt auf die Aussichtsplattform. Wer die Umrundung jedoch vollenden will, bleibt auf dem horizontalen Pfad, quert den (hier wenig ausgeprägten) Kulmpfad Süd und geht weiter Richtung Staffel. Der Pfad wird immer breiter, findet sich mit dem Staffelpfad zusammen - und schon tritt man durch eine Art Tor wieder in die Welt der Üetliberg-Spaziergänger hinaus. Man ist auf der Gratstrasse: just an der Stelle, an der die Gipfelrundtour begonnen hat.


Tourengänger: Uto869


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