Grenzwanderung Schweiz * Frümsen - Kobelwald


Published by laurentbor , 22 April 2016, 09h33.

Region: World » Switzerland » St.Gallen
Date of the hike: 3 April 2016
Hiking grading: T1 - Valley hike
Waypoints:
Geo-Tags: CH-SG 
Time: 4:15
Height gain: 712 m 2335 ft.
Height loss: 685 m 2247 ft.
Route:13,8 km
Access to start point:Zürich - St. Gallen - Frümsen
Access to end point:Oberriet - St. Gallen - Zürich

Die Schweizergrenze zwischen Sargans und Bodensee folgt ausnahmslos dem Verlauf des Rheins, der hier zum Schutz vor Überschwemmungen in einen Betonkanal gezwängt wurde. Ein Dammweg begleitet die gesamte Strecke des Flusses auf Schweizer, sowie auf Liechtensteinischer, beziehungsweise Österreichischer Seite. Diesen Abschnitt zu erwandern wäre wohl die monotonste Angelegenheit der Welt, auch wenn die Aussichten in die Alpen etwas entschädigen würden. Ich hätte als Alternative das Velo nehmen können um die Strecke in einem Tag zu absolvieren. Jedoch habe ich mich entschieden stattdessen den paralell am Hang verlaufenden Rheintal-Höhenweg zu begehen. So hat man beste Aussichten auf die Talschaft und die Nachbarstaaten und durchschreitet interessante Orte und unbekannte Kulturlandschaften.

Die vierte Strecke entlang des St. Galler Rheintals führt erst von Frümsen über eine aussichtsreiche Fahrstrasse in ein kleines Waldstück. Jetzt im Frühling dringt noch genügend Sonnenlicht durch die Äste und lässt den Bärlauch am Boden seine Blätter entfalten. Ganze Hänge sind bedeckt damit und verströmen den unverwechselbaren starken Geruch. Ich pflücke mir einige Blätter für eine Suppe zuhause. Später durchquert man hier auch einen kleinen Abschnitt mit Felsen - wahrscheinlich ein Bergsturz vor vielen Jahrhunderten.

Beim Hof Lögert oberhalb Sennwalds begrüsst mich ein Appenzeller Hund und ein knorriger Bauer mit einer Zigarillo im Mund. Ich biege ab und stehe vor einigen Schottischen Hochlandrindern welche mich fassungslos anstarren. Zum Glück ist ein Elektrozaun zwischen mir und den Tieren, denn sie sehen mit ihren gewaltigen Hörnern nicht gerade aus wie Kuscheltiere.

Nun führt der Weg bergwärts, relativ steil bis zu einer Holzbrücke über den tosenden Mülbach. Hier folgt eine Fahrstrasse bis zum Britschli, wo eine Familie einen Sonntagsbrunch veranstaltet. Noch ein paar Meter auf einem Waldweg und der Schwendi ist erreicht. Von hier oben hat man einen grandiosen Tiefblick nach Lienz, dass 400 Meter senkrecht in der Tiefe liegt. Der Ausblick ist allerdings nur jetzt zu haben, denn der ganze Grat des Schwendi liegt im Wald und schon in ein paar Wochen ist hier alles voller Blätter.

Der Weg hinunter führt steil durch einen Bärlauchwld zum Gehöft Furnis. Der Ausblick auf die andere Rheintalseite fällt nun erstmals auf Österreich. Nämlich die Stadt Feldkirch und dahinter die Arlberg-Gruppe. Über gepflegte Wiesen geht es ins Bilderbuchdorf Plona. Ein paar Schindel- und Holzhäuser im Appenzeller Stil stehen hier dicht beeinander und die Dorfkinder spielen mit lautem Geschrei Fussball auf dem kleinen Platz vor dem Gasthaus Alpenrose. Dahinter steht bedrohlich und schneebedeckt der Hohe Kasten.

Der nächste Ort ist Rüthi, ein typischer Ort im St. Galler Rheintal. Eine Mischung zwischen Bauerndorf mit konservativen aber gemütlichen EInheimischen und einem hohen Ausländeranteil die in zersiedelten Blockbebauungen am Dorfrand wohnen. Schon optisch scheinen sich die beiden Bewohnergruppen nicht wirklich nahe zu kommen. Entlang der Hauptstrasse und durch Industrie geht es nordwärts.

Beim Hirschensprung, einem felsartigen Einschnitt zwischen dem Balmberg und dem Blattenberg führt der Weg oben über eine aussichtsreiche Wiese. Der schmale Durchgang unten ist für die Autofahrer reserviert. Vor der Rheinkorrektur zu Beginn des 20. Jahrhunderts war dies der einzige Durchgang vom oberen ins untere Rheintal. Gleich dahinter liegt das kleine verschlafene Dörfchen Rehag in einer Talmulde.

Nun führt der Rheintaler Höhenweg wieder hinauf über Stig ins sonnige Kobelwald. Da der Abend nun aber langsam kommt, steige ich ab ins nahe Oberriet am Rhein. Die nächste Etappe wird also von Kobelwald her starten.

Hike partners: laurentbor


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