Corn Suvretta 3072 m - Die etwas alpine Skitourenperle am Julier


Publiziert von Ivo66 Pro , 27. März 2016 um 18:47.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Oberengadin
Tour Datum:27 März 2016
Ski Schwierigkeit: WS+
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR 
Zeitbedarf: 4:30
Aufstieg: 860 m
Abstieg: 860 m
Strecke:Alp Güglia- Valletta dal Güglia - Fuorcla Chamuotsch - Corn Suvretta
Kartennummer:S 1:50'000 Julierpass

Der Corn Suvretta befindet sich mitten im beliebten Skitourengebiet am Julierpass, ist aber trotz seiner recht einfachen Erreichbarkeit weit weniger frequentiert als seine prominenteren Nachbarn. Dies hat er wohl seinem steilen Gipfelbereich zu verdanken, wo der im Winter oft etwas heikle Südostgrat den Auf- und Abstieg zu einem alpinem Unternehmen gerät.

Hatte ich gestern am Piz Surgonda noch grosse Freude, den jungfräulichen Gipfelhang als Erster zu spuren, war mir heute am Südostgrat beim Fussaufstieg doch etwas mulmig zu Mute, denn die Spuren unserer heutigen Vorgänger endeten vor der Schlüsselstelle, wo der Grat in einem steilen Abschnitt je nach Schneeverwehungen und Wächten ungemütlich werden kann. Im Gegensatz zu den beiden Tourengängern vor uns, hatten wir unsere Eispickel dabei, was es denn schliesslich auch ermöglichte, in den steilen Abschnitt einzustechen.

Der Aufstieg durch das Valletta dal Güglia versprach schöne Sulzverhältnisse für die anschliessende Abfahrt. Die Unterlage war pickelhart und die Sonne schien durch die angesagten Schleierwolken vom Himmel, welche sich dann aber in der Folge gar noch auflösten.  Die meisten Tourengänger zieht es auch auf dieser Route nach dem längeren Flachabschnitt Richtung Piz Surgonda, sodass wir - auch nicht zuletzt dank des nicht zu frühen Aufbruchs - schliesslich in den Genuss einer ziemlich einsamen Skitour kamen.

Die Schlüsselstelle am Südostgrat meisterten wir dank der Eispickel schliesslich gut, wenn uns auch Steigeisen hier nicht unangenehm gewesen wären. Im Abstieg war sie nochmals etwas anspruchsvoller; wir traversierten dabei halb seitlich - halb rückwärts, um mit den Skischuhen den bestmöglichen Halt zu erreichen. Sehr an die Substanz ging der Grat jedoch im oberen Bereich, wo wir immer wieder abwechslungsweise bis zu den Knien und zu den Hüften im Schnee einsanken.

Die Skiabfahrt bot dann - nebst ganz wenigen lästigen Bruchharschstellen unterhalb der Fuorcla Chamuotsch - tolle Verhältnisse, wie sie zu dieser Jahreszeit so angenehm sein können: Zischender, leichter Sulzschnee auf harter Unterlage.

Routenbeschreibung:

Siehe hier . Es empfiehlt sich - insbesondere bei harter Schneeunterlage, wie dies zur Zeit der Fall ist - in der ersten etwas steileren Stufe rechts des Bachs aufzusteigen. Wir beobachteten andere Tourengänger, welche auf der linken Talseite (in Aufstiegsrichtung gesehen), die Harscheisen montieren mussten, was bei uns kein Thema war.

Tourengänger: Ivo66, Lena

Galerie


Slideshow In einem neuen Fenster öffnen · Im gleichen Fenster öffnen


Kommentar hinzufügen»