MÖNCH 4107m (Versuch SE-Grat)


Publiziert von danueggel , 2. Januar 2009 um 11:21.

Region: Welt » Schweiz » Bern » Jungfraugebiet
Tour Datum: 1 Januar 2009
Hochtouren Schwierigkeit: L
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS   CH-BE 
Zeitbedarf: 4:00
Aufstieg: 200 m
Abstieg: 200 m
Strecke:Jungfraujoch-Einstieg SE-Grat-Jungfraujoch
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Mit Jungfraubahnen: INTERLAKEN OST-LAUTERBRUNNEN-WENGEN-KLEINE SCHEIDEGG-JUNGFRAUJOCH; Billet fürs Jungfraujoch muss mit GA erst ab Wengen gelöst werden.
Unterkunftmöglichkeiten:SOMMER: Mönchsjochhütte SAC; WINTER: Winterraum, Holz und Kochgelegenheit inkl. Geschirr vorhanden, 6 Schlafplätze www.moenchsjoch.ch
Kartennummer:LK 1:25000, Bl 1249 "Finsteraarhorn"

 +++Mönch-Erstbesteigung 2009 kläglich gescheitert+++
DER TAG, AN DEM DANUEGGEL IM SCHNEE VERSOFF


Das neue Jahr wollte ich mit einer Neujahrestour festlich einläuten und dementsprechend würdig musste das Tourenziel sein. Ziel war der Mönch über den SE-Grat. Sollte eigentlich trotz den Schneeverhältnissen machbar sein, hoffte ich zumindest.


Mit dem ersten Zug ging es von Fribourg in Richtung Interlaken und dann aufs Jungfraujoch. Um 09:22 kam ich auf dem Joch an, umringt von einer Schar Japaner und um einige Franken leichter. Noch immer sind die Preise unverschämt überhöht, aber wer kann das den Verantwortlichen verübeln, wenn sich jedes Jahr den Preisen zum Trotz 500'000 Touristen und Berggänger schröpfen lassen.

Da ich wusste, dass die letzte Fahrt zur Kleinen Scheidegg um 16:40 abfuhr, zögerte ich nicht lange und lief gleich in Richtung Sphinxstollen. Leider war der Zugang noch versperrt, so dass ich 20 Minuten warten musste, bis es endlich losgehen konnte. Aufgrund des Neuschnees, der in der Nacht auf den Neujahrestag gefallen war, rechnete ich mit einem etwas längeren Anmarsch zur Mönchsjochhütte und hoffte insgeheim, dass bereits einige Skitourenfahrer für mich gespurt hatten.

SCHLIMMER ALS BEFÜRCHTET
Mitnichten, musste ich dann feststellen und lief los. Bereits die ersten 10m bestätigten die böse Vorahnung, ich versank bis zur Hüfte im Schnee. Ungefähr gleich ging es weiter. Das flache Gelände schien sich endlos lange hinzuziehen und ich kam kaum vorwärts. Nach knapp 2,5h kam ich dann beim Grateinstieg an, die Hütte im Blickfeld. Für diesen Weg hat man im Sommer ungefähr 45 Minuten...

Ein Blick auf die Uhr liess mich erkennen, dass ich es kaum auf den Gipfel und zurück schaffen würde, ohne die letzte Bahn zu verpassen. Ich machte mir noch ein Bild der Verhältnisse am Grat und stellte fest, dass die Bedingungen durchaus gut gewesen wären. Nur eine leichte Schnee- und Eisschicht lag auf den Felsen. Aufgrund der Schneeverhältnisse liess sich voraussagen, dass die Oberschicht des Gipfelfirngrates gefroren sein könnte, aber für das hat man ja einen Pickel zum Stufen schlagen dabei. Umso schwerer fiel mir die Umkehr, obwohl ich natürlich bereits im vornherein damit rechnen musste.

MÖGLICH WÄRE ES SCHON...

Die Tour wäre bei den Verhältnissen sicher machbar gewesen, die Schwierigkeiten würden ein aufgewertetes ZS- kaum überschreiten. Die verbliebene Zeit genoss ich auf dem Jungfraujoch bei herrlichem Sonnenschein und wolkenlosen Himmel um mittels SAC-Führer die verschiedenen Routen an der Jungfrau und dem Mönch einmal aus der Nähe zu studieren. Ich besuchte die Eishöhle, das Plateau und das Observatorium und fühlte mich in der Rolle des Touristen gar nicht einmal so unwohl.

Ich bereute, dass ich das Biwakmaterial nicht mitgenommen hatte, so hätte ich am nächsten Tag in aller Frühe von meiner Schneespur profitieren und in aller Ruhe auf den Gipfel steigen können. Nach einem gesamthaft gesehen doch gelungenen Tag, fuhr ich mit der Jungfraubahn zur Kleinen Scheidegg, wo die Jungfrau bereits in Mondlicht getaucht wurde, ein fantastischer Anblick. Der einzige Wermutstropfen, war dass nach einem Handyabsturz alle Fotos gelöscht worden waren, aber diese Erfahrung kenne ich ja bereits vom Lagginhorn. Es scheint als würde auf den 4000er Touren ein seltsamer Fluch liegen...

Fazit: Kurze, missglückte Tour bei Bilderbuchwetter

Lessons learned:
  • Das Natel benutzt man besser nur zum telefonieren
  • Biwakmaterial erhöht die Flexibilität
  • Bei Touren im Winter immer vorher den SAC-Hüttenwart fragen, ob ein Winterraum vorhanden ist

Wiederholungsfaktor
: 4

Tour im Alleingang

Tourengänger: danueggel

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