in die andere richtung


Publiziert von nikizulu , 9. Januar 2016 um 16:46.

Region: Welt » Tschechien » Riesengebirge
Tour Datum: 7 Januar 2016
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CZ   PL 
Zeitbedarf: 6:00
Kartennummer:SHOcart blatt 24: krkonoše

fact sheet:

winterwanderung auf den ribu nr. 61 schneekoppe 1602m (prominenz 1202m) im riesengebirge in tschechien bzw. in niederschlesien.

am 07.01.2016; im alleingang.

anfahrt per ÖV; start an der bushaltestelle in groß aupa; aufstieg über die jonabodenbauden auf die schneekoppe; abstieg zur bushaltestelle in klein aupa.

wenige zentimeter neuschnee ab start; kein niederschlag; gipfelziel bei eingeschränkter sicht erreicht; ein reh gesehen.

wanderinfos: rother wanderführer: riesengebirge
wanderkarte: SHOcart blatt 24: krkonoše
wetterbericht: http://www.wetteronline.de/wetter/schneekoppe
weil auf der schneekoppe oft sehr spezielle wetterbedingungen herrschen, lohnt auch ein blick auf die webcam: http://kamery.humlnet.cz/en/kamery/
ÖV-fahrpläne: http://jizdnirady.idnes.cz/vlakyautobusymhdvse/spojeni/
fotoalbum mit allen bildern der tour

tourenbericht:

die richtige richtung, das wissen wir seit goethe & co, ist der süden; und wenn man mit einer italienerin zamm ist, werden einem die zugstrecken über den brenner und durchs kanaltal bald sehr vertraut; diesmal aber hatte nur ich urlaub bekommen - eine gelegenheit also, nach langer zeit mal wieder (nach nordwesten) in den ostblock zu fahren, zu schauen, was sich dort so tut (immerhin sind ja unsere ex-K&K-nachbarn von bekannten von mir in politischen debatten schon als die bessere alternative zu den "wir schaffen das"-ländern A-D-S gepriesen worden ...), und dabei die schneekoppe, den höchsten berg und einzigen ribu von tschechien, anzugehen.

gerade am prager hauptbahnhof angekommen und dort bei einer wechselstube ordentlich bedackelt worden (nie wieder!), hat es zu schneien begonnen - und die nächsten 3 tage, in denen ich vom von lauten italienischen tourist/inn/en überrannten prag über das wirklich sehenswerte kuttenberg (UNESCO-welterbe-barbarakirche!) und das unspektakuläre königgrätz nach trautenau, der letzten stadt vor den tälern, die ins riesengebirge führen, unterwegs war (übrigens super zug- und busverbindungen, alles schnell, modern und sauber!), hat der (allerdings leichte) schneefall nicht mehr aufhören wollen.

der reiz vom projekt ribu liegt für mich an erster stelle darin, in immer völlig neue bergregionen vorzudringen; wieviel schnee wird auf der schneekoppe gefallen sein? wird der gipfel aus der nebelsuppe herauslugen? wind? lawinen? zuverlässigkeit des wetterberichts? - die klassische strategie: das gesamte material mitnehmen, sicher ist sicher! was natürlich dazu geführt hat, dass ich meine schneeschuhe für nix auf meinem rücken einmal über den berg getragen hab ...

letztendlich bin ich von der bushaltestelle in gross aupa über breite und gut ausgeschilderte (man merkt, dass die tschech/inn/en [und die pol/inn/en von der drüberen seite] selbst gern in die berge gehen) forststrassen in einer schönen schleife über die jonabodenbauden zum fuss des gipfelaufbaus der schneekoppe aufgestiegen, von wo aus unzählige in den hang gearbeitete stufen auf den mit einer seilbahnbergstation, einer verschlossenen alten kapelle und den startrek-artigen gipfelhütten zugestellten, bei meiner ankunft aber ganz und gar nicht überfüllten gipfel hinaufführen; oben kein wind, sonne über dem nebelmeer, die ribus von tschechien und auch polen (den zweiten, die babia hora an der slowakischen grenze, hab ich schon 2014 gemacht) bestiegen, sehr schön :) - hinunter bin ich über den landschaftlich schöneren ostkamm zur bushaltestelle in klein aupa.

es ist schön, bei jedem trip nach tschechien zu sehen, wie das land den während des kommunismus aufgerissenen rückstand in der zwischenzeit weiter verkleinert hat; im zug, am busbahnhof, in den neuen hipster-geschäften und -teestuben erinnert nur mehr die (schon ganz schön schwierige - allein der buchstabe
/ř/ ist schon ein mysterium!) fremdsprache daran, im ausland zu sein; erfreulich auch, dass anders als zb in italien oder ungarn die leute, wenn man mit ihnen ins gespräch kommt, gar nicht den drang in den goldenen westen kundtun; offenbar lebt es sich hier jetzt nicht so schlecht; dass umgekehrt der osten dem westen als vorbild für die zukunft dienen kann, scheint mir allerdings sehr fraglich, wofür man aber besser die demografie-seiten auf wikipedia als bergberichte auf hikr.org studiert.

Tourengänger: nikizulu


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