Trampelpfade am Üetliberg (35): Höcklerterrasse - Teehütte - Grat (Von-Meiss-Pfad)


Publiziert von Uto869 Pro , 20. Dezember 2015 um 09:43.

Region: Welt » Schweiz » Zürich
Tour Datum:19 Dezember 2015
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: Albiskette - Höhronen   CH-ZH 
Zeitbedarf: 0:45
Aufstieg: 320 m
Strecke:Zürich: Höckler - Teehütte - Grat
Zufahrt zum Ausgangspunkt:ÖV: Tram 5 oder Tram 13 oder S4 (SZU) bis Sihlcity/Saalsporthalle, S 4 bis Bahnhof Leimbach; Auto: PP bei Saalsporthalle
Kartennummer:Landeskarte 1:25'000, Blatt Zürich (1091)

  

Der Von-Meiss-Pfad gehört nicht zu den „grossen“ Trampelpfaden, die sich durch eine besonders direkte Linie zwischen der Stadt und dem Berg oder durch spezielle Kraxelpartien auszeichnen. Aber immerhin startet er an einem Ort, der eine interessante Geschichte hat: der Höcklerterrasse (siehe dazu auch die Website www.alt-zueri.ch).

 

Der „Höckler“, wie er heute auf der Karte heisst, beziehungsweise das Höcklergut, wie es früher geheissen hat, gehörte ursprünglich der Familie Manesse. Später ging es in den Besitz des damaligen Klosters Selnau über. Um 1800 gelangte es in den Besitz des Spitals Zürich. Hans Conrad von Meiss, ein Vorsteher des Spitals, liess in den 1830er Jahren auf der Höcklerterrasse eine Parkanlage für Erholungssuchende errichten. Neben der „Waid“ am Käferberg, gehörte der „Höckler“ damals zu den beliebtesten Ausflugszielen einer Stadtbevölkerung, deren Radius für Sonntagsvergnügen noch kleiner war als heute.

 

Von der damals befestigen Terrasse mit Brunnen findet sich heute nur noch ein erkennbar ausgeebneter Platz im Gelände. Aber immer noch laden Bänke sowie eine Feuerstelle zum Verweilen ein. Auch die Aussicht ist erhalten geblieben, nur zeigen sich heute im Vordergrund das Autobahnkreuz von Zürich-Süd und im Hintergrund die Stadt und die Zürichsee-Agglomeration, die seit der Mitte des 19. Jahnhunderts mächtig gewachsen sind. Die Terrassenanlage wurde bereits 1870 wieder abgetragen, als der damalige Waffenplatz auf der Allmend um die Gebiete „Gänziloh“ und „Höckler“ erweitert wurde.

 

Auf der ehemaligen Höcklerterrasse finden sich Gedenksteine zu Ehren von Jda Fleischer und Hans Conrad von Meiss. Das kleine Denkmal für Jda Fleischer sieht man sofort. Den sogenannte Meissenstein findet man heute jedoch nur, wenn man gezielt nach ihm sucht: Man überschreitet den kleinen Bach und folgt dem Weg Richtung Ruine Manegg. Bevor man ganz in den Wald eintritt, kann man rechter Hand (hangaufwärts, westlich) etwa 15m vom Pfad entfernt den verwitterten Stein ausmachen.
 

Von-Meiss-Pfad

 

Der auf der Karte (siehe unten) eingezeichnete Ausgangspunkt lässt sich von Sihlcity via Allmend und Gänziloh oder von Leimbach via Frymannstrasse gut erreichen. Unmittelbar bei der Kreuzung Medikerweg/Frymannstrasse befinden sich heute ein Brunnen und zwei Bänke. Wandert von hier der Blick in der Falllinie hoch zum Waldrand, kommt der Ort in den Blick, wo sich früher die Höcklerterrasse befand und wo noch heute Bänke sowie eine schöne Feuerstelle zu finden sind. Zunächst folgt man einem Feldweg in exakt westlicher Richtung. Ist man einigermassen auf gleicher Höhe wie die ehemalige Höcklerterrasse, verlässt man den Feldweg und quert auf einem kleineren Weg links (in Gehrichtung) hinüber. Der Platz lässt sich nicht verfehlen, man erkennt ihn sofort als Aussichtspunkt. Der Jda-Fleischer-Stein bestätigt einem, dass man richtig ist. Von da an ist’s einfach (wie eigentlich fast bei allen Trampelpfaden, bei denen das Finden des Einstiegs schon mehr als die „halbe Miete“ ist). Man folgt dem Kamm der Rippe auf einer gut erkennbaren Pfadspur. Zur Rechten ist zunächst eine jener Höckler-Wiesen zu sehen, die bald zum neuen Üetliberg-Schutzgebiet gehören werden. Weiter oben kommt, immer noch rechts, das Gebiet in den Blick, in dem im Winter 2014/15 sehr viel Holz geschlagen wurde. In wenigen Jahren wird es hier einen lichten Wald geben. Auch auf dem Kamm der Rippe, der wir folgen, sind viele alte Buchen gefällt worden. Dereinst werden hier Eiben dominieren; die jungen Stämmchen warten nur darauf, sich breitmachen zu können. Auf einer Höhe von ca. 620m ü. M. stösst man dann auf den Weg, der von Punkt 621 (an der Höcklerstrasse) zur Ruine Manegg führt. Der entsprechende Wegweiser bestätigt einem, dass man richtig ist. Wir bleiben dem Kamm der Rippe, die zunehmend „gächer“ wird und weniger Pfadspuren aufweist, treu und gelangen auf einer Höhe von ca. 700m ü. M. - nach dem Ende der Rippe links anhaltend - auf den Weg, der von Leimbach via Manegg zur Teehütte und zum Grat hochführt. Hier endet der unschwierige, nur an wenigen Stellen im oberen Teil etwas steile Trampelpfad. - Der Von-Meiss-Pfad lässt sich auch im Abstieg recht gut begehen. Um den Einstieg auf der Höhe von 700m ü. M. zu finden, verlässt man den Manegg-Weg dort, wo dieser scharf nach Süden und Südwesten abbiegt. Beim Bänklein verkneift man sich den Abstieg in der Falllinie (das ginge auch, das wäre dann aber der Manegg-Pfad), sondern wendet sich auf einer natürlichen Terrasse für ein paar Schritte nordwärts und findet so leicht den Kamm der gesuchten Rippe. Auf dieser geht es ohne grössere Probleme und ohne Felsabsätze abwärts. Steile Partien lassen sich auch auf dem Hosenboden bewältigen, wenn man dem laubbedeckten, rutschigen Untergrund nicht traut.


Tourengänger: Uto869


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