Corn Suvretta 3072 m - Ein Tag an der Engadiner Sonne


Publiziert von Ivo66 Pro , 19. Dezember 2015 um 18:13.

Region: Welt » Schweiz » Graubünden » Oberengadin
Tour Datum:19 Dezember 2015
Wandern Schwierigkeit: T4 - Alpinwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-GR 
Zeitbedarf: 4:30
Aufstieg: 860 m
Abstieg: 860 m
Strecke:Alp Güglia - Valletta dal Güglia - Fuorcla Chamuotsch - Südostgrat - Corn Suvretta - Südflanke - Valletta dal Güglia - Alp Güglia
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Alp Güglia: Liegt an der Julierpassstrasse auf der Engadiner Seite, wenig unterhalb der Passhöhe. Wenige Parkplätze an der Strasse vorhanden.
Kartennummer:1:25'000 Bivio

Der Corn Suvretta bietet auch an den kürzesten Tagen des Jahres ziemlich viel Sonne im Auf- und Abstieg, wenn man nicht zu früh am Morgen zu dieser kurzen Tour aufbricht. Normalerweise begeht man sie zu dieser Jahreszeit mit Schneeschuhen oder Skis, aber für beide dieser Wintersportgeräte liegt viel zu wenig, bis gar kein Schnee: Der Winter liegt in Mittelbünden und dem angrenzenden Engadin noch in weiter Ferne - es ist nicht vorstellbar, dass in diesem Gebiet vor Februar 2016 Skitouren möglich sein werden; es hat noch nicht einmal eine Unterlage und Schneefall ist nicht einmal im Zentimeterbereich in absehbarer Zeit zu erwarten.

Hingegen sind schöne Alpinwanderungen und Bergtouren nach wie vor möglich, insbesondere auf sonnenexponierten Graten oder nach Süden ausgerichteten Hängen. Beides bietet der Corn Suvretta, weshalb wir ihn abermals zum Tourenziel auserkoren hatten.

Bald verlief unser Aufstieg an der Sonne, grösstenteils auf aperem Gelände und dort wo in den flachen Teilstücken etwas Schnee lag, war dieser kaum 3 cm hoch und sehr angenehm zu begehen. Erst im weiteren Gipfelbereich, wo der Wind die spärliche weisse Pracht verweht hatte, sank man ab und zu bis über die Knöchel ein. Die steile Südflanke am Corn Suvretta war grösstenteils schneefrei, was uns dazu verleitete, rasch in den Geröllhang einzusteigen. Unser Vorhaben, schon früher als mit den Skis üblich, den Südostgrat oberhalb der Fuorcla Chamuotsch zu erreichen, erwies sich allerdings als ziemlich kraftraubend, ist doch das Gelände bei diesen Verhältnissen sehr instabil und die Dolomitsteine messerscharf, so dass jeder noch so kurze Griff ins Gestein meist schmerzhaft endete. Schliesslich war der Aufstieg über den Grat dann wieder recht bequem.

Nach dem kurzen Gipfelaufenthalt bei eiskaltem Wind suchten wir uns bald ein windgeschütztes, sonniges Plätzchen zum Verweilen, welches wir am Fusse der Südflanke fanden, durch welche wir direkt über angenehmen Schutt hinabsurften. Nur kurzzeitig verlief unsere Tour im Schatten - im Abstieg durch den mittleren Teil des Valletta dal Güglia.

Wo bleibt der Winter? Seit über drei Monaten herrschen im Oberhalbstein und dem angrenzenden Oberengadin praktisch unveränderte Verhältnisse mit knapp 10 cm Schnee in flachen Teilen oberhalb 2500 m. ü. M. und vollkommen aperen Abschnitten in weiten Teilen, insbesondere an sonnenausgerichteten Flanken.

Routenbeschreibung:

Aufstieg über die Fuorcla Chamuotsch - Südostgrat (Normalroute) T4
Beim kleinen Parkplatz an der Julierpassstrasse bei der Alp Güglia überquert man die Passstrasse und überquert ein kleines Brücklein. Gleich anschliessend steigt man das Valletta dal Güglia hinauf, wobei man mit etwas Aufmerksamkeit auf einen Pfad trifft, der im Aufstieg rechts des Bachs hinaufführt. Auf einer Holzbrücke wird der Bach zu Beginn einer ziemlich flachen Ebene wieder nach links gequert. Der Pfad verliert sich bald einmal (T2).

Man wandert einfach weiter im Talboden und umgeht grosszügig die Felsbastion "Il Nes" auf der Westseite und hält sich dann nach Nordosten gegen die Fuorcla Chamuotsch zu (T3).

Von der Fuorlca Chamuotsch folgt man dem meist breiten Grat, ab und zu etwas in die Flanken ausweichend. Ab und zu kommen die Hände zum Einsatz - besonders ausgesetzt ist der Südostgrat aber nirgendwo (T4).

Abstieg durch die Südflanke (T3)
Man kann vom Gipfel zunächst dem kurzen Grat nach Westen folgen und nach wenigen Metern direkt die Südflanke hinabsurfen. Es liegt dort dafür sehr günstiger Schutt. Im Aufstieg ist diese Route hingegen wegen der instabilen Geländebeschaffenheit nicht zu empfehlen.

Tourengänger: Ivo66, Lena

Galerie


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