Fast aufs Spitzli... :-(


Publiziert von MunggaLoch , 23. Dezember 2008 um 14:09.

Region: Welt » Schweiz » Appenzell
Tour Datum:22 Dezember 2008
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-AR 
Aufstieg: 600 m
Abstieg: 600 m
Strecke:Steinflue (Strasse zwischen Urnäsch und Schwägalp, oberhalb Rossfall) - Ober-Gerstengschwend - Sattel - Richtung Spitzli - umkehren :-( - retour

Eigentlich war dieser Tag ganz anders geplant. Naja, eigentlich war er viel zu schlecht geplant. Erst auf der Fahrt schaute ich mir an, wo ich rauf wollte. Auf dem "Programm" stand mindestens das Spitzli und die Petersalp.
Wegen equipmentmässigen Fehlentscheidungen und zu viel Schnee schaffte ich aber keinen der Gipfel :-(

Es gäbe verschiedene Varianten, um diese zwei "Gipfel" zu besuchen:
1. Von Steinflue (an der Strasse von Urnäsch zur Schwägalp, kurz nach Rossfall) rauf und wieder runter
2. Von der Schwägalp rüber und irgendwo runter
3. Vom Kronberg rüber und zurück oder runter
Es gäbe auch noch eine Überschreitung, für jene, die auch noch den Kronberg und Richtung Appenzell noch den Chlosterspitz machen wollen.

Ich selber wählte Variante 1. Wieso weiss ich eigentlich auch nicht ;-) Bei Steinflue parkte ich. Hier machte ich meinen Equipment-Fehler: Ich liess die Schneeschuhe im Auto. Weil beim Raufschauen sah es nicht so schneebedeckt aus.
Dass ich die Stöcke auch im Auto liess, war weniger bewusst, wurde mir aber recht schnell bewusst. Leider nicht so schnell, dass sich umdrehen und holen noch gelohnt hätte ;-)

Mein Weg führte mich dem Pfad nach oben Richtung Ober-Gerstengschwend. Das Wetter war gar nicht wie die Freunde vom Wetterdach sagten. Ein Blick zum Säntis (im Nebel) verriet mir, dass die Nebelgrenze viel weiter oben sein musste. Ich befand mich nicht mal im Nebel. Noch nicht... ;-)

Dafür sah ich ein paar Gemsen. Sie sahen mich auch, aber störten sich nicht sonderlich an mir...

Kurz vor dem Sattel (ich glaube, er heisst Peterssattel oder so) bereute ich dann meine Schneeschuhentscheidung. Ich begann knietief einzusinken...
Das Wetter verschlechterte sich. ES begann leicht zu REGNEN, nicht mal schneien... Und mir wurde bewusst, dass ich meine Routenplanung wohl etwas umstellen musste. Spitzli war angeschrieben mit 15 Minuten... Also wollte ich "kurz" dorthin laufen und schauen wie es geht...

Mit kurz war allerdings nichts... Es war ein "Waten im Schnee". Und nicht etwa Pulverschnee oder so. Nein, klatschnasser Nassschnee... Meine Schuhe waren bereits recht nass.
Im Sommer ist dieser Weg vielleicht schon nur 15 Minuten, aber jetzt... Tja, es wurde steil und steiler und abschüssig und irgendwann musste ich, nach dem Konsultieren der Karte, einsehen, dass es nicht geht.

Es gibt da zwei Aussagen, die mir in solchen Situationen einfallen:
- Wenn man umkehrt, kann man  es nochmals versuchen. Wenn man nicht umkehrt, kann man es vielleicht nicht mehr versuchen...
- Die alten Bergsteiger sind die bessten, weil die sind alt geworden...

So kehrte ich um, stapfte den gleichen Weg zurück, wieder runter und hoffe, dass meine Wanderschuhe noch dieses Jahr wieder trocken werden... ;-)


Tourengänger: MunggaLoch

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Kommentare (3)


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Pierre hat gesagt: Zitat Munggaloch:
Gesendet am 25. Dezember 2008 um 10:24
Weil beim Raufschauen sah es nicht so schneebedeckt aus....

Hallo Munggaloch, tatsächlich trügt der erste Blick bei diesem Steilhang sehr. Der Hang oberhalb Gerstengschwend ist südlich exponiert und steil (ca. 45%), was auch im Winter eine direkte Sonneneinstrahlung zur Folge hat. Deshalb ist dieses Stück oftmals nach nur einem bis zwei Sonnentagen vielfach schon teilweise aper. Das ist auch der Grund dafür, dass man dort im Winter praktisch immer Gemsen beim äsen antrifft. Kommt man oben an, verändert sich das Bild, weil beim Petersalp-Satteln das Gelände in eine nordseitig abfallenden Kessel übergeht. Meist, gerade auf der Krete, sind dort hohe Wächten angefrachtet.
Ging letzten Winter mit den Skiern vom Kronberg her über Petersalp zum Sattel. Hatte teilweise 1,5m Schnee aber das "Gerstengschwend" war halbwegs aper. Musste dann auch im Schritttempo und mit Umwegen hinunterfahren, damit ich die Wintermüden Gemsen im Hang nicht in eine tödlich anstrengende Flucht jagte. Werde fortan von Petersalp nur noch via Blattendürren abfahren.

Gruess Pierre

MunggaLoch hat gesagt: RE:Zitat Munggaloch:
Gesendet am 25. Dezember 2008 um 10:34
Hey Pierre
Ja, GENAU so wie Du das mit dem Hang und den Wächten oben beschreibst ist es gewesen ;-)
Ich werde es also ein andermal versuchen. Wahrscheinlich im Sommer...
Viele Grüsse aus Davos,
Martin

Pierre hat gesagt: RE:Zitat Munggaloch:
Gesendet am 25. Dezember 2008 um 11:26
Viel Spass dann. Wie ich sehe bist du öfters in den Hügeln des Appenzellerlandes unterwegs.

Hier ein Tipp für die genannte Tour:

www.hikr.org/tour/post5264.html
www.hikr.org/tour/post6087.html

Gruss Pierre


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