Titlis (3238m) via Unter Rotegg


Publiziert von أجنبي , 5. November 2015 um 19:40.

Region: Welt » Schweiz » Obwalden
Tour Datum:23 Oktober 2015
Wandern Schwierigkeit: T4+ - Alpinwandern
Hochtouren Schwierigkeit: WS-
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: Titlis und Wendenstockgruppe   CH-BE   CH-OW   CH-NW 
Aufstieg: 870 m
Abstieg: 250 m
Strecke:Station Stand – Stand – Unter Rotegg – Stotzig Egg – Klein Titlis – Titlis – Klein Titlis
Zufahrt zum Ausgangspunkt:LK 1:25.000: 1211 Meiental
Zufahrt zum Ankunftspunkt:LSB ab Klein Titlis, ÖV ab Engelberg
Kartennummer:LK 1:25.000: 1211 Meiental

Nun, es ist sicherlich nicht die vernünftigste Idee, mit einem lädierten Fussgelenk und krank auf Bergtour zu gehen. Aber wenn traumhaftes Wetter lockt, hält mich gewöhnlich nichts zurück... also auch nicht die Vernunft. Nach der *Tour auf den Gräfimattstand war klar: Nochmals wollte ich nicht in diesem dreckig-nassen und teils verschneiten Zwischenbereich wandeln, sondern gleich richtig in den Schnee.

 

Angesichts der Tatsache, dass auf dem Titlis die Skisaison noch nicht begonnen hatte, die Piste jedoch einigermassen präpariert war, wählten wir diesen Gipfel zum Ziel. Jahrelang hatte ich mir diesen Berg, den ich fast täglich anschaue, nicht antun wollen. Doch nun war der Zeitpunkt gekommen, endlich mal vom Titlis auf all die Berge rundherum hinunterzublicken, von denen wir schon so oft zu diesem Mocken hochgeschaut hatten.

 

Allzu früh zu starten machte wenig Sinn. Der Aufstieg über die Unter Rotegg lag ja im Schatten, auf heiklem Gletschergelände bewegten wir uns nicht und allzu warm würde es ja auch nicht werden. So legten wir um 10 Uhr bei der Station Stand los und querten hinüber zum Stand. Auf gefrorenem Boden stiegen wir langsam in die Höhe, wobei wir uns eher an die Schneeflecken hielten, denn die waren angenehmer zu begehen. Bis auf ca. 2660m war der Aufstieg eher monoton. Dann begann der felsige Teil.

 

Zur Sicherheit montierten wir Steigeisen. Mit etwas Mühe fanden wir die blau-weissen Markierungen, die uns in die Höhe führten. Was zunächst bei diesen Verhältnissen nicht ganz trivial ausschaute, entpuppte sich letztlich als relativ einfach. Kein Schnee oder deutlich mehr Schnee wären sicher hilfreich gewesen. Nach rund eineinhalb Stunden erreichten wir die Unter Rotegg, die wärmende Sonne und die Leiter, die in die Tiefe führte. Alternativ, so schien es, hätte es daneben auch ein Fixseil.

 

Als Schlüsselstelle der Tour hatte ich mir zu Hause die Passage unterhalb der Leiter ausgemalt. Tatsächlich gibt es angenehmeres Gelände, aber schwierig war die Passage nicht. Auch hier ist wohl am besten, wenn entweder viel oder kein Schnee liegt. Ich empfand unsere Verhältnisse mit etwas Schnee gar nicht so schlecht. Es hätte übrigens auch Stangen und Haken, an denen man sich sichern könnte.

 

Bei der Skilift-Station hielten wir Mittagsrast. Mit der Höhe und Anstrengung meldete sich bei mir langsam mein kränklicher Körper. Fortan wurde ich langsamer und langsamer. Der folgende Aufstieg über die Skipiste gestaltete sich relativ monoton und steil. Danach zogen wir hinüber zum Klein Titlis und verabschiedeten uns kurz vor diesem von der Skipiste. Madame hatte die Steigeisen längst ausgezogen, ich hatte sie noch an. Das fand ich im Aufstieg über den breiten Gipfelgrat recht angenehm. Der Pickel blieb am Rucksack.

 

Das fiese am Titlis ist, dass man dauernd denkt, der nächste Gupf könnte der Gipfel sein – was er dann jeweils nicht ist. In meiner Kondition war das nicht wirklich lustig. Irgendwie schleppte ich mich dann aber doch hoch und erreichte hustend, ja bellend, den Gipfel. Für den gesamten Aufstieg hatten wir (inkl. Pausen) vier Stunden benötigt, ab Klein Titlis ungefähr eine Dreiviertelstunde. Beides ginge deutlich schneller.

 

Nun, immerhin hatte sich das Leiden gelohnt: Die Aussicht war – wie erwartet – atemberaubend. Das Panorama reichte vom Piz Bernina bis zum Alphubel. Wie man hierzulande so schön sagt: „Dihäi bliibe wär ä Säich gsi!“ Nach langer Gipfelrast begaben wir uns in den Abstieg. Mir schien, als musste ich noch öfter anhalten als im Aufstieg. Gerne nahm ich deshalb ab Klein Titlis die Luftseilbahn in Anspruch.


Tourengänger: أجنبي


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