MTB Saflischpass ab Naters


Publiziert von Pfaelzer , 25. Oktober 2015 um 14:02.

Region: Welt » Schweiz » Wallis » Oberwallis
Tour Datum:27 September 2015
Mountainbike Schwierigkeit: ZS - Fahrtechnisch anspruchsvoll
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-VS 
Zeitbedarf: 5:30
Aufstieg: 2120 m
Abstieg: 2120 m
Strecke:Naters-Mörel-Bister-Furgge-Saflischpass-Rosswald-Naters

Der Saflischpass ist ein Klassiker unter den MTB-Touren im Oberwallis.

Er vereint einen langen und konditionell etwas fordernden Anstieg mit flowigen Trails und nicht zuletzt mit 1800m Abfahrt.

In der Regel fährt man den Pass von Grengiols oder Binn hoch und dann über Rosswald hinunter. In umgekehrter Richtung würde es mir keinen Spass bereiten.

Die Variante "Binn" habe ich im vergangenen Jahr mit einem ehemaligen Arbeitskollegen gemacht, wir sind damals in Lax gestartet und über Ernen und Ausserbinn nach Binn gefahren.
Diese Variante hat den Vorteil, dass man bis P.1458 Heiligkreuz auf Asphalt und wenig steil berghoch fahren kann. D.h. die richtigen Schwierigkeiten beginnen dann erst.
Viele fahren sogar mit dem Postauto nach Binn und starten dort erst.
Diese Variante ist weniger anstrengend weil weniger steil und bessere Unterlage berghoch.

Nun gibt es noch die Variante "Grengiols".
Diese zieht sich ab P.1111 endlos in vielen Kehren durchgehend steil (man ist richtig froh, wenn manche kurzen Abschnitte nur 10 oder 11% betragen) durch den Gasiwald und Saliwald hoch zur Furgge 2451m. Man erkennt diese Kehren in der Breithornflanke von der gegenüberliegenden Rhonetalseite aus, aber erst wenn der Weg aus dem Wald heraus führt. Also nur den Teil ab etwa 2100m. Aber auch dieser Anblick flösst ein wenig Furcht ein :-)

Ich wollte diese Variante unbedingt auch einmal fahren und fand in meinem Neffen einen freudigen Mitstreiter.
Und ich wollte auch von zuhause losfahren, was zur Folge hatte, dass einige Höhenmeter dazukamen.
Quasi "Einrollhöhenmeter"

Von Naters auf der Strasse nach Mörel, die Sonne war noch hinter den Bergen und die kurzen Radklamotten liessen uns etwas frösteln, so dass wir ziemlich Gas gaben um am Ortsausgang von Mörel nach rechts abzubiegen wo es endlich berghoch ging.
Gleichmässig bis Bister und dann in leichtem Auf und Ab bis P. 1111 durch Zenhäusern, Bädel, Grengiols Oberdorf und Bächerhäusern. Auf dieser Passage waren wir teilweise in der wärmenden Sonne.

Doch nun tauchten wir in den Wald ein und da wurde auch von Anfang an "der Tarif durchgegeben" was uns die nächsten 1300HM erwarten würde.

Die Unterlage ist sehr lose, mit stark abgeschliffenen Steinen und vielen Wasserablaufrinnen die mehrere Zentimeter aus dem Boden ragen durchsetzt, was zusammen mit der oft 15 bis 16%igen Steigung so richtig ans "Eingemachte" geht.
Nicht nur dass das reine Berghochfahren schon anstrengend genug war, man musste die ganze Zeit aufpassen um nicht mit dem Vorderrad weg zu rutschen.

Nach einer gefühlten Ewigkeit und viele Kehren die in endlos lange Steilstücke übergehen fuhren wir endlich aus dem kühlen Wald in die wärmende Sonne hinaus, sahen jetzt aber auch dass noch einige "Arbeit" vor bzw, über uns lag.

Was für ein super Gefühl, dann endlich bei P. 2451 Furgge anzukommen, am Übergang ins Saflischtal, und endlich auch mal die Bergwelt der anderen Seite zu sehen, Und vor allem eine kurze Strecke geradeaus bzw. bergab zu fahren und sich ein wenig zu erholen. 

Herrlich!

Es folgen etwas mehr als 100HM Abfahrt auf einem nicht steilen Fahrweg und bei P. 2336 Brunegge wo der Weg von Binn heraufführt geht es dann teils fahrbar aber auch mit einigen sehr steilen Schiebepassagen die restlichen 230 HM zum Saflischpass.
Dies bereits auf Singletrails und teilweise weglos.

Oben merkt man dann doch dass das etwas anstrengend war und wir machten erst einmal eine Verpflegungspause und zogen ein paar Schichten Klamotten an, es war nicht gerade warm.

Was nun folgt ist Trailsurfen in Reinform.
Schier endlos lang und mit viel "Flow", nur mit ein paar Tragepassagen durch Gräben unterbrochen geht es bis P. 2302 in wunderbaren Singletrails dahin.
Nun folgt der nicht ganz so schöne Teil der Abfahrt auf der sehr geröllhaltigen Skipiste bis Fleschbode 2135m bzw kurz davor.

Dort dann nach links in den fast noch wunderbareren Trail nach Stafel abbiegen der durchgängig befahrbar ist und von dort einer Fahrstrasse entlang vor bis Rosswald.

Was jetzt noch folgt ist der ebenso nicht endende Downhill von Rosswald nach Brig, den 36er Weg hinunter.
Da ist schon etwas mehr Fahrtechnik erforderlich, da ist mir mein Neffe doch um einiges voraus.

Dies ist die schönste und härteste MTB-Tour die ich je gemacht habe.

Nächstes Jahr fahre ich sicher wieder über den Saflischpass, dann aber wahrscheinlich wieder über Ernen und Binn.
Oder vielleicht doch über die Furgge...: 
Mal sehen...:-)







Tourengänger: Pfaelzer


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