San Vito Lo Capo: Calamancina


Publiziert von ossi , 20. Oktober 2015 um 21:47.

Region: Welt » Italien » Sizilien
Tour Datum: 5 Oktober 2015
Klettern Schwierigkeit: 7a (Französische Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: I 
Kartennummer:Climbing Map San Vito Lo Capo

Klettern und Familie verbinden.

San Vito lo Capo ist DIE Destination, wenn nicht alle Familienmitglieder den gleichen Ehrgeiz zum Klettern mitbringen. oder aus deren Perspektive: San Vito lo Capo ist DIE Destination für alle, die neben den Strandferien auch mal an einem Stück Stein herumturnen müssen.

Allgemeines: Tatsächlich kann man in diesem riesigen blauen Gewässer -die Leute nennen es Mittelmeer- auch baden. Bisher hoffte ich, man könnte mit einer etwas forcierten Alpenfaltung dieses Stück Wasser noch weiter verengen und damit den einen oder anderen zusätzlichen Felsen schaffen. Das dauert aber noch ein Weilchen...

San Vito Lo Capo bietet alles, was der typische Strandurlauber erwartet, dazu gehört selbstverständlich der Sandstrand mit dem sanft abfallenden Ufer, das auch für den renitentesten Nichtschwimmer geeignet ist. Neben dem Sandstrand vor der Skyline des Ortes bietet die Gegend weitere Strände, darunter einige romantische Buchten.

Die Klettergebiete der Region sind allesamt in wenigen Autominuten ab Dorfmitte erreichbar und mit Zustiegszeiten von fünf Minuten selbst für überzeugte Hallenkletterer im Komfortbereich (schliesslich muss man vom Parkplatz bis zur Halle auch meistens ein Stück zu Fuss gehen). Die Einstiegsbereiche sind in der Regel sehr kinderfreundlich und entsprechend ungefährlich.

Die Klettergebiete scheinen insgesamt gut ausgerüstet. Die Hakenabstände haben teilweise fast Hallenniveau und sehen in der Regel auch gut aus, ebenso die Umlenkungen. Teilweise sitzen die Haken nicht besonders günstig. Bei einzelnen Routen hatten wir überdies den Eindruck, hier wurden selbst gebastelte Haken verwendet.

Schwierigkeitstechnisch wird für jeden Bereich bis 8a reichlich viel geboten, einzig die vermutlich riesige Masse an Kletterern im Bereich 8a bis 9a könnte sich nach ein paar Tagen langweilen. Besonders günstig ist der Umstand, dass die leichten und schwereren Touren beieinander liegen und man nicht ständig umziehen muss. Führerliteratur gibt es mindestens im climbing shop im Dorf zu kaufen. Die meisten hatten den "Sicily Rock" mit dabei, wir hatten alle Routen problemlos auch mit der günstigeren "climbing map San Vito lo Capo" gefunden. Die Bewertungen fand ich im Bereich IV/V eher streng, darüber hinaus eher wohlwollend.

Wer klettern mit Strand verbinden will bzw. muss, kommt am besten in den Herbstmonaten. Reine Kletterferien bieten sich natürlich auch im Winter und Frühling an, der echte Strandurlauber kommt vorzugsweise im Sommer. Die Anreise erfolgt bei den meisten mit Flugzeug und Mietwagen, uns hat die Fahrt mit der Fähre von Genua nach Palermo auch sehr gut gefallen (ca. 20 Std. Überfahrt).

Neben gut ausgerüsteten Campingplätzen findet man Hotels im Dorf sowie viele B&B's. Im Camping "El Bahira" (gleich unter den Einstiegen) gibt's einen Climbing Shop, ebenso im oberen Teil des Dorfes San Vito.


Calamancina: Eine holprige Erdstrasse führt vom Dorf bis zur kleinen Bucht unter den Felsen. Da ich mich gegen ein Mietauto und für meinen unglaublich schnittigen Luxusschlitten ossimobil entschieden habe, stelle ich das Fahrzeug lieber noch vor den Einstiegen ab und wir wandern zehn Minuten zu Fuss zu den Felsen.

Ganz links im Sektor Nordwest gibt's eine gute Anzahl leichter Routen in festem Fels (IV und V), daneben plattige Touren vorwiegend im sechsten Franzosengrad an wasserzerfressenem Fels.

Weiter rechts an der Westflanke findet man eine bunte Mischung an Routen in verschiedensten Graden; eben ideal für alle Gruppen, in denen nicht alle gleich stark klettern. Eine ganze Reihe von Routen ist zwischen 4b und 5b zu haben. Für San Vito-Verhältnisse sind die Touren eher kurz. Die Felsqualität ist tiptop.

Die Buchhaltung:

Attenzione (6b, onsight): schöne plattige Tour an feinen Schüppchen und Löchern.
Giornata Ecologica (6b, onsight): ähnlich wie die erste Tour, kurzer athletischer Schlusszug, sonst eher feingriffig.
Topi Sfrattati (6a, onsight): dito, einfach etwas gröber geschnitzt.
Gratticola (6b+, onsight): eine sehr feine Passage im oberen Teil fürs sorgfältige Hinstehen.
The Riddle (7a, Rotpunkt): Athletische Route Löchern entlang, dazwischen hat es kaum was zu greifen oder stehen. dynamisch klettern ist angesagt.
If Cows had wings (4b onsight): unten steil und gutgriffig, oben knifflig.
Road to nowhere (6a, onsight): grosse Griffe, steil und ausgesetzt.

Tour mit Familie


Tourengänger: ossi


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Kommentare (4)


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chaeppi Pro hat gesagt:
Gesendet am 21. Oktober 2015 um 08:57
eine wirklich wunderschöne Gegend...

MichaelG hat gesagt:
Gesendet am 21. Oktober 2015 um 09:58
Klasse Bericht mit klasse Bildern!
Da kommt nochmals Sommerstimmung auf...

2bd hat gesagt:
Gesendet am 21. Oktober 2015 um 12:02
schöne beschreibung deiner strandferien à la ossi

ossi hat gesagt:
Gesendet am 21. Oktober 2015 um 21:37
chaeppi: Du kennst die Gegend! Ich war übrigens auch auf dem Monte Monaco, Bericht folgt irgendwann.

MichaelG: Danke, aber Sommer ist wohl erstmal vorbei...

2bd: Für uns zwei hätte es auch so das eine oder andere Projekt gehabt.


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