Hochalp, Spitzli und Kronberg im Spätherbst


Publiziert von Bergamotte Pro , 18. Oktober 2015 um 18:15.

Region: Welt » Schweiz » Appenzell
Tour Datum:17 Oktober 2015
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-AI   Alpstein   CH-AR   CH-SG 
Zeitbedarf: 6:00
Aufstieg: 1700 m
Abstieg: 1700 m
Strecke:25km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:cff logo Schwägalp, Passhöhe
Kartennummer:1114 Nesslau / 1115 Säntis

Anfangs Woche hatte ich insgeheim gehofft, am Samstag ein erstes Mal mit Skiern loszuziehen. Schlussendlich fiel aber deutlich weniger Schnee als erwartet. Immerhin dürften so bald wieder Wanderungen bis 2000m möglich sein.

Es wäre unfair, meine weitläufige Runde über Appenzeller Hügel als Verlegenheitstour zu bezeichnen. Ich persönlich mag die Nebensaison: verschmähte Ziele gelangen auf den Radar, man wandelt über eine dicke Laubschicht und darf es auch mal gemütlich angehen. Wobei, auch Kleinvieh macht Mist. Eigentlich wollte ich von der Hochalp via Ofenloch zur Schwägalp zurückkehren. Doch um gut zehn Uhr bereits den Rückweg anzutreten, schien mir vor Ort gar bescheiden. So hängte ich "kurzerhand" noch die Zusatzschleife über Spitzli und Kronberg an - gemütlich geht anders...


Verlassen präsentiert sich die Schwägalp Passhöhe (1280m) bei meinem Start um acht Uhr. Es liegt eine dünne Schneeschicht, der Himmel wolkenvergangen, die Temperatur knapp über Null - Spätherbst pur. Die Strecke zur Hochalp ist durchgehend markiert und bietet keinerlei Schwierigkeiten, was die Route im Sommer sehr beliebt macht, auch bei weniger Trainierten. Unter meinen Schuhen raschelt das Laub, als ich durch die Wälder schreite. Ich bin froh um die Gamaschen, denn immer wieder lauern Schlammlöcher auf den unaufmerksamen Wanderer. In sanfter Steigung erreiche ich den Spicher (1520m), wo sich der Blick auf Spitzli und Kronberg öffnet. Vereinzelt erkennt man blaue Himmelsfetzen und eine milchige Sonne. Den weglosen Direktabstieg durch raues Gelände kann ich nicht weiterempfehlen. Zurück auf dem Wanderweg passiere ich das Älpli und Ober Hirzen, überall sprudeln noch die Brunnen. Der Schlussaufstieg zum höchsten Punkt der Hochalp (1529m) ist schnell geschafft. Den Schlenker zum verwaisten Gasthaus schenke ich mir.

Eigentlich wollte ich nun weiter westwärts ziehen, um schliesslich via Necker und Ofenloch zur Passhöhe zurückzukehren. Doch es ist erst zehn Uhr, zu früh für mein Bergego, also Rückgriff auf Plan B. Der richtige Entscheid, auch weil ich im Abstieg zurück nach Oberer Chenner (1395m) auf alpstein und Esther58 treffe. Was für eine Freude im verlassenen Appenzeller Hügelland auf zwei altgediente Hikrs zu treffen. Nach einem Schwatz und Erinnerungsfoto steige ich weiter zur Schwägalpstrasse ab. Nach einem kurzen Spaziergang der Urnäsch aufwärts Richtung Steinflue folgt der Hauptaufstieg des Tages. Das Gelände ist ideal geneigt, Wegspuren vorhanden, die Höhenmeter fliegen nur so dahin. Die Waldschneise eignet sich übrigens ideal für eine Skiabfahrt. Vom Sattel P. 1452 verbleibt die Kammwanderung aufs Spitzli (1519m), definitiv weniger geeignet für Skitürler. Die Bewölkung hat in der Zwischenzeit deutlich zugenommen, Alpstein-Panorama gibt's keins, dafür ausgiebigen Lunch.

Zurück im Sattel nimmt die Sicht weiter ab. Macht nichts, hier verirrt man sich nicht; bis auf den Kronberg (1663m) folgt man grösstenteils dem sanften Geländerücken. Der erschlossene Gipfel entlockt mir keine Begeisterungsstürme, gerade bei dieser Sicht. Es setzt leichter Schneefall ein, "Hauptsache draussen", denke ich mir. Wer genug hat, entschwebt per LSB nach Gonten runter. Ich wähle den Gwaggel zurück zur Schwägalp (1352m): weit und mit hinterlistigen Höhenmetern gespickt. Diese wirkt beim grauen Himmel noch trister als sonst. Auf der Passhöhe schliesst sich der Kreis.

Tipp: Die Strecke eignet sich bestens für sanfte Schneeschuhtouren, gerade an heiklen Neuschneetagen. Vorzugsweise teilt man die Runde in zwei Etappen auf.


Zeiten
1:50  Hochalp
1:40  Spitzli
1:10  Kronberg
1:20  Schwägalp Passhöhe

Tourengänger: Bergamotte


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