Triglav (2864m) via Tominškova pot


Publiziert von أجنبي , 14. Oktober 2015 um 22:58.

Region: Welt » Slowenien » Julische Alpen » Triglav
Tour Datum:21 September 2015
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: I (UIAA-Skala)
Klettersteig Schwierigkeit: L
Wegpunkte:
Geo-Tags: SLO 
Aufstieg: 1950 m
Abstieg: 350 m
Strecke:Aljažev dom – P. 1009 - Tominškova pot – Begunjski studenec – Triglavski dom na Kredarici – Mali Triglav – Triglav – Mali Triglav – Triglavski dom na Kredarici
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Auto bis PP vor Aljažev dom
Zufahrt zum Ankunftspunkt:-
Unterkunftmöglichkeiten:Aljažev dom bzw. Triglavski dom na Kredarici
Kartennummer:LK 1:25.000: Triglav

Eines unserer Hauptziele unserer Ferien in den Dolomiten und den julischen Alpen war der Triglav. Dank einigen hikr-Berichten wurden wir auf den höchsten slowenischen Gipfel aufmerksam und wollten unbedingt mal da hoch. Wie immer erfolgte unsere Tourenplanung rollend. Als wir – noch in den Dolomiten – ein zweitägiges Schönwetterfenster in den slowenischen Alpen entdeckten und feststellten, dass es tags darauf nur einmal regnen und bis unter 2000m schneien würde, war klar: Jetzt oder nie. Nach einem kurzen Zwischenhalt in Kranjska Gora, wo wir auf der Touristeninformation Karten kaufen konnten, fuhren wir weiter nach Mojstrana und von dort ins Vrata-Tal. Die Strasse zum Aljažev dom bzw. der dortige Parkplatz sind in der Hauptsaison kostenpflichtig. Dafür – und das eine weitere Annehmlichkeit unserer Angewohnheit, nur in der Nebensaison Ferien zu machen – waren wir bereits zu spät. Die Strasse durchs Vrata-Tal ist nur teilweise asphaltiert und mancherorts ziemlich steil. Vom recht grossen Parkplatz aus erreicht man die Aljažev-Hütte in ca. 10 Minuten Fussmarsch.

 

In der praktisch leeren Hütte kriegten wir ein nettes 2-Bett-Zimmer (SAC-Ausweis erwirkt Vergünstigung). Nachtessen und Frühstück bestellt man in slowenischen Hütten – anders als in den SAC-Hütten – separat. Dieses System bietet den Vorteil, dass man die Wahl hat, wirkte auf uns aber etwas kompliziert und aufwändig. Für ein paar Euro würde man übrigens auch eine Dusche kriegen. Nach unserer Ankunft in der Hütte statteten wir dem Partisanen- und Alpinisten-Denkmal einen kurzen Besuch ab. Dort verzweigen sich die diversen Routen auf den Triglav und man kriegt einen Einblick in dessen imposante Nordwand.

 

Nach geruhsamer Nacht starteten wir um 7.20 Uhr beim Aljažev dom. Wir hatten uns – auch nach Konsultation unseres empfehlenswerten Cicerone-Führers „The Julian Alps of Slovenia“ – für den Aufstieg durch die Tominškova-Route entschieden. Sie wird gemeinhin und zurecht als etwas anspruchsvoller als die Prag-Route beschrieben, durch die wir am Folgetag absteigen würden. Als dritte Variante hätte sich die Plemenice-Route (auch Bamberg-Route genannt) über den Westgrat angeboten. Sie wird als die schwierigste der drei Alpinwanderrouten bezeichnet und wurde am selben Tag von ju_wi begangen.

 

Die Tominškova-Route beginnt beim angesprochenen Denkmal rund zehn Minuten nach der Hütte. Die Abzweigung ist ebenso gut markiert wie die Route. Diese im Detail zu beschreiben, erspare ich mir. Hier eher ein paar allgemeinere Infos und Eindrücke: Die Route führt zunächst steil durch den Wald und eine Rippe hoch (T4+), bevor der anspruchsvolle, oft ausgesetzte Teil beginnt. Oft, aber keineswegs immer, beruhigen vertrauenswürdige Drahtseile und Eisenstifte die Nerven. Wir sicherten uns nirgends, für den Fall der Fälle hatte ich aber das Gschtältli an und ein paar Schlingen und Karabiner dabei. Ein Helm ist absolut empfehlenswert. Couloirs wechseln sich mit abschüssigen Traversen ab. Zuweilen gilt es auch plattige Passagen mit losen Steinen auf Fels zu meistern. Technisch schwierig ist die Route nicht, das Klettern beschränkt sich auf Kraxeln. Allerdings gilt für eine ziemliche Weile höchste Konzentration, den stolpern oder ausrutschen sollte man in diesem Gelände nirgends.

 

Nach knapp drei Stunden erreichten wir den grossen Kessel, wo sich die Tominškova-Route mit der Prag-Route vereint (Wegweiser) und stellten fest, dass wir erwartet zügig unterwegs waren. Die grössten Schwierigkeiten waren vorerst gemeistert. Nun ging es durch Geröll hoch ins Karstgelände, wo der Weg zum Dom Valentina Staniča pod Triglavom abzweigt. Endlich an der Sonne, gönnten wir uns die erste, richtige Pause. Anschliessend führte der Aufstieg durchs Karstgelände (bei Schnee aufpassen: Es hat riesige Löcher!) in die brüchige Flanke des Kredarica. Um 11.15 Uhr, also knapp vier Stunden nach Abmarsch im Vrata-Tal, erreichten wir den Triglavski dom na Kredarici.

 

Angesichts des guten Wetters war klar: Ab auf den Gipfel! Im Tal sammelten sich bereits die Wolken, weshalb wir keine Zeit verlieren wollten. Angesichts des Triglavs musste ich kurz leer schlucken. Ich hatte mir die Sache etwas einfacher bzw. weniger ausgesetzt vorgestellt. Nun war klar, dass dies keineswegs ein Spaziergang werden würde und die Drahtseile nicht bloss zur Zierde montiert wurden. Die Aufstiegsroute ist nicht zu verfehlen: Einfach dem Metall folgen. Mir war zuweilen nicht allzu wohl, doch sicherte ich mich nirgends. Was mir mehr zu schaffen machte als die Ausgesetztheit war der sehr speckige Fels. Die zahlreichen Slowenen, die auch an diesem Wochentag in der Nebensaison unterwegs waren, sahen das wohl deutlich entspannter: Viele von ihnen begnügten sich mit Turnschuhen. Allerdings begegnet man im Aufstieg auch der einen oder anderen Gedenktafel...

 

Item. Der Aufstieg führt mehr oder weniger dem Grat entlang mit ein paar Abstechern in die Flanken. Nordseitig wehte kühler Wind, südseitig war es heiss wie die Sau. Um 12.35 Uhr, also 5h 15min nach Abmarsch beim Aljažev dom erreichten wir schliesslich den Gipfel. Zwei Dinge fielen uns dort auf: Erstens telefonierte die Hälfte der slowenischen Gipfelstürmer, während viele andere irgendetwas abstempelten. Wir machten es uns derweil an einer windstillen Stelle auf der Sonnenseite des geräumigen Gipfels gemütlich, stopften unsere hungrigen Mägen und liessen viel Zeit verstreichen. Wer weiss, ob wir jemals im Leben nochmals den Triglav besteigen würden. Etwa 45 Minunten später trafen ju_wi ein, die für ihren Aufstieg die Plemenice-Route gewählt hatten. Zusammen mit unserer netten, neuen Bekanntschaft stiegen wir später zum Triglavski dom na Kredarici ab.

 

Auch in diesem Nachtlager lohnte sich das Vorzeigen des SAC-Ausweises. Die riesige Hütte war mit vielleicht 60, 70 Leuten verhältnismässig schwach belegt. Wir kriegten zu zweit ein 4er-Zimmer mit Blick nach Südosten. In der Hauptsaison hat's dort einen separaten Empfang für die Übernachtungsgäste. Zu dieser Zeit muss es dort zu und her gehen wie in einem Ameisenhaufen. Ich machte den ganzen Abend keinen unnötigen Schritt mehr, so sehr schmerzte mein zwei Tage zuvor *in den Dolomiten überdehntes Fussgelenk. Angesichts unseres Programms am Folgetag und des langen Abstiegs ins Vrata-Tal versuchte ich, meinem lädierten Gelenk so viel Erholung wie möglich zu geben. Selbst den Sonnenuntergang verpasste ich deshalb, was mich im Nachhinein etwas ärgerte.


Tourengänger: أجنبي


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