Grande Cariçaie. Alles kam ganz anders.


Publiziert von silberhorn Pro , 10. Oktober 2015 um 22:15.

Region: Welt » Schweiz » Freiburg
Tour Datum: 8 Oktober 2015
Wandern Schwierigkeit: T1 - Wandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-BE   CH-NE   CH-FR   CH-VD 
Zeitbedarf: 5:30
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Bahn nach Estavyer-le-Lac
Unterkunftmöglichkeiten:Mehrere in Estavayer-le.Lac
Kartennummer:Nr. 8 Neuenburg 1:60 000

johhny68s sehr guter Bericht zur Grande Cariçaie www.hikr.org/tour/post50909.html den ich am Vortag las beinhaltet das Wesentliche zum Naturschutzgebiet.
Da ich nun nicht alle Links las ist die Adresse vom Centre-nature ASPO de la Sauge ev. schon vorhanden www.birdlife.ch/lasauge.

Vorgesehene Wanderung: Estavayer-le-Lac - Châtillon - Châbles - Béthanie - Aussichtspunkt irgendwo bei den Punkten 576/580 - Cheyeres - Font - Estavayer-le-Lac. Wanderzeit 4Std.
Aus: "Die vier Jahreszeiten der Wanderungen im Freiburgerland" der Freiburger Wanderwege. Bei anderen Wandervorschlägen bemerkt, dass die Angaben auf s'Genauste geprüft werden müssen. 

Meine reine Wanderzeit mit etlichen nicht beschriebenen auf und ab 4 - 41/2Std. Ausser kurzen Ausnahmen auf Asphalt.

Die Route wählte ich aus in der Annahme einen Teil der Grande Cariçaie überblicken zu könne. (Im Nachhinein: Wahrscheinlich nur beim angegebenem Aussichtspunkt.) Aber es kam anders als gedacht.
Denn schon bei Châtillon beging ich meinen erster Fehler. Folgte beim von mir interpretierten Dorfplatz dem Wanderwegweiser.
An der Hauptstrasse in Font nach links dem gelben Schild mit dem schwarzen Männchen folgend wenige Meter auf dem Trottoir / Bürgersteig von dem ich nach rechts abbog. 

Auf mehr oder weniger sichtbarem Trampelpfad durch Rebberge zur Stiftskirche Saint-Sulpice. Durch einen der Torbogen unterhalb des im 16.Jahrhundert erbauten Schlosses, das nach der Zerstörung der früheren Burg Font von der nur noch Mauerreste zeugen, an selber Stelle neu errichtet wurde.

Auf der Karte weit und breit kein Wanderweg nach Châble. (Nach meinem Bedarf einziger Vorteil dieser Karten die Regenfesigkeit. In diesem Fall der ganze Neuenburgersee auf einer Karte. Bei T-Karten brauchts deren drei. Mit Yverdon - les - Bains drauf gar deren vier.
Weiter auf dem vor mir liegenden Strässchen das Richtung Norden führt. Bei der Kreuzung über die Strasse. Geradeaus die Hauptstrasse nach Châbles hoch zur ersten Kurve. Beim alten ehemaligen Bauernhaus "Bellevue" öffnet auf mein Anklopfen niemand.

Wieder an der Kreuzung bei der Bushaltestelle "Bellevue" "Da Stand ich nun ich armer Tor, und war so klug als zuvor". Ein junger aufgestellter Autofahrer der von Châbles her kam hielt neben mir. Bot mir an mich dorthin zurück zu fahren oder nach Font wohin er gehe.
In Font fuhr er mich zum Wanderweg nach Châble. Sei aber steil, was mir recht gewesen wäre... Bei der Kreuzung in Font erklärte er mir den Weg zur Grande Cariçaie hinunter.

Erneut bei der Bushaltestelle. Die Strasse hinunter zu P. 432.
Der erste Pfad Richtung Estavayer links führte, anders als auf dem Pano, nur zu Wochenendhäuser. Der Zweite an etlichen der Selben vorbei an den See.
Ein äusserst willkommener Genuss waren mir Sandstrand, sanft plätschernde Wellen usf.

Papierbroschüre mit "Touristenpanorama"  von Yverdon-les-Bains bis Réserve du Fanel am See Ostende. Enthält u.a. einige Fotos und Infos zu Fauna und Flora. Wanderwege und Radweg (Mittelland-Route 5) in verschiedenen Farben nebeneinander dargestellt. Der Wanderweg auf meiner Strecke an zwei Stellen direkt am Schilf entlang.
Machte mich auf die Suche des Wanderwegs. Die Pfade führten früher oder später immer zu noch mehr Wochenendhäuser. Eine Siedlung, Briefkästen, Hausnummern, einem Verantwortlichen für weiss nicht mehr was, einem Schwarzenbrett.

Auf dem Radweg der ein geteertes Strässchen ist und auch von Autofahren benutzt wird gen Estavayer-le-Lac.

Bei der ARA endlich ein Wegweiser. Aha, also diese Strasse ist der Wanderweg:-(((.

Der Findling "Pierre du mariage" (Heiratsstein) ist auch unter dem Namen "Rutschstein" bekannt.*
www.erratiker.ch/fr-freiburg/font. Er befindet sich in Nähe der Kläranlage. Nicht mehr im Schilf sondern gleich am Strassenrand, ausgestellt wie ein Museums Gegenstand. Immer im Lärm der ARA. Sporadisch von Auto- Bahn- und Fluglärm.
Im Nachhinein bin ich froh in Châtillon den falschen Weg genommen habe.

Und ich lief und lief auf der schier nicht enden wollenden Strasse. Ein Flugzeug donnert ohrenbetäubend und lang vorüber. Vorbei an Campingplatz (ab hier eine Hartbelagstrasse) und Werft. Weiter, durchs untere südwestliche Stadttor hinein in die Altstadt Estavayer-le-Lac. Immer im auf und ab Bummel durch einen kleinen Teil der Altstadt. Im Vorbeigang Kontakt mit einem jungen aufgestellten Mann. 
Eine junge Frau erklärte mir einen ganz falschen weg zum Bahnhof ausserhalb des oberen südwestlichen Stadttors. Zurück in der Stadt erklärte mir ein Mann den Richtigen Weg. Um den Zug noch zu erreichen stressen. Am Bahnhof wider ein junger aufgestellter freundliche Romand.
Komme langsam in Versuchung zu denken alle jungen männlichen Romands, inklusive jener in Neuenburg, seinen freundlich und aufgestellt;-).
Ja nicht ernst nehmen!

Bahnhofhalle Basel. Eine aussergewöhnliche mehr als erfreuliche Begegnung. Schwatzte wieder mal laut vor mich hin. Ein Mann aus Ostasien, wahrscheinlich Indonesien, meinte ich hätte die Worte an ihn gerichtet. Stark abgekürzt: Er war der Meinung mit sich selber sprechen sei gut. Ich: "Mit anderen Menschen sei besser." Er: "Spricht man mit sich selber hat man Kontakt mit seiner Seele." Ich: "So habe ich noch nie gedacht." Darauf hin erläuterte er seine Denkart näher. Bereichernd.


Fazit: Die Grande Carçaie mit den diversen Beobachtungsposten ein Paradies für Ornithologen und Vogelliebhaber. Was könnten doch Baldy und Conny wiederum für exquisite Fotos nach Hause mitnehmen.

03.08.2016. Heute gelesen, dass La Pierre du mariage einer der bedeutensten Kultsteine der Schweiz ist. 

Tourengänger: silberhorn


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Kommentare (4)


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Henrik hat gesagt: Auf dieser Route
Gesendet am 11. Oktober 2015 um 19:31
ist Asphalt eine Rarität!

silberhorn Pro hat gesagt: RE:Auf dieser Route
Gesendet am 12. Oktober 2015 um 10:14
Da Ihr nicht auf meinen Wegen nach Estavayer gewandert seit, kannst gar nicht wissen welches Teersträsschen waren. Die Hartbelagstrassen denke ich schon.


silberhorn Pro hat gesagt: RE:Auf dieser Route
Gesendet am 12. Oktober 2015 um 19:45
Möglich, dass ich Dich falsch verstanden habe?

Denke zum Bummeln ist Euer Abschnitt der geeignetste.

rojosuiza hat gesagt:
Gesendet am 26. November 2016 um 15:29
Wenn einer einmal älter als sechzig ist, darf er schon etwas mehr 'Kontakt mit seiner Seele' haben; bei jüngeren Semestern ist es Schwachsinn, oder ein handy...


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