Frosty Mountain - ein guter Berg für einen heissen Tag


Publiziert von Mel , 6. Oktober 2015 um 20:59.

Region: Welt » Canada » British Columbia
Tour Datum:11 September 2015
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CDN 
Zeitbedarf: 7:00
Aufstieg: 1200 m
Abstieg: 1200 m
Strecke:Lightning Lake - Frosty Mountain - retour (ca. 23 km)
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Vom Crowsnet Hwy (3) beim Manning Park Resort auf die Gibson Pass Road abbiegen. Nach ca. 3km links abbiegen zum Lightning Lake (markiert, grosser Gratisparkplatz).
Unterkunftmöglichkeiten:Campground oder Manning Park Resort

Mit Wandern in Kanada ist das so eine Sache: man hat die schönste Bergwelt vor sich und trotzdem lassen sich nicht immer alle Vorhaben verwirklichen. So sind bei uns viele Touren wetterbedingt buchstäblich ins Wasser gefallen oder daran gescheitert, dass die jeweilige Area kurzerhand eine „Bear Restriction“ aufgebrummt bekommen hat. Gut sind wir zum Abschluss unserer Reise noch in den „E.C. Manning Provinicial Park“, wo wir dann doch noch einen Höhepunkt erwandern konnten – und nebenbei gleich noch eine Hiker-Erstbesteigung realisiert haben!
 
Unweit des Campground startet der Frosty Mountain Trail, der gleich zu Beginn ziemlich steil empor führt. Während die ersten Sonnenstrahlen den bereits deutlich unter uns liegenden Lightning Lake zum glitzern bringen, machen wir Bekanntschaft mit einem vorwitzigen Trio: drei etwa rabengrosse Vögel beobachten uns, erst aus der Ferne, dann immer näher, bis sich der Frechste schlussendlich direkt auf meine Kamera setzt. Es sind Gray Jays (dt. Meisenhäher), die hier offenbar regelmässig den Wandern auflauern, in der Hoffnung, jemand möge ein Krümel Essen für sie dabei haben.
 
Auch Meister Petz könnte irgendwo lauern. Obschon aktuell keine „Area Restriction“ vorliegt, ist die Gegend doch als Bärenrevier bekannt. Darum künden wir uns mit einer selbstgebauten Bärenrassel (eine leere Dose Bier mit ein paar Steinchen drin) an und vertreiben so wohl auch alles übrige „Wildlife“. Oder doch nicht? Unvermittelt bleibe ich stehen: sitzt doch da tatsächlich mitten auf dem Weg ein Schneehuhn! Im Unterschied zu seinen ziemlichen scheuen Verwandten hierzulande lässt es sich überhaupt nicht stören und weicht nicht einmal vom Weg, als wir neben ihm stehen. Vielleicht weiss es, dass wir es mit unserer Rassel vor Bären beschützen ;-)
 
Wer sein Zelt mit hoch schleppt, findet etwa auf halbem Weg einen hübsch eingerichteten Campground. Es stehen ein Schutzhüttchen, Feuerstellen, bärensichere „Storage Boxes“ und ein Plumpsklo zur Verfügung. Nach einer kurzen Pause nehmen wir den zweiten Teil des Aufstiegs in Angriff. Zunächst verläuft der Weg praktisch eben, bevor es dann steiler allmählich an die Baumgrenze geht. Ab etwa 2200 MüM wird der Wald lichter und gibt die spektakuläre Aussicht in die schier unendliche Weite frei. Einzelne Lärchen beginnen sich hier oben schon gelb zu färben. Was muss das für ein Anblick sein, wenn sich das Lärchengold hier so richtig entfaltet hat…
 
Allmählich bewegen wir uns auf felsigem Untergrund und ich vermisse bereits die schattenspendenden Bäume. Die beiden Gipfel sind bereits in Sichtweite, aber es steht noch ein steiler Schlussanstieg bevor, bei dem auch die Hände ab und zu zum Einsatz kommen. Auf dem Vorgipfel „Windy Joe“ angekommen, muss ich erst mal richtig durchatmen. Windig ist es übrigens heute nicht – die Sonne heizt uns ungebremst ein. Aber von hier ist es nicht mehr weit zum Hauptgipfel und es folgt der schönste Teil: über einen langgezogenen, sanft aufsteigenden Grat nähern wir uns dem Gipfelkreuz. Etwas Trittsicherheit ist hier erforderlich, denn die Steine sind teilweise lose und der Weg nicht durchgehend markiert.
 
Ich staune nicht schlecht, als uns auf dem Gipfel ein Streifenhörnchen begrüsst. Wahrscheinlich ernährt es sich von den Resten der Gipfelmahlzeiten und geniesst den lieben langen Tag die schöne Aussicht auf die umliegenden kanadischen und amerikanischen Gipfel. Wir tun es ihm gleich und verweilen eine geraume Zeit hier oben, bevor wir den Abstieg auf gleicher Route antreten.
 
 
Nützliche Links:

Tourengänger: Mel


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