Von Einsiedeln nach Brunni auf dem Schwyzer Höhenweg


Publiziert von donalpi , 5. Oktober 2015 um 19:14.

Region: Welt » Schweiz » Schwyz
Tour Datum: 3 Oktober 2015
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: CH-SZ   Alptaler Berge   Mythengruppe 
Zeitbedarf: 5:30
Aufstieg: 1076 m
Abstieg: 865 m
Strecke:Einsiedeln-Friherrenberg-Amselspitz-Gschwändstock-Furgglen-Brunni
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Schwyz-Sattel-Biberbrugg-Einsiedeln mit Pw.
Zufahrt zum Ankunftspunkt:Bus von Brunni nach Einsiedeln
Unterkunftmöglichkeiten:Einsiedeln, Alpthal, Brunni
Kartennummer:LK 1132 LK 1152

War vor einigen Jahren mal mit dem Zelt im Rucksack auf der Ibergeregg gestartet und wollte in 2 Tagen den Höhenweg bis nach Einsiedeln begehen. Es war schon spät am Nachmittag und ich wollte ungefähr bis zur Furggelen wandern und ein Stück weiter eine angenehme Zeltnacht verbringen. Aber was so gemütlich begann, sollte noch in einem Desaster enden. Zuerst mal musste ich wie ein Verrückter vor einer aufgebrachten Herde Mutterkühe davonrennen, was mit dem schweren Rucksack nicht so einfach war, aber glücklich erreichte ich ein Gatter, komplett Groggi, aber happy diesem Getrampel entronnen zu sein. In der Furggelenhütte verpflegte ich mich und zog noch eine halbe Stunde weiter, wo ich in einem Wäldchen mein Zelt aufstellte. Dann nachts zuerst ein Donnergrollen, das aber immer näher kam, dann ein Platzregen und ich war im Zelt mitten in einem Gewitter. Auch das überstand ich schadlos, konnte aber dabei nicht einschlafen. Am frühen Morgen war mir übel, Bauchschmerzen und ständiges Erbrechen, ich hatte wohl etwas Unpassendes gegessen, denn eigentlich passiert mir sowas nie. Nach einiger Zeit konnte ich mich aufraffen, das Zelt bei strömendem Regen zusammenzupacken und ganz langsam wieder über die Furggelen zurückmarschieren, wobei ich den Furggelenstock auf der W-Seite umging, ich wollte um keinen Preis mehr über die Weide mit den Mutterkühen...Die Ibergeregg erreichte ich dann nach einem endlosen Marsch völlig erschöpft.

Heute wollte ich nun die fehlende Strecke bis zur Furggelen und nach Brunni von Einsiedeln aus begehen, so startete ich auf dem grossen Parkplatz beim Friedhof. Beim Kloster wurden schon die ersten Verkaufsstände aufgestellt, sogar Schutzengel wurden angeboten.....Diese brauchte ich nicht zu kaufen, denn mein Kollege aus Perleberg schenkte mir zum Geburtstag eine Schutzengelkarte in Form einer Kreditkarte, habe sie natürlich immer dabei....

Direkt beim Klosterplatz geht es hoch, auf einem Waldweg im zickzack bis zum grossen Kreuz bei St. Meinrad. Vom Weg aus hat man eine gute Übersicht auf die Klosteranlage und in der Ferne sieht man die Sprungschanzen. Der Weg steigt dann immer im Wald bergan bis zum Friherrenberg und einer Feuerstelle mit Bank und Aussicht auf dem höchsten Punkt. Von hier aus dem Waldrand entlang nach unten zur Fahrstrasse bei Chälen 1022 m. Hier hat es einen kleinen Parkplatz mit einigen Autos. Nur ein paar Meter auf der Strasse, dann rechts abbiegen und auf einem mit Pflöcken markierten Wanderweg im Wald hoch, kommt aber wieder ein Stück auf eine Fahrstrasse, bei P. 1113 m., dann rechts und nicht mehr allzuweit entfernt zweigt der Wanderweg zum Tritt nach links ab. Dieser Weg führt durch die Weide von Chüeboden und ist zum Teil sehr nass, dann über eine kleine Felspassage auf gutem Pfad hinauf zum "Ufem Tritt" mit Kreuz und Bank.

Nun auf Alpsträsschen hinauf zum kleinen Gipfel P. 1398.9 und der Alphütte von "Chli Amslen". Auf diesem kleinen Güpfi kann man dann den ersten Blick auf die Mythen werfen, sehen auch von hier noch imposant aus. Weiter über die Weide von Amslen hinunter zu P. 1360 m., wo der Wanderweg bei moderater Steigung auf den Gipfel des Amselspitzes 1491 m. führt. Erstaunlicherweise ist nur eine Person auf dem Gipfel anwesend, sonst keine Wanderer weit und breit, dachte zuerst das werde hier zur "Grüezitour" an einem Samstag, aber dem war auf der ganzen Tour nicht so, bis Furggelen begegneten mir nur noch 4 Personen. Der Amselspitz bietet eine hervorragende Rundsicht, sei es auf die östliche Krete mit dem Spital oder auf die Schwyzer und Glarneralpen. Nach kurzer Rast und Eintrag im Gipfelbuch geht es abwärts zu P. 1446, wo sich eine sogenannte "Gruebi" befindet, eine offene Hütte mit Grillplatz. Weiter über Weiden (zum Glück hat es hier keine Mutterkühe mehr...) unter dem Gämschspitz hindurch zur Stockhütte, 1451 m. Die Hütte ist noch nicht offiziell eröffnet, das soll erst am Sonntag der Fall sein. Also vor der Hütte etwas aufwärts, dann alles im Wald und zunehmend auch im Moorgelände zum Jäntengaden.

Hier beginnt die Steigung im Wald, rechts begrenzt von einer steilen Halde, zur Butziflue und einer Waldlichtung, wo die Wege sich trennen, (Wegweiser) der eine Richtung Furggelen, der andere Richtung Gschwändstock und Spital, wäre dann die "grosse Runde". Gehe dann noch auf dem schmalen Grat zum höchsten Punkt des Gschwändstockes, 1616 m. und wieder zurück zum Wegweiser. Hier beginnt dann der Abstieg in Kehren zum P. 1506 m. Von hier aus geht es immer wie auf einem kleinen Grätchen weiter, zu P. 1545, 1493, m in nordisch anmutender Landschaft mit vielen abgestorbenen und kahlen Bäumen bis zum "Burstplätz", hier wird offenbar frühmorgens "gebalzt"....Komme auch bei meinem seinerzeitigen Zeltplatz vorbei und erreiche bald die Hütte auf der Furggelen 1529 m. Die Hütte ist offen, aber niemand zu Hause, dann kommt jedoch ein Mann aus dem Gaden unterhalb der Hütte hervor und steigt herauf. Er ist vom Skiclub und machte einige Reparaturen, also gab es dann doch noch ein Bierchen.

Für den Abstieg, bei der Hütte alles gerade hinunter, braucht man ca. 50 Minuten, das langte um den Bus nach Einsiedeln bei der Haltestelle P. 1089 m. in Brunni zu erreichen

Eine lange, aber sehr abwechslungsreiche Tour, viele Waldpassagen und Moorgebiete, nordisch anmutende Landschaften, kleine Gipfel mit Aussicht, was willst Du noch mehr? Für die ganze Wanderung brauchte ich ca. 5,5 Stunden, die Strecke war ca. 15 km lang. Tour solo.
P.S.  Diese Tour ist jetzt sehr gut zu machen, denn kein Vieh ist mehr auf den Alpen und den Weiden, daher nicht so nass wie zur Alpzeit.

 

 

 

Tourengänger: donalpi


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