Schellschlicht (2053m) - Friederspitz (2049m) - der lange "Brösel de luxe Grat"


Publiziert von Yeti69 , 16. Mai 2016 um 18:23. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Deutschland » Alpen » Ammergauer Alpen
Tour Datum: 3 Oktober 2015
Wandern Schwierigkeit: T5 - anspruchsvolles Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: D   A 
Zeitbedarf: 9:30
Aufstieg: 1700 m
Abstieg: 1700 m
Strecke:P Griesen - Hoher Brand - Schellschlicht - Kreuzspitzl - Friederspitz - Friedergries - P Griesen
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Von Garmisch Richtung Ehrwald bis Griesen. Kleiner Wanderparkplatz im Ort vor der Brücke rechter Hand der Straße
Kartennummer:AV Ammergebirge BY6 West / BY7 Ost

Der lange, aussichtsreiche Grat zwischen Schellschlicht und Frieder gehört sicherlich zu den schönsten Übergängen und ruhigsten Ecken in den Ammergauer Alpen.

Bester Ammergauer Bröselfels, brüchige Schrofen,  Einsamkeit und Ursprünglichkeit sind die Ingredienzien dieser Runde, die in der Länge nicht zu unterschätzen ist… immerhin ist allein der Grat rund 3 km lang.

Gehgelände wechselt ab mit Schrofenpassagen und einigen Kraxelstellen…  so mutet am Kreuzspitzl bzw. am Beginn des Grates die Überschreitung wie „hüpfen wir mal schnell rüber“ an. Spätestens nach dem ersten absolvierten Drittel wird klar, gut Ding will Weile haben - es zieht sich… auch dank dem feinen „Ammergauer Bröselbruch“.

An einem wunderschönen Herbsttag stapfen wir von Grießen „gmiatlich“ über den Hohen Brand auf die Schellschlicht, über den kurzen Verbindungsgrat hinüber zum Kreuzspitzl und hinein ins Gratabenteuer.

Gleich zu Beginn wartet der große Gratturm (II) in noch brauchbarem Fels… dahinter beginnt der wunderbare Ammergauer Bruch… der kaum angefasst, in den Händen förmlich zerbröselt. Langweilig wird’s nie… der Grat verläuft im Wechsel zwischen Gehgelände mit Latschengassen, kurzen Felszacken und Schrofen gen Frieder, aber es braucht eben seine Zeit.

Mit zunehmendem Alter werden die Augen bekanntlich nicht besser… wir latschen nach rund zwei Drittel des Grates an der südlichen Umgehung einer Steilstufe blindlings vorbei… und steigen direkt die Steilstufe hinunter - luftig und nicht ganz trivial (Schlüsselstelle II+).  

Später wird ein größerer Aufschwung nordseitig länger auf Bändern umgangen und final am Grat zum sanften „Flanierkamm“ bis zur Friederspitz aufgestiegen.

Immer wieder ein Highlight ist der direkte Abstieg über den Lausbichel hinab ins Friedergrieß… der mit wunderbaren Eindrücken hinüber zum Top of Germany absolut lohnt. Und wie immer… fühlt sich der Abstieg ewig an… sowie der Hatscher zurück nach Griesen. 


Fazit:
Eine lohnende und aussichtsreiche Runde, die sich perfekt für den Herbst anbietet.
Logischerweise kann die Tour auch in umgekehrter Richtung angegangen werden.
Wer mit brüchigem Fels bzw. Schrofen auf Kriegsfuß steht, wird aber ganz sicher nicht froh!

Tourengänger: ADI, Yeti69


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