Um den Thaneller


Publiziert von Curi , 5. Oktober 2015 um 19:43.

Region: Welt » Österreich » Nördliche Ostalpen » Lechtaler Alpen
Tour Datum: 3 Oktober 2015
Wandern Schwierigkeit: T3 - anspruchsvolles Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: A 
Zeitbedarf: 8:15
Aufstieg: 1200 m
Abstieg: 1200 m
Strecke:19 km

Okay, zugegeben, der ursprüngliche Plan sah vor, auch den Gipfel zu erreichen, aber da hatte ich diesmal ganz gewaltig den Zeitbedarf unter- und die eigene Leistungsfähigkeit überschätzt. So ist dann eben diese Umrundung daraus geworden, die doch sowohl von den Zahlen als auch vor allem den landschaftlichen Eindrücken her eine absolut vollwertige Bergtour abgibt.

Anfangs- und Endpunkt ist der große Parkplatz zum Thanellerkarlift bei Berwang. (Hier ist das südliche Thanellerkar gemeint, zum nördlichen kommen wir später. Allerdings scheint es allgemein nicht für nötig befunden zu werden, die beiden Kare dem Namen nach zu unterscheiden; sowohl auf Wegweisern als auch auf der Landkarte heißen beide einfach "Thanellerkar". Vielleicht wird der Berg ja tatsächlich sehr selten umrundet, so dass man auf der einen Seite gar nichts von der anderen weiß? ;-) Zunächst halbrechts den Skihang hinauf, dann auf einem Fahrweg (Wegweiser "Hochalm", "Höhenweg") im Bogen nach rechts. Zwischendurch gibt es mal einen schönen Waldsteig, die letzten Meter zur Heiterwanger Hochalm (mit Sesselliftbergstation) verlaufen auf der Versorgungsstraße. Dann geht es noch vor der Hütte in ganz spitzem Winkel links über die Sitzterrasse und hinten hinaus auf den Geißsteig. Dieser folgt zunächst der Kammlinie eines kleinen Sporns (hier Begegnung mit einer Gruppe Gemsen) und biegt dann rechts in den Hang unter dem Achseljoch ein.

Ziemlich schmal (Achtung: teilweise rutschige Latschenwurzeln!) und mit grandioser Aussicht ins Bichlbachtal leitet der Steig bis oberhalb Heiterwang, um dann in Serpentinen hinunter in waldigeres Gelände zu führen. Hier hatte ich mich von der Kompass-Karte etwas täuschen lassen - 1 : 50.000 ist doch ein ziemlich kleiner Maßstab, um die Höhenlinien genau zu identifizieren, aber bayernatlas.de gibt's halt leider nicht für Österreich! Jedenfalls sah es für mich so aus, als müsste die Abzweigung vom Abstieg nach Heiterwang schon kurz nach dem Eintritt in den Wald kommen, und so war ich beinahe überzeugt, sie verpasst zu haben, als sie dann doch noch kam. Der Höhenmesser zeigte nur noch 1270 Meter und damit 50 weniger als beim Tourenstart.

Ein paar erdige Abrutsche sind dann zunächst zu queren auf dem Weg zum so genannten "Schneeplatz"; an einer Kiesrinne findet man die durch einen kleinen Steinmann kenntliche Fortsetzung des Steiges auf der anderen Seite erst ca. 30 (Strecken-)Meter oberhalb. Bald zeigt sich beim Blick nach Osten der komplette Plansee und die Ammergauer Berge, was ich bei einer ersten Brotzeitrast auf der Veranda einer kleinen Hütte ausgiebig genieße.

Danach geht es hinauf zum "Jochplatz" auf dem nordöstlichen Gratausläufer des Thaneller und dann hinüber in die Nordflanke (Wegweiser "Thanellerkar" - das nördliche diesmal). Spätestens beim wieder mit 150 m Höhenverlust verbundenen und an mehreren Stellen ( zwei mit Kette versichert, an noch zwei weiteren wäre ich dafür durchaus dankbar gewesen) nicht unheiklen Abstieg ins Kar verfestigt sich bei mir der Beschluss, mir den Gipfel - sei es über Klettersteig oder Normalweg - für ein andermal aufzuheben. Also verlasse ich das Kar nach der anderen Seite wieder, mache auf dem "Jöchle" noch einmal große Brotzeit und wende mich nach links Richtung "Rauchälple". Hier ist nun die ganze Schroffheit des vorherigen Wegabschnitts plötzlich wie weggeblasen, als pures Idyll erscheinen die beiden Almhütten auf der Waldwiese.

Der auf der Kompasskarte schwarz gepunktelte Weg nach links, zunächst bachaufwärts und dann hinab zum Rotlechtal, ist in der Realität durchaus nicht durchgängig zu erkennen, aber bei diesem Traumwetter gehe ich einfach immer der Sonne entgegen durch den lichten Bergwald, kurz in einem trockenen Bachbett und verlasse dieses einem Wasserschlauch folgend nach rechts, wo eine relativ große Jagdhütte steht. Unterhalb davon gibt es nun deutlichere Trittspuren, und wenig später erreiche ich einen Fahrweg, dem ich nach links folge. Nach der nächsten Rinne geht es wieder auf einen Waldsteig und schließlich auf der Fahrstraße hinauf zu den Häusern der Ortschaft Rinnen, von wo es dann noch einmal zwei Kilometer sind bis zu meinem Parkplatz.

Tourengänger: Curi


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