Hochkalterüberschreitung über den Schönen Fleck


Publiziert von Koasakrax , 29. September 2015 um 20:46.

Region: Welt » Deutschland » Alpen » Berchtesgadener Alpen
Tour Datum:29 September 2015
Wandern Schwierigkeit: T4+ - Alpinwandern
Klettern Schwierigkeit: II (UIAA-Skala)
Wegpunkte:
Geo-Tags: D 
Zeitbedarf: 8:00
Aufstieg: 2040 m
Abstieg: 2040 m
Strecke:20 Km
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Von Bad Reichenhall oder Lofer bis Unterjettenberg und hier nach Berchtesgaden einbiegen. Von Berchtesgaden aber an der Deutschen Alpenstraße bis Ramsau und in die Abzweigung zum Hintersee fahren. 500m nach dem Wirtshaus Datzmann befindet sich der gebührenfreie Parkplatz zur Blaueishütte.
Unterkunftmöglichkeiten:Blaueishütte

Wie heuer schon öfters, durfte ich heute eine wunderbare, fordernde Gratüberschreitung genau nach meinen Geschmack machen. Der Hochkalter war ja bis jetzt auf meiner persönl. Landkarte ein weißer Fleck umso neugieriger war ich auf das was mich heute erwartete. Da HADE diese Tour bestens in seinem Bericht "Hochkalter Überschreitung" vom vergangenen Jahr bestens beschrieben hat und ich eigentlich nix dazufügen kann beschränke ich mich auf meine Eindrücke bei der heutigen Tour über den Hochkalter.

Eine kurze Wegbeschreibung:
Vom Parkplatz Nr. 1 Seeklause Hintersee (4,--€) über die Schärtenalm (breiter Spazierweg oder enger Fahrweg) zur Blaueishütte und weiter bis zu den Mauerresten der alten Hütte . Dahinter nach rechts und über eine Schuttrinne  unter die markante Scharte des „Schönen Flecks" aufsteigen. Diese wird von rechts über gutgriffige, latschendurchsetzte Platten erreicht. An der Scharte links halten und rechts des Grates über verblocktes Gelände zu einer plattigen Felswand. Den Rotpalfen kann man umgehen oder ihn unschwierig, geleitet von verblassten Markierungen und Steinmännern hinauf zum Steinhaufen und auf der anderen Seite wieder runter zum "Normalweg"  und über den Kleinkalter hinweg in eine Scharte. Hier steilt das Gelände noch einmal auf und führt über kurze, ausgesetzte Kletterstellen auf den Hochkalter. Vom Gipfel über steiles Felsgelände in das Ofental und hinab zum Hintersee führt.

Am Parkplatz Seeklause war heute wenig los und rasch war ich auf dem teilweise steilen Hüttenweg bei der Schärtenalm und weiter über die vielen Treppen auf der Blaueishütte. Was mir am Weg bis zur Blaueishütte aufgefallen ist, waren die vielen Papiertaschentücher die herumlagen. Das zeugt wahrscheinlich von einem regen Besucherstrom zur Hütte.

Bei der Blaueishütte kehrte ich kurz ein um etwas zu trinken und konnte fast nicht wiederstehen mir einen Kuchen mitzunehmen, so gut roch es aus der Küche. Ich Depp habe keinen mitgenommen.

Der Aufstieg zum Schönen Fleck, besonders im Schuttkar nach dem Sumperloch hat sich mir heute nicht  als Schinderei präsentiert, wie vielerorts beschrieben wird. Wahrscheinlich war durch den Nachtfrost der Untergrund fester als normalerweise.

Bei den  Kletterstellen hies es heute aufpassen, da der Fels durch den Nachtfrost feucht und teilweise gefroren war, somit ganz schön rutschig.

Beim Aufstieg Richtung Rotpalven verlor ich durch eine kurze Unaufmerksamkeit die Markierungen aus dem Auge (auch durch die blendende Sonne) und schon war ich im Niemandsland. Also aufpassen wo die Markierungen sind muss man schon.

Am Grat empfing mich eiskalter Wind sodass ich trotz Schafwolljacke und Anstrengung fror. Da hies es Handschuhe und zweite Jacke raus.

Schneelage ist im Aufstieg überhaupt keine nur im Abstieg ins Ofental - auf der schattigen linken Seite ist eine dünne, gefrorene Schneeschicht.

Der Abstieg vom Hochkaltergipfel ins Ofental erwies sich heute auf Grund der dünnen Schneeschicht, losen Gestein, angefrorenen Steinen und der Steilheit des Abstieges als sehr schwierig.

Abfahren über die losen Steine war auch nicht drinn, da alles angefroren war.

Eigentlich wollte ich den Luchsgang über die Ofental Diensthütte uzund den Stiertrogbrunnen machen, muss aber gestehen das ich bei der Abzweigung schon sehr müde war und mein linkes Knie sich auch bemerkbar machte. Deswegen verzichtete ich auf den Luchsgang und stieg am Normalweg ab.

Bei der Lahnwald Diensthütte am Talgrund geht es auf breiten Wanderweg Richtung Hintersee hinaus. Nach einer kleinen Brücke geht die breite Wanderstraße leicht links weg. Ich bin aber auf einen fast zugewachsenen Karrenweg geradeaus weiter gegangen (GPS), immer links des Klausbaches haltend bis man nach 4 Km zur beschilderten Abzweigung kommt, hier den Klausbach überqueren und in ca. 10 Min. zum Ausgangspunkt zurück.

Fazit:
Großartige, anspruchsvolle und wirklich alpine Bergtour mit traumhafter Aussicht u.a. auf den benachbarten Watzmann und der Reitheralm. Wegen der Länge konditionell nicht zu unterschätzen – die Höhenmeter summieren sich wegen kleiner Gegenanstiege auf 2040 Meter allein im Aufstieg! Mehrere – meist aber relativ kurze – Kletterstellen im Schwierigkeitsgrad I und II, dazu oft anspruchsvolles alpines Gehgelände, das Schwindelfreiheit und absolute Trittsicherheit voraussetzt. Der Abstieg ins Ofental ist landschaftlich ebenfalls sehr eindrucksvoll, im oberen Teil wegen des gleichermaßen steilen wie bröseligen Geländes etwas mühsam.

Oafach geil !

Tourengänger: Koasakrax


Galerie


Slideshow In einem neuen Fenster öffnen · Im gleichen Fenster öffnen

II
30 Sep 00
Hochkalter (2607 m) · gero
T5 II
25 Aug 16
Hochkalterüberschreitung · Nukular
T5 II
I S+
26 Mär 17
Skitour Hochkalter · Matthias Pilz
T4+ I
7 Jun 12
Hochkalter Überschreitung · steindaube

Kommentare (4)


Kommentar hinzufügen

Chiemgauer hat gesagt:
Gesendet am 30. September 2015 um 17:47
Servus Andy, zum Glück hast du jetzt die "Schande" beendet noch nie auf dem Kalter gewesen zu sein. Für mich fast jedes Jahr einen Besuch Wert.
Beim nächsten Mal aber bitte mit Luchsgang, damit meine Infos nicht alle umsonst waren ;-)
Gruß
Hans

Nic hat gesagt:
Gesendet am 30. September 2015 um 18:41
Schöne Runde aber mit T5+ meiner Meinung nach deutlich zu hoch bewertet. T4+ triffts wohl eher.

VG Nico

Koasakrax hat gesagt: RE:
Gesendet am 30. September 2015 um 20:22
Hallo Nico,
du hast sicherlich recht bei normalen Verhältnissen, diesesmal war aber der Abstieg ins Ofental auf Grund der unguten Verhältnisse ausschlaggebend für meine Beurteilung. Ich tu mir aber immer sehr schwer bei den Beurteilungen.

Ändere aber gerne auf T4+

@ Hans
bin ich aber froh nicht mehr in der Schande leben zu müssen. Aber ein/zwei habe ich doch noch. So schreit der Göll schon lange und den Schafel- und Böslsteig mit einen oder zwei "Hörnern" fehlt auch noch ;-).

Andy

Andy

Hade hat gesagt:
Gesendet am 3. Oktober 2015 um 20:31
Danke für die nette Verlinkung zu meinem Bericht! In der (meiner) Alpenvereinskarte ist der Luchsgang leider falsch beschriftet. Dort ist der erste Teil des Forstbegangsteigs mit Luchsgang bezeichnet. Allerdings zweigt der Luchsgang vom Forstbegangsteig nach oben ab und führt zum Schönen Fleck. Ich bin letztens dort gegangen., Der Einstieg von unten ist fast nicht zu finden, dann wird der Steig aber sehr deutlich. Von oben ist er sicher problemlos zu finden.

Viele Grüße
Daniel


Kommentar hinzufügen»