"Olls is bessa, wia Schul'!" oder Zwischen schroffen Felswänden u. sanften Hochalmen im Grenzgebiet


Publiziert von mountainrescue Pro , 29. September 2015 um 12:29. Text und Fotos von den Tourengängern

Region: Welt » Österreich » Südliche Ostalpen » Karnischer Hauptkamm
Tour Datum:28 September 2015
Wandern Schwierigkeit: T2 - Bergwandern
Wegpunkte:
Geo-Tags: I   A 
Zeitbedarf: 5:45
Aufstieg: 1345 m
Abstieg: 1367 m
Strecke:17,41 km / Hubertuskapelle-Untere Wolayer Alm-Obere Wolayer Alm-Eduard-Pichl-Hütte-Rauchkofel-Wolayerpass-Abstieg analog Aufstieg
Zufahrt zum Ausgangspunkt:Über Hermagor und Kötschach-Mauthen weiter ins Lesachtal. Über Birnbach und Nostra fahren wir zum Parkplatz an der Hubertuskapelle im Wolayer Tal. Die Straße ist sehr eng und unübersichtlich und teilweise "ausgefahren", also Vorsicht bei Autos mit einer "tieferen" Straßenlage! Entgegenkommen sollte einem kein anderes Auto!
Unterkunftmöglichkeiten:Achtung für Hundebesitzer: Die Übernachtung mit Hund ist auf der Eduard-Pichl-Hütte nicht möglich, da es lt. Auskunft des Hüttenwirtes vom Alpenvereins untersagt ist. Der Hund "kann" allerdings die Nacht vor der Hütte verbringen. Auch herrscht in der Hütte selbst Hundeverbot. (Wir müssen draußen bleiben!)
Kartennummer:Kompass Kärnten Digital, WK 223 Naturarena Kärnten - Gailtal - Gitschtal - Lesachtal - Weissensee - Oberes Drautal, Wanderkarte 1:50.000

Auf für heute war die Wettervorhersage recht gut; allerdings sollten in der Höhe etwas stärkere Winde vorherrschen, bzw. die Sicht durch tiefliegende Wolken- und Nebelfelder beeinträchtigt sein (was ja auch genau zugetroffen ist).

Die heutige Tour sollte uns auf den Wolayer See, mit gleichnamiger Hütte, führen.Übersicht über die Tour zum Wolayersee Es handelt sich dabei um einen idyllisch gelegenen See, der relativ einfach über einen Forstweg, der bis vor die Hütte führt, zu erreichen ist. Wolayer See mit gleichnamiger HütteEinen großen Haken hat die Sache allerdings selbst für jemand, der in Kärnten "urlaubt", nämlich die relativ weite Anfahrt. Hat man endlich Kötschach-Mauthen erreicht, folgt die Auffahrt in "99" ☺ Kehren in das Lesachtal. Die Straße windet sich unheimlich kühn, entlang steil abfallender Gräben und Felswände, bis nach Birnbaum, wo wir von der Landesstraße abzweigen und einer einspurigen Straße nach Nostra folgen. Ab dort geht es auf einem engen, schmalen Forstweg weiter, bis wir die Hubertuskapelle erreichen. HubertuskapelleVon dort fährt man noch 150m weiter, bis wir einen großen Parkplatz erreichen; dieser stellt den Ausgangpunkt der Tour da. Ob der Kühle der morgendlichen Temperaturen starten wir gleich einmal mit flotteren Schritten ins Wolayertal.

Zuerst kommen wir an einem ehemaligen Zollhaus vorbei (eigentlich unglaublich an diesem Ort)Vorbei an den Zollhäusern ins Wolayertal und es geht, ganz sanft ansteigend, zur Unteren Wolayeralm, die nur mehr auf der Karte verzeichnet ist, wo aber, außer Fundamenten einer ehemaligen Almhütte, nichts mehr auf diese Ortsbezeichnung verweist.Die Untere Wolayer Alm existiert nur mehr auf den Landkarten Danach beginnt sich die Straße aufzusteilen, wird schottriger, und windet sich, unglaublich kühn, entlang der Felswände,
Kühn windet sich die Straße auf die Obere Wolayer Alm
Kühne Straßenanlage entlang der Felswände vorbei am Hildenwasserfall, Hildenfallbis wir endlich den kühlen Schatten der Nordseite verlassen und der Blick frei wird auf eine große, ebene Almweide, an deren Ende wir der zwei Hütten der Oberen Wolayeralm ansichtig werden. Obere Wolayer AlmEs herrschen, beinahe mystische Wolken-Licht-Stimmungen in den sie umrahmenden Felswänden und nur teilweise gelingt es mir diese mit der Kamera einzufangen! ☺Herrliche Licht-Schatten-Nebel-Wolken Stimmung

Nach der Alm steigt der Weg wieder leicht an, um gleich danach in die nächste Senke abzufallen; hier gewahrt man den ersten Blick auf die erste Zwischenstation, die Eduard-Pichl-Hütte, die sich allerdings, unsichtbar für uns, durch einen über der Hütte, auf einem mächtigen Felsblock thronenden Obelisken, darunter "versteckt"!Genau in Bildmitte, hinter der Scharte befindet sich der Wolayer See Nach zwei Stunden wird der Blick nun endlich frei auf den beeindruckend, zwischen Hohe Warte und Seekopf liegenden Wolayersee.Endlich - der Wolayer See
Schon ein schönes Platzerl...

Wir gönnen uns bei der Schutzhütte eine kurze Rast, bevor wir uns an den Aufstieg auf den Rauchkofel machen. Durch die Schneefälle der letzten Tag präsentiert sich der Anstieg von seiner "unguten" Seite; es ist sehr rutschig und glatt und wir steigen sehr bedächtig, teilweise über grobes Blockwerk, den Kamm entlang hinauf.Etwas unguter, weil ziemlich rutschiger Anstieg... Da die Sicht immer schlechter und der Wind immer stärker wird, beschließen wir, kurz unter dem Gipfel, umzudrehen und zum Wolayer See abzusteigen.Umkehr...
Schon ein beeindruckendes Gebiet, das Grenzgebiet um den Plöckenpass
Beim See angelangt umrunden wir ihn, in aller Ruhe, und steigen auch auf den Wolayer Pass hinauf.Wolayer Pass Dort befinden sich neben einer Zollhütte, einigen tief in den Fels gehauenen Kavernen und Schützengräben, am höchsten Punkt, eine kleine Gedenkstätte für Gefallene des Ersten Weltkrieges und auch Gedenktafeln verunglückter Bergsteiger von umliegenden Gipfeln. Gleich hinter der Grenze befindet sich Rifugio Lambertenghi Romanin.Das auf der italienischen Seite gelegene Rifugio Da am Pass ein eiskalter Wind weht, brechen wir bald auf und steigen über den selben Weg, den wir gekommen sind, zurück ins Tal.Abstieg zurück ins Tal

Auf dem Weg ins Tal haben wir noch ein lustiges Erlebnis: Eine Gruppe von Schülern und Lehrern hat, offensichtlich, einen Wandertag mit Übernachtung auf der Hütte geplant.Olls is bessa, wia Schul'! Während wir die Ersten in der Senke, kurz unterhalb des Wolayer Sees treffen, sind die Letzten noch im Bereich des Hildenwasserfalls unterwegs! Trotzdem hat es mir gefallen, dass ein Lehrer mit seinen Schülern so eine Tour unternimmt! Die Meinung der Schüler war eher "pragmatisch", denn wie sagte einer der Schüler: "Olls is bessa, wia Schul'!" ☺ Langer Abstieg zurück ins Tal


Fazit der Tour:  Eine Wanderung in einem beeindruckenden Gebiet zwischen Kärnten und Italien. Die Felswände ragen so steil und schroff auf, dass einem beinahe angst und bang werden könnte. So steil sie auch, oft, auf einer Seite sind, bieten sie doch bei etlichen Gipfeln "relativ" harmlose Wege bis zum Gipfelglück. Für Fotografen ein Gebiet von unerschöpflichen, beeindruckenden Motiven! ☺
Erstes Manko der Tour: die sehr weite Anreise bis ins Lesachtal! (Vielleicht sollte ich doch einmal eine Woche hier verbringen, denn Gipfel gibt es im Überfluss!)
Zweites Manko der Tour: ich habe mir erzählen lassen ☺, dass dieses Gebiet im Sommer ziemlich von Touristen "überrannt" sein soll und daher der Schluss: Für Einsamkeitsliebende nicht unbedingt empfehlenswert!

Twonav Anima 3*/CGPSL 7* 
Dauer: 5:38
Zeit in Bewegung: 4:38
Zeit im Stillstand: 1:00
Strecke: 17,41 km
Maximale Höhe: 2300 m
Maximale Höhendifferenz: 1181 m
Kumuliertes Steigen: ↑ 1345 m
Gesamt Abstieg: ↓ 1367 m

Tourengänger: mountainrescue, harlem


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