Cab. des Diablerets - Zustiegschwierigkeit


Publiziert von Wanderer82, 7. September 2015 um 23:37. Diese Seite wurde 938 mal angezeigt.

Hallo

Leider gibt es auf Hikr nur einen einzigen Bericht, der sich auf den Zustieg zur Cab. des Diablerets ab Col du Pillon (via blau-weiss) bezieht. Verglichen mit der Angabe auf der Hüttenseite geht die Schwierigkeitsbewertung massiv auseinander:

Hüttenseite sagt T5, Hikr-User sagt T3 (caractère légerement alpin) und so wie er schreibt, ist es eher "facile" und soll die Seilbahntouristen auf die Bahn locken. Bilder gibt's keine, auch sonst hab ich im Netz nichts Brauchbares gefunden zu diesem Zustieg. Die Hüttenwartin kann leider nur mittelmässig Englisch, das Telefonat hat mir auch nicht so richtig weitergeholfen, bis auf dass ich nun weiss, dass ältere Menschen dort eher nicht hoch sollten, es aber ansonsten nicht zu schwierig, aber dennoch T5 sein soll... ? 

Bin dankbar um jegliche Hilfe, Vergleiche mit anderen Hüttenzustiegen, etc. Es geht bei meiner Anfrage ausdrücklich nicht um den Klettersteig, den es dort gegen Ende des Zustiegs noch gibt.

Gruss
Thomas



Kommentare (10)


Kommentar hinzufügen

Zaza hat gesagt:
Gesendet am 8. September 2015 um 08:11
Ist bei mir schon ewig her, dass ich mal dort unterwegs war. Ich habe es als stellenweise recht exponiert in Erinnerung, was ja schon ein Blick auf die Karte zeigt. Demnach eher anspruchsvoller als T3.

Der Weg wird nicht mehr viel begangen, seit die Hütte mit der Seilbahn bequemer zu erreichen ist. Wenn ich mich recht erinnere, war er vor ein paar Jahren zeitweise auch gesperrt wegen Steinschlag.

Am besten probierst du es einfach mal aus bei stabilem Wetter. Wenn die Vires-aux-Dames dann ungemütlich aussehen, kannst du die Stelle ja vermutlich südlich ausholend über den Schutt umgehen.

LG, zaza

kopfsalat Pro hat gesagt:
Gesendet am 8. September 2015 um 09:50
In seinem Buch aus dem Rotpunkt-Verlag (1. Edition 2010) "Die Röstigraben-Route" beschreibt der Autor Philipp Bachmann den Aufstieg vom Col du Pillon u.a. wie folgt:

"... T3. Der blau-weiss markierte Aufstieg ... ist im obersten Teil ausgesetzt, und die Überwindung eines Felsbandes erfordert die Mithilfe der Hände; die heiklen Stellen sind aber mit fixen Seilen gesichert."

"... unser blau-weisser, teilweise mit Stahlseilen gesicherter Bergweg führt nach rechts und traversiert das Geröllfeld leicht ansteigend. Sobald wir die Geländekante zum abgerundeten Tobel Le Dar erreicht haben, weisen mehrere rote Pfeile eindeutig nach links, hangaufwärts, wohin auch die fixen Seile führen. Auf dem abgesperrten Weg geradeaus würden wir ins Trogtal des ehemaligen Dar-Gletschers gelangen ... Wir folgen also den weiss-blau-weissen Markierungen über Gerüllschutt bergan, steigen mithilfe von Eisentritten und Fixseilen über ein Felsband und erreichen gleich danach die Cabane des Diablerets"

auf Seite 17 hats noch ein Foto mit Eisentritten und Geländerseil.

Wanderer82 hat gesagt: RE:
Gesendet am 8. September 2015 um 20:15
Danke euch beiden für die Hilfe! Ist ja witzig, blau-weiss und T3... also sollte doch machbar sein, jedenfalls kaum T5. Einzig das mit der "Mithilfe der Hände" kommt sehr drauf an, ob es für die Füsse einigermassen ordentliche Tritte hat und ob man sich an den Seilen weit hochziehen muss. Aber ich werd's dann wohl mal probieren.

Gruss
Thomas

kopfsalat Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 8. September 2015 um 21:48
so wie ich das foto beurteile, brauchts die hände vorallem um sich an den eisentritten oder am geländerseil daneben festzuhalten.

Zaza hat gesagt:
Gesendet am 9. September 2015 um 09:11
Im Blog von Daniel Ribagnac hat's übrigens eine ganze Fotoserie zu der Route: Klick

LG, zaza

Wanderer82 hat gesagt: RE:
Gesendet am 9. September 2015 um 22:07
Na, das ist ja mal wunderbar. Danke vielmals... dass ich das nicht selber gefunden habe.

Sieht definitiv nicht nach T3 aus, ob T5 wird sich dann nach persönlichem Augenschein weisen, vermute mal eher nicht ganz.

LG
Thomas

kopfsalat Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 9. September 2015 um 23:34
gemäss bildern trifft T3 auf der SAC-skala eigentlich schon zu. eventuell T3+.


Wanderer82 hat gesagt: Rückmeldung nach Begehung
Gesendet am 12. September 2015 um 23:21
Voilà, heute war es so weit, habe den Weg gemacht.

Also die Angabe aus Hikr trifft tatsächlich eher zu als die T5 (ist es niemals), jedoch würde ich zu einer T4- tendieren. Bei sehr starkem Wind und Nässe kann es aber sicher auch heikler sein.

Die Kraxelstellen sind tatsächlich einfaches T3. Allerdings gibt es so ein, zwei Stellen, die doch sehr ausgesetzt am Fels sind, jedoch gut gesichert. Schwindelfreiheit ist aber wirklich nötig. Ansonsten geht man halt gegen Ende auf etwas bröseliger, stellenweise recht steiler und exponierter Spur. An ein, zwei Orten ist die Spur auch recht schmal. Ein Ausrutscher oder Stolperer würde im sehr steilen Hang wohl mit schweren Verletzungen einhergehen, falls man es überlebt. Bei mir hat es doch recht stark gewindet und an diesen Stellen war das dann auch sehr unangenehm. Eine starke Böe könnte da wirklich gefährlich sein.

Die Hüttenwartin meinte noch, für sie sei das eigentlich ein T2, könnte man ruhig wieder rot-weiss machen. Naja, untertreiben sollte man es dann auch wieder nicht ;-)

Gruss
Thomas

Elisabeth hat gesagt:
Gesendet am 26. September 2015 um 17:52
Hallo Thomas,
Schön, dass du den Weg gemacht hast! Von mir aus ist auch der Schwierigkeitsgrad T4- / T4. Die heiklen Stellen waren eher die Orte, wo die Spur recht schmal ist. Habe kein Problem gehabt mit der Überwindung der kletterähnlichen Passage. Für meinen Wanderfreund ging es aber umgekehrt. Das ist sehr individuell!
Elisabeth

Wanderer82 hat gesagt: RE:
Gesendet am 29. September 2015 um 13:25
Hoi Elisabeth

Da sind wir uns ja einig bzgl. Schwierigkeit.

Ja die "Kletterstelle" ist mehr Kraxelstelle und wirklich ziemlich einfach. Bin absolut einverstanden, dass die schmale und teils rutschige Spur (vor allem bei Wind) die grösste Schwierigkeit ist. Und die eine Seilpassage ist auch schön ausgesetzt.

LG
Thomas


Kommentar hinzufügen»