Jubiläumsgrat im Winter


Publiziert von orome, 19. Februar 2015 um 06:25. Diese Seite wurde 2214 mal angezeigt.

Was denkt man sich dabei hier auf hikr einen kleinen privaten Shitstorm zu produzieren?
Ein User, der scheinbar anderen Mitgliedern schon aus der Vergangenheit ein Dorn im Auge ist, publiziert einen Bericht und schon gehts los. Als krönender Abschluss kommt dann auch noch ein anonymer Tourenleiter aus München daher (woher sonst, wo dort doch die allmächtige Sektion Oberland residiert) und drohte mit Petzen beim Hauptverband. Es stand zwar nirgends im Text, dass das ganze explizit eine Sektionstour gewesen ist, aber was solls, man knie nieder vor meiner Expertise. 

Mir persönlich hat der Bericht nicht gefallen, der Schreibstil irgendwie kitschig schwülstig. Aber was solls, jeder schreibt anders, das kann man auch unkommentiert vorbei gehen lassen. Sollte man zumindest meinen. Jetzt hat der User in der Vergangenheit vielleicht die ein oder andere Harakiri Aktion durchgeführt, oder auch das Zeitmanagment scheint (scheint!, soweit aus den Berichten erschliessbar) teilweise eher schwer nachvollziehen zu sein. Muss man deshalb quasi prophylaktisch eine kleine Hexenjagd veranstalten zu einer Tour die wahrscheinlich ambitioniert ist, aber rechtzeitig abgebrochen wurde und auch offensichtlich nach dem Abbruch, weil noch Reserven da waren, Spass gemacht hat? Könnte man nicht auch sagen: " Super, da jemand scheinbar aus seinen Fehlern gelernt und rechtzeitig abgebrochen"? 
Nein, Draufhauen ist viel schöner. Ist eh en vogue, ich beurteile Lawinenhänge lieber von zu Hause, zerreiss mir das Maul über den Leichtsinn anderer und bilde mir selber ein, mir würde so etwas nie passieren. Bleibt nur zu hoffen, dass man nie von der Realität eingeholt wird. 

Mittlerweile hat man das Gefühl als kenne hier jeder jeden, man beweihräuchert sich selbst und wenn etwas mal nicht ins Schema passt, kann man ja kollektiv drauf hauen. Fassungslos macht mich dann immer noch der letzte Hansel, der meint, er könne aufgrund dieses Berichts jemanden beim DAV in die Pfanne hauen. Was denkt man sich dabei?! Wahrscheinlich wieder mal, da wildert ein Saupreiß in meinem Garten. Schön wenn sich alles auf einfache Wahrheiten reduzieren lässt. Damit lebt sichs leichter. 

Ich habe schon mal vor paar Jahren alle meine Bericht gelöscht und bin versucht es jetzt wieder zu tun ...



Kommentare (24)


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tricky Pro hat gesagt: Schade
Gesendet am 19. Februar 2015 um 07:37
Salü zusammen
Schade das der Bericht gelöscht wurde, auch sehr schade das stark Angriff und Drohung in den Kommentaren kamen. Ich fand den Bericht gut. Mein Kommentar dazu war: Schöne Tour, aber... Nur weil alles gut gegangen ist, heisst nicht das alles richtig gemacht wurde.

Das ist ja auch das schöne das man bei den Berrichten Kommentieren kann. Denn im Bergsport lernt man von Erfahrungen und Fehler auch von anderen. Das manche Touren Grenzwärtig sind ist klar. Da dürfen auch kritische Kommentare erlaubt sein, solange sie konstruktiv sind was eben bei Hikr nicht immer so ist. Risiko ist perse nichts negatives. Risiko soll und darf erlaubt sein.

yeti11 hat gesagt: Si tacuisses
Gesendet am 19. Februar 2015 um 09:09
Werter Orome,

da Du ja mich ansprichst, ich bin der "anonyme FÜ", werde ich hierzu auch Stellung beziehen.
Zu aller erst: ich bin nicht anonym, in meinem Profil steht mein realer Name in Form meiner mailadresse, ja, ich heiße so, ich habe nichts zu verstecken.
Zum zweiten: Ich bin selbst Preuße!
Das vorneweg, nur zur Klarstellung!

Meine Kritik zu dem Post bezieht sich darauf, dass der fragliche Nutzer bei seinen Touren die er hier postet, fast schon grundsätzlich sich und andere gefährdet, zum Teil auch Bergretter. Ließ Dir hierzu einfach mal exemplarisch seine Posts zur Frickentour zum Hochfeiler oder zur Sommertour über den Jubigrat durch! Und er macht hierbei immer die gleichen Fehler und versucht diese dann noch zu rechtfertigen. Psychologisch nennt man das Overconfidence. Er verweigert sich dem feedback, dass ihm der Berg immer wieder gibt und genau das ist gefährlich. Und darauf haben ich und andere ihn mehrfach hingewiesen. Was braucht es denn noch?!
Das eine ist, dass er sich damit gefährdet, das andere ist, dass er damit eben auch Mitgänger gefährdet, die noch weniger Erfahrung haben und sich auf ihn verlassen (siehe Post Jubigrat Sommer). Und nun macht er eine FÜ Ausbildung...das macht mir Angst!

Bevor Du also urteilst, hol Dir erst mal alle Infos und urteile dann!

Und ich bin selbst in keinster Weise ein Feind des individuellen Risikos, allerdings bin ich ein Feind der Gefährdung Dritter! Und die Jubi-Wintertour wäre hierfür eine Paradebeispiel geworden, wenn sie nicht umgedreht hätten. Allerdings stimmt eben den Ansatz zur Tour von vornherein nicht. Ich war früher selbst gerne im oberen 4. Grat solo unterwegs, den Jubigrat mit drei Anfängern zu gehen, die Steigeisengehen auf der Piste üben (müssen) wäre mir nie eingefallen.



alpensucht hat gesagt: RE:Si tacuisses
Gesendet am 21. Februar 2015 um 13:06
Hi yeti11,

gern lasse ich mich als Anfänger bezeichnen. Erst recht im Vergleich zu dir oder vielen anderen, die hier zu Wort kommen. Dass wir Steigeisengehen anfangen zu üben im Aufstieg ist einfach nur Quatsch. Das liegt an einer dämlichen Formulierung meinerseits in der ersten Fassung. Mit meinen gut 20 Hochtouren zähle ich natürlich zu den Anfängern, doch die drei anderen Mitgänger definitiv nicht!

Da auch nach den ersten schlimmen Fehlern am Berg auch danach noch Fehler passiert sind, bedeutet noch nicht, dass ich mich dem Feedback des Bergs verweigere! Auch dein Feedback habe ich nach deinen ersten Kommis bei früheren Berichten ausdrücklich dankend angenommen und versucht gemeinsam mit Freunden im Bergsportbereich die richtigen Schlüsse zu ziehen. Doch das garantiert noch längst nicht, dass ich fortan fehlerfrei unterwegs bin!!

Ich möchte und werde es in Zukunft gern besser machen. Dein Feedback und auch z.B. das von 83_Stefan ist mir sehr viel Wert!

Gruß

83_Stefan hat gesagt:
Gesendet am 19. Februar 2015 um 09:17
Hallo orome,

>[...]aus München daher (woher sonst, wo dort doch die allmächtige Sektion Oberland residiert) [...]
>Was denkt man sich dabei?! Wahrscheinlich wieder mal, da wildert ein Saupreiß in meinem Garten.

...bitte lass deine Vorurteile weg, diese verletzen nur andere wie z.B. mich als gebürtigen Münchner. Vorurteile sind Schwachsinn!

Zur Situation: Ich habe den von dir angesprochenen Bericht gelesen, aber keinen Kommentar verfasst. Auch habe ich nichts gegen den User, bin also neutral und nicht an der Sache beteiligt. Daher erlaube ich mir, meine Meinung zu schreiben:

>Was denkt man sich dabei hier auf hikr einen kleinen privaten Shitstorm zu produzieren?
>Muss man deshalb quasi prophylaktisch eine kleine Hexenjagd veranstalten

Wir schreiben hier alle öffentlich, müssen uns also im Klaren darüber sein, dass unsere Berichte auch völlige Anfänger lesen. Also haben wir meiner Meinung nach eine gewisse Sorgfaltspflicht. Wir müssen versuchen zu verhindern, dass wir unbeabsichtigt eine falsche, unter Umständen gefährliche Darstellung des Bergsteigens abliefern. Klar, jeder verfasst seine Berichte anders und das ist gut so, die Berichte des von dir erwähnten Users sind allerdings wie Lehrschriften aufgebaut, haben aber oft einen gefährlichen, völlig falschen Inhalt. Dieser User ist in der Vergangenheit durch Wiederholen derselben Fehler teilweise nur ganz (!) knapp mit dem Leben davon gekommen. Davor muss man eben Anfänger bewahren, die den einer Lehrschrift ähnlich scheinenden Bericht lesen und meinen, so könnten sie es auch machen. In meinen Augen ist es völliger Irrsinn, noch mitten in der Nacht direkt nach der Anreise aus Berlin und ohne zu schlafen, in einer geführten Gruppe zum Jubiläumsgrat im Aufstieg zu starten. Das sollte man dem Anfänger eben nicht als "normal" vermitteln. Ebenso wenig, dass man erst auf dem Weg zum Jubiläumsgrat auf der Skipiste das Gehen mit Steigeisen lernen muss, denn das verharmlost die geplante Tour ungemein. Wer zum Jubliäumsgrat startet, der sollte nicht erst auf dem Weg dorthin zum ersten Mal seine frisch gekauften Steigeisen auspacken, schließlich handelt es sich nicht um eine 08/15-Wanderung! DAS muss man auch dem Anfänger vermitteln.
Und ich gebe dem Kritiker dieses Berichts Recht, dass ein DAV-Fachübungsleiter in der Lage sein sollte, die Tour über den Jubiläumsgrat besser einschätzen zu können und die Leute so auswählen zu können, dass sie der Situation gewachsen sind. Wie gesagt: Wer noch nie auf Steigeisen stand, hat im Winter dort meiner Meinung nichts verloren.
Positiv muss man allerdings hervorheben, dass die Gruppe noch rechtzeitig umgekehrt ist. Das verlangt mir Respekt ab.

Als "Hexenjagd" oder "Shitstorm" würde ich die Kommentare schon von daher nicht bezeichnen, als dass der User jederzeit die Möglichkeit hatte, sie zu löschen, oder durch Umwandeln in einen Kurzbericht neue zu verhindern.

Mir persönlich ist der Jubiläumsgrat ziemlich egal, es handelt sich um eine ziemlich anspruchsvolle, markierte Grattour, aber es gibt schwierigere und exklusivere Touren, daher verstehe ich das ganze Tam-Tam darum nicht. Aber man darf eben nicht dazu beitragen, dass er unterschätzt wird, vor allem im Winter. Und vor allem daher, weil offenbar halb Deutschland ihn gerne begehen würde - das birgt sehr viel Gefahrenpotential.

In einem Punkt gebe ich dir aber - unabhängig von dieser Angelegenheit - vollkommen Recht: Der gegenseitige Respekt hier lässt leider oft zu wünschen übrig, manchmal spürt man Neid und Missgunst förmlich. Das ist schade, denn wir teilen ja eigentlich alle dasselbe Hobby!

Ach ja: Als gebürtiger Münchner bin ich weder Mitglied der Sektion München noch der Sektion Oberland, sondern der kleinen Sektion Isartal - es gibt also auch noch Alternativen zu den großen Sektionen...

orome hat gesagt:
Gesendet am 19. Februar 2015 um 11:25
@ Yeti11:
Verzeihung, das ist mir dann etwas untergegangen, das anonym nehme ich dann natürlich zurück.
Und trotzdem, hier einen Dritten (also noch nicht einmal den Autor selbst!) aufgrund eines Berichts anschwärzen zu wollen empfinde ich immer noch als völlig daneben.
Wenn ich mir z.b. den Hochfeilerbericht anschaue, dann verstehe ich auch einiges nicht, bzw. das Zeitmanagment ist einfach grob fahrlässig, soweit nachvollziehbar.
Aber es ging hier ja um eine andere Tour ...

@ Stefan: Natürlich wollte ich niemand beleidigen, ein Bisschen provozieren wohl schon. Sry wenns zuviel war. Tricky hat das schön geschrieben und vor allem in nettere Worte gefasst.
Und auch Du beschreibst, dass der gegenseitige Respekt hier doch zu wünschen übrig lässt. Wieso braucht es negative Kommentare mit erhobenem Finger und Drohungen? Dem mit Zensur (Löschen von Kommentaren und Berichten) zu begegnen, halte ich für absolut falsch, das macht die Situation ja nicht besser.
Es geht ja gar nicht darum, Kritik zu verbieten, sondern einfach die Form zu überdenken. Aber da darf ich mich wohl auch an der eigenen Nase packen, denn ganz so die feine Klinge sind meine Auslassungen ja auch nicht ...

Bezüglich der Sorgfaltspflicht gehen die Meinungen wohl auch auseinander. Ich finde jeder ist für sich selbst verantwortlich und es sollte klar sein, nur weil ich von A nach B so und so lange brauche, ist das nicht auf andere übertragbar. Wenn jetzt z.b. ein Arzt seine Therapie nach Wikipedia verordnet und das falsch ist, dann ist ja auch nicht der Auto schuld, sondern der Leser ... Aber das ist wahrscheinlich ein ganz anderer Diskussionspunkt.

Du hast sicher recht, dass man Touren nicht als alles easy alles gut darstellen darf. Aber von was gehe ich aus? Für den einen ists ein Spaziergang, für den anderen die Grenze. Fandest Du den Bericht verharmlosend? Die Schwierigkeitsbwertung steht ja ganz oben.

@ tricky: Danke, so hätte ich es wohl forulieren sollen ;) Nur das mir der Bericht vom Stil nicht gefallen hat ... Und vielleicht war das ja auch etwas, woran sich andere gestört haben.

So das wars dann mit dem kleinen Rundumschlag von meiner Seite ;)

Grüsse
Manu

83_Stefan hat gesagt: RE:
Gesendet am 19. Februar 2015 um 12:47
Klar ist alles eine Frage des Tonfalls, aber ich empfand die Kommentare - für HIKR-Verhältnisse - nicht als besonders schlimm. Leider kann ich sie jetzt nicht mehr nachlesen, denn der Bericht ist ja mittlerweile gelöscht. HIKR hat sich sowieso zum Löwenkäfig entwickelt, denn manch einer formuliert seine Aussagen wegen der scheinbaren Anonymität des Internets hier schärfer als im wirklichen Leben.

Die Schwierigkeitsbewertung der Tour kann sich logischerweise nur auf den begangenen Teil beziehen und da hatten die eigentlichen Schwierigkeiten noch gar nicht angefangen. Aber wenn sich ein Anfänger blind auf den Text verlassen würde, dann wäre er zur Ansicht gelangt, dass es als Vorbereitung wohl reichen würde, beim Aufstieg erstmals Steigeisen auszuprobieren. Das ist für diese Tour definitiv nicht ausreichend. Man kann natürlich sagen, wer sich auf sowas verlässt, ist selber schuld, aber ich denke, man sollte solche Situationen versuchen zu vermeiden.

Wie dem auch sei - ich wünsche allen schöne und unfallfreie Touren!

yeti11 hat gesagt: Der mahnenden Zeigefinger
Gesendet am 19. Februar 2015 um 13:13
Werter Orome,

ja, bei ständiger Gefährdung Dritter durch unbedachte Handlungen, da erhebe ich den mahnenden Zeigefinger. Es ist eben nicht nur die Selbstgefährdung, die immer wieder ins Auge springt, nein, es werden auch immer wieder blutige Anfänger mit auf Touren genommen, die dort nicht hingehören und das wohl auch nicht selbst abschätzen können. Der Autor schiebt diesen dann auch mehrmals (in unterschiedlichen Posts) den schwarzen Peter für situative Zeitüberschreitungen, Scheitern etc. zu. Allein das geht schon gar nicht und zeigte mangelnde Kompetenz als Tourenleiter. Und dies ist auch noch kombiniert mit einer Mischung aus schwülstigem Heldendenken, mangelnder Reflexion und Ignoranz. Da gibts von mir ein feedback dazu, zuerst verdeckt, dann offen! Das habe ich während meiner Ausbildungskurse (Fels und Eis) immer getan, das Recht werde ich mir auch in Zukunft herausnehmen. Im Übrigen mach ich das auch heute noch "auf Tour", wenn es wirklich erforderlich ist.

ReinerD hat gesagt: RE:Der mahnenden Zeigefinger
Gesendet am 19. Februar 2015 um 21:48
Hoffen wir mal dass zumindest der Fachübungsleiter dieser Sektion zukünftig etwas genauer überprüft, wen er da mitnimmt, damit nicht die erste Handlung im Stirnlampenlicht "die richtige Anwendung von Steigeisen" ist.
Beim Author dieser Berichte seh ich da allerdings wenig
Hoffnung, der wird wohl solange irgendwelche Anfänger
mitschleppen bis mal wirklich was ernsthaftes passiert.

Aber auch wenn der Grat von der Zugspitze her schon überwunden war , haben es zwei Bergsteiger am gleichen Tag noch geschafft die falsche Entscheidung
zu treffen.Rechnet man zurück, kann man sich ausrechnen wie lang sie am 2.Tag unterwegs waren wenn sie am Freitag auf der Zugspitze gestartet waren.
Hoffen wir mal dass sie nicht blindlings bei einbrechender Dunkelheit einer Spur gefolgt sind , welche von der hier erwähnten Berliner-Truppe angelegt
wurde. Gut möglich dass Plan B erst mal das Ausprobiern vom Abstieg gen Matheisenkar war und erst dann entgültig der Abbruch und Rückzug erfolgte.
Alles möglich auf dieses Tour (Sommer wie Winter ).

Details zum Einsatz mit Glück im Unglück
(andere Bergsteiger, nicht der hier erwähnte Vorfall)
s. Blockiert im Matheisenkar 15.2.

83_Stefan hat gesagt: RE:Der mahnenden Zeigefinger
Gesendet am 20. Februar 2015 um 08:52
Da zeigt sich mal wieder die Wichtigkeit von passender Ausrüstung! Danke für den Link!

yeti11 hat gesagt: RE:Der mahnenden Zeigefinger
Gesendet am 20. Februar 2015 um 10:20
Der Post ist nun wieder da...in redigierter FORM...spannend! Mal schauen, wie lange es braucht die anderen Posts (Hochfeiler, Hoher Fricken, Jubi Sommer, Zuckerhütl, Wildspitze und und und) zu überarbeiten, um die größten Fehler zu überdecken!
Tour bleibt aber Tour, Fehler bleibt Fehler...

Thuner2009 hat gesagt: RE:Der mahnenden Zeigefinger
Gesendet am 20. Februar 2015 um 22:14
Habe vor 5 Minuten Alpensucht einen grundsätzlichen und zum Nachdenken auffordernden Kommentar reingestellt im Sinne von "Denk nach, versteh die Nachricht". Schwups - gelöscht.
Wenn Du das liest, Alpensucht: Wenn du so weitermachst, endest Du, aber wahrscheinlich noch schlimmer, einer Deiner Mitgänger im Leichensack!

AIi hat gesagt: RE:Der mahnenden Zeigefinger
Gesendet am 20. Februar 2015 um 22:36
Man sollte ihm eine Statue des "Denker" von Rodin ins Wohnzimmer stellen - zur Anregung

alpensucht hat gesagt: RE:Der mahnenden Zeigefinger
Gesendet am 21. Februar 2015 um 13:18
Die anderen Berichte werden nicht überarbeitet. Sonst müsste ich demnächst anfangen HartzIV zu beziehen... Hatte ja auch an anderer Stelle geschrieben, dass ich die Fehler gerade drin haben möchte, damit auch andere daraus lernen können und natürlich damit die erfahrenen Alpinisten sich die Finger wund kritisieren können. In der neuen Fassung des aktuellen Berichts werden keine klaren Fehler weggelassen. Das Zeitmanagement ist bspw. auch anhand der Fotos genau nachvollziehbar.

ReinerD hat gesagt: RE:Der mahnenden Zeigefinger
Gesendet am 20. Februar 2015 um 14:39
Entscheidend ist vor allem, dass selbst bei bestem Wetter am Rettungsort nicht zwangsläufig eine schnelle Rettung möglich ist wenn an der Hubschrauberbasis dichter Nebel herrscht.

"Aufgrund des dichten Nebels im Alpenvorland konnte aber keine der für Nachtflüge tauglichen Maschinen starten. Da eine bodengebundene Rettung mit einem enormen Zeitaufwand und Risiko in dem hochalpinen Gelände verbunden gewesen wäre und auch keinen Zeitvorteil gebracht hätte, entschied sich der Einsatzleiter die beiden 28-jährigen Bergsteiger aus Emskirchen und Langenzenn am frühen Morgen auszufliegen. "

Ob die Ausrüstung wirklich passend war , sieht man erst wenn man sich die gesamte Ausrüstung ansieht (Gesamtgewicht) .
Nirgendwo sonst hab ich bisher immer wieder soviele "Bergsteiger" gesehn, die ihre mangelnde Erfahrung dadurch zeigten, dass sie mit viel zu schwerem Gepäck unterwegs waren, dadaurch viel zu langsam vorankamen,somit in Dunkelheit gerieten bzw das Jubigratbiwak schon am ersten Tag nicht erreichten.
Manche waren gar ausgerüstet also wollen sie eine Eiger-Nordwandroute erschließen oder hätten vor eine Woche am Grat zu verbringen.
Gut möglich dass diese ebenfalls zu viel Gepäck dabei hatten und dadurch dies mit dazu beigetragen hatte, dass sie erst in diese Sitiuaton gekommen sind.
Erst bei Dunkelheit oder einbrechender Dunkelheit an der Grießkarscharte zu sein.

Hier gings aber um eine 4er-Gruppe welche aufgrund der glaubhaften Erstversion des kritisierten Berichtes , am Grat meist langsamer unterwegs ist,erst recht wenn man Ost-West geht , erst recht wenn man schon 1800Hm hinter sich hat, bevor es überhaupt losgeht , und erst recht wenn mind. 2 davon offenbar Steigeisenanfänger sind.
Da find ich die Kritik schon berechtigt - besonders wenn einer davon ein ausgeblildeter Fachübungsleiter ist


Da aber wohl der ursprüngliche "Jubigrat Winter"-Bericht bald soweit abgeändert sein wird, dass im Text aus sinngemäß
" waren mit zwei Anfängern losgegangen " irgendwann
" eine Gruppe der Eigernordwandbezwinger starte gen Jubigrat " wird,
um jederlicher Kritik an der Gruppenzusammensetztung
zu entfliehen, bringt es nichts darauf näher einzugehn.

Immerhin taugen die Berichte als unterhaltsame Negativbeispiele.

83_Stefan hat gesagt: RE:Der mahnenden Zeigefinger
Gesendet am 20. Februar 2015 um 14:52
Naja, klar kann man "over-equipped" sein, da gebe ich dir recht. Aber man muss natürlich dazu sagen, dass die später Geborgenen eine Nacht im Winter irgendwo zwischen Alpspitze und Hochblassen ohne Biwakausrüstung wohl kaum gut überstanden hätten. Ob sie mit weniger Equipment gar nicht in die Situation gekommen wären, lässt sich wohl nicht klären. Ich habe selbst auch lieber zu viel als zu wenig Ausrüstung dabei (stets z.B. einen Biwaksack für zwei Personen). Aber ich weiß eben, was ich mir zutrauen kann, viele wissen das halt nicht.

Da bin ich richtig froh, dass mich der Mode-Jubiläumsgrat im Winter nicht interessiert, weil ich weder für Auf- noch für Abstieg bereit bin, in eine Seilbahn zu steigen. Und die Neue Welt wäre mit Schneeschuhen wohl eher wenig "genussreich" ;-) . Der Abstieg durchs Höllental dürfte wegen der Lawinen völlig Harakiri sein und übers Platt quer durchs Skigebiet ist witzlos...

alpensucht hat gesagt: RE:Der mahnenden Zeigefinger
Gesendet am 21. Februar 2015 um 13:38
@ ReinerD: Würde ich eigentlich gern machen ("eine Gruppe der Eigernordwandbezwinger..."), nur um euch damit zu provozieren. Scheint ja auch allesamt arg viel Zeit übrig zu haben! Allein wegen der Öffentlichkeit möchte ich nicht einzelne Teilnehmer im Bericht kritisieren oder deren Kompetenz. Hab ich ja in der Vergangenheit teilweise gemacht. Nicht nochmal. Mehr wird auch nicht geändert.

Kein Mitgänger ist "Steigeisenanfänger"!

Wenn eine Spur vorhanden gewesen wäre, wären wir wahrscheinlich und natürlich sehr langsam bis zur Biwakschachtel gegangen, hätten dort lange pausiert und geschlafen, um am nächsten Morgen die Hauptschwierigkeiten zu bewältigen. Bis zur letzten Bahn vom Gipfel ins Tal ist das zeitlich gut möglich. Wir waren übrigens gerüstet für zwei Zweier-Seilschaften.

Bei einem neuen Versuch würde ich auch drei Tage Zeit nehmen (oder auch vier inkl. einen Reko-Tag) und vom Kreuzeck losgehen oder auch die klassische Richtung gehen.

Jaja - bis zum neuen Versuch übe ich noch einzwei Jährchen :P

Thuner2009 hat gesagt: RE:Der mahnenden Zeigefinger
Gesendet am 21. Februar 2015 um 21:12
Du bist definitiv absolut kritikresistent.
Ich wünsche Dir wirklich alles Gute, bin aber nicht sehr zuversichtlich, dass dies lange andauern wird.

orome hat gesagt: RE:Der mahnenden Zeigefinger
Gesendet am 20. Februar 2015 um 12:28
Hallo Yeti,
ich muss zugeben, offensichtlich habe ich mich weniger als Du mit dem User und den Touren auseinander gesetzt. Wie oben schon geschrieben stört mich einfach das teilweise reflexartige Verurteilen bzw. Kritik bei Unglücken u.a. auf hikr, in den Medien (Kommentare nach Lawinenunglücke ...) usw. Da vor kurzem ein sehr guter Freund in einer Lawine gestorben ist, bin ich wohl auch etwas empfindlich auf Urteile übers Inet.
Aus dem Jubiläumsgratbericht habe ich für mich persönlich jetzt nicht so viel negatives rauslesen können, das mit dem Steigeisengehen übern auf der Skipiste ist mir wohl entgangen. Das erste Mal, dass ich Steigeisen an hatte war im Eisleitl nach dem Stüdlgrat, also darf ich da wohl auch nicht urteilen ...
Sicher zeugt der Schreibstil von merkwürdigen Heldengedanken, grade die letzten Sätze empfinde ich als etwas verstörend. Aber bitte ... Die heftigen Reaktionen und Drohung habe ich trotzdem nicht verstanden und gerechtfertigt finde ich sie immer noch nicht. Zwischen Kritik und Androhung irgendetwas vages irgendwo melden zu wollen ist ja auch nochmal ein grosser Unterschied ...

yeti11 hat gesagt: RE:Der mahnenden Zeigefinger
Gesendet am 20. Februar 2015 um 14:20
Hallo Orome,

genau wie Du habe ich schon Bergpartner verloren, aber zum Glück war ich nie dabei. 2 durch Lawinen, 1 durch Erfrierung, alles sehr tragisch und dabei waren alle keine Greenhorns...es war immer Pech dabei aber vielleicht waren sie auch ein bisschen überambitioniert.
So grobe Fehler, solche krassen Egotouren (siehe Zuckerhütl) haben diese aber nicht gefahren. Und was mich dabei besonders ärgert: Wozu nimmt er totale Anfänger mit?! Braucht er die Bühne der überlegenen Kompetenz um sich unterwegs gut zu fühlen. Wenn ich mit Anfängern gehe, muß ich eine Tour gehen, die ich perfekt absichern und managen kann, bei denen der Anfänger objektiv eben nicht überfordert ist. Und genau das findet nicht statt. Stattdessen badet er in vielen Berichten im Gefühl, dass er der bessere war und eventuelle Fehlentscheidungen anderen anzulasten sind, obwohl er diese häufig als klare Anfänger beschreibt. (siehe Clariden-tour). Und so einer macht eine Tourenleiterausbildung und darf demnächst auch offiziell mit Gruppen ins Gebirge...mir graust davor, ich weiss ja nicht, wie Du da siehst. Dies war der Grund für mein Post. Mir fehlt da eben zum Teil die alpine Eignung, aber vor allem die persönliche Eignung um eine Gruppe zu führen! Zuviel Held, zuwenig Reflexion, zuwenig Rücksicht auf Schwächere! Und genau das lese ich aus seinen Berichten und habe ihn auch schon vor dem letzten Post (Jubi-Winter) darauf hingewiesen....scheinbar ohne Erfolg! Scheinbar muß wirklich erst etwas passieren! Schade!

alpensucht hat gesagt: RE:Der mahnenden Zeigefinger
Gesendet am 21. Februar 2015 um 13:49
In meinen ersten Jahren am Berg war ich einfach froh, Leute gefunden zu haben, die mitgegangen sind. Dass ich nicht von allen was lernen konnte, war ungünstig. Ich stehe dennoch zu den passierten Fehlern und hoffe sie eines Tages in die Kategorie "Jugendsünden am Berg" einordnen zu können. Sicher hat da jeder von euch so ein paar Beispiele.

Stimme dir z.B. auch voll zu wenig Rücksicht auf Schwächere gehabt zu haben. Habe häufig die Leute vorher kaum gecheckt. Und laut einiger Aussagen hier scheine ich selbst ja auch kaum geeignet für das Gebirge zu sein. Das können mir Leute 100mal erzählen.

Um vieles zu bessern und vor allem zu lernen, habe ich die Ausbildung zum Trainer C Bergsteigen angefangen. Wenn ich das schaffe, ist jedenfalls sichergestellt, dass ich keine Harakiri-Touren mehr machen kann. Zumindest nicht mit Gruppen. und auch sonst dürfte ich in Zukunft meiner Sektion mehr Rechenschaft schuldig sein als je zuvor.


kopfsalat Pro hat gesagt:
Gesendet am 20. Februar 2015 um 18:20
herrliche berichte. der illeismus in seiner selbstdarstellung einfach köstlich. besten dank für den tipp. werde die berichte in my-hikr aufnehmen (nicht zum nachmachen, nur zum amüsieren).

dominik Pro hat gesagt: RE:
Gesendet am 21. Februar 2015 um 16:19
In Dankbarkeit für das schöne, neue Fremdwort schrieb er diesen Kommentar und freute sich sehr!

Erdinger hat gesagt:
Gesendet am 21. Februar 2015 um 15:31
Kritik ist, sofern sie maßvoll und nachvollziehbar bleibt, immer und jederzeit berechtigt. Auch der Benutzer "Alpensucht" musste sich absolut mit Recht dieser Kritik aussetzen und das wird er unter Umständen auch in Zukunft müssen. Allerdings gebe ich Orome in jenem Punkt absolut recht, dass die Kommentare bei seiner Jubigrattour schon teilweise an einen "Fäkaliensturm" erinnert haben, so berechtigt deren Inhalt auch immer gewesen sein mag und das ist meiner Meinung nach auch nicht in Ordnung.
Man muss dem Bergsteiger "Alpensucht" auf jeden Fall zu Gute halten, dass er in diesem Forum kritisch reflektiert und seine Fehler offen zugibt und auch vorhat, "Harakiri" in Zukunft zu vermeiden. Ich hoffe in seinem Sinne und dem seiner Mitgänger, dass er seine eigenen Vorsätze beherzigt.
Fehler machen wir wohl alle mal (nicht nur am Berg), aber man muss sich in der Tat mit ihnen intensiv auseinandersetzen, damit sie nicht noch einmal passieren. Man hat einfach bloß dieses eine Leben und es durch Leichtsinn oder jugendlichen Übermut beim Bergsteigen zu verlieren, ist einfach nur tragisch und auch völlig unnötig.

Viele Grüße

alpstein Pro hat gesagt:
Gesendet am 21. Februar 2015 um 21:17
Der Kommentare sind es m.E. nun genug. Es wurde schon alles gesagt und langweilig wird es auch.


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