Die Krim - Roman Kosch


Publiziert von Wolfgang Schaub, 21. März 2014 um 06:37. Diese Seite wurde 395 mal angezeigt.

Europa ist eine brodelnde Masse ständig neu entstehender und gelegentlich auch verschwindender Staaten. Wer sich zum Ziel gesetzt hat, auf jeden höchsten Berg eines jeden europäischen Staats zu steigen, muss auf der Hut sein.

Erst war es die DDR, die vom großen Bruder verschluckt wurde, dann zerfiel die Sowjetunion und hinterließ eine Reihe von Bruchstücken. Die Tschechoslowakei spaltete sich in zwei Hälften. Jugoslawien folgte in mehreren Wellen. Zuletzt erhob sich Montenegro als selbständiger – und anerkannter! – Staat aus der Konkursmasse. Anderen Staaten blieb die Anerkennung versagt: Transnistrien; oder sie schafften die Anerkennung nur halbwegs: Kosovo.

Für unser Hobby kann das nur bedeuten, ALLES einzusammeln, was da an Scherben herumfliegt.

Und jetzt also die Krim. Haben wir es doch durch Tölpelhaftigkeit geschafft, die Ukraine zu zerreißen! Die Republik Krim erklärte sich am 2. März für unabhängig; am 18. März wurde sie von Russland vereinnahmt. Und was habt ihr in den zwei Wochen getan? Wart ihr auf dem höchsten Berg dort? Oder ist er euch entglitten?

Kinder, ihr müsst proaktiv handeln, das Gras wachsen hören, sonst kommt ihr mit dem Berge-Sammeln nicht mehr hinterher! Heute war es die Krim, morgen wird es Padanien sein – was ist dessen höchster Berg? Katalonien folgt noch dieses Jahr – die Pica d'Estats ist nur zu empfehlen. Schottland nicht zu vergessen am 18. September – aber da wart ihr zum Glück schon: Der Ben Nevis ist noch da. Und dann folgen noch das Baskenland und die Färöer-Inseln und übermorgen Bayern. Keine Angst: Auch da wart ihr schon: die Zugspitze bleibt. Aber was wird dann der Höchste von Rest-Deutschland sein? Und was wird derweil mit der Schweiz passieren?

Zunächst ist also die Krim nachzuholen. Ich sage euch, wer dort der Höchste ist: der Roman Kosch im Küstengebirge hinter Jalta. Wie ihr hin- und hinaufkommt? Einfach ins Auto setzen mit einem russischen Visum und versuchen, die Kordons an der Landenge der Krim zu durchbrechen. Dann ist da noch ein zweites Hindernis: Der Berg liegt in einem bewachten Naturschutzgebiet. An den Kontrollstellen lässt man euch nicht hinein. Ihr müsst also illegal vorgehen, die Kontroll-Typen austricksen. Das geht am besten von Süden her.

Dann kämpft ihr Euch durch einen Wald chaotisch nach oben – zum Glück ist der Wald einigermaßen aufgeräumt, nicht wie andere russische Wälder ein undurchdringliches Dickicht. Und zuletzt steht ihr auf einer wunderbar abgehobenen Hochfläche – im Himmel. Der Roman Kosch ist nur ein kleines Hügelchen, der Hochfläche oben aufgesetzt.

Und wer's genau wissen will: http://www.gipfel-und-grenzen.eu hält für alles Bücher und CDs bereit. Ihr geht auf http://www.gipfel-und-grenzen.de/gipfel___grenzen.php und guckt in Buch R. Dort ist es Kapitel 110: http://www.gipfel-und-grenzen.de/inhalt/krim.php

Bergheil!




Kommentare (2)


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rojosuiza hat gesagt:
Gesendet am 21. März 2014 um 09:25
Ja, leider schon wieder zu spät, man scheint schon russisch geworden zu sein - das wäre dann Nummer 1 auf der Liste der Landeshöhepunkte, potzblitz!

Sputnik Pro hat gesagt:
Gesendet am 22. März 2014 um 14:45
Mist, ich hab's echt verpasst! Nun ja inzwischen ist die Krym wieder russisch wie si schon seit Mitte des 18. Jahthunderts war. Ich habe meine Fotos der Krym auch schon umgeschrieben: www.hikr.org/tour/post73313.html

Hoffentlich bleibt nun Südossetien und Abchasien noch unabhängig diesen Sommer, denn Flug nach Krasnodar ist schon gebucht...

Gruss, Andi


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